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Geschichte

Kriegsgräberfürsorge sammelt fast 2,1 Millionen Euro ein

Sie kümmern sich um die Gräber der im Ausland gefallenen deutschen Soldaten. Deren Angehörige jedoch werden weniger. Damit kommt auch weniger Geld von ihnen die Spendenkassen der Kriegsgräberfürsorge. Damit diese ihre Arbeit trotzdem machen kann, hofft sie auf den Bund.

Kriegsgräberstätte Stare Czarnowo in Polen während einer Zeremonie. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv
Kriegsgräberstätte Stare Czarnowo in Polen während einer Zeremonie. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv

München.Trotz des stetigen Rückgangs privater Spender hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im vergangenen Jahr in Bayern fast 2,1 Millionen Euro eingesammelt. „Das sind nur 24 000 beziehungsweise 1,1 Prozent weniger als im vergangenen Jahr“, sagte Jörg Raab, Landesgeschäftsführer des Volksbundes in Bayern, der Deutschen Presse-Agentur. Wie viel Geld bundesweit zusammengekommen sei, stehe noch nicht fest. Im vergangenen Jahr hatte Bayern rund 40 Prozent des bundesweiten Ergebnisses der Haus-, Straßen- und Friedhofssammlungen erzielt. Ende des Jahres geht der Volksbund traditionell auf die Straßen und wirbt für seine Arbeit und um Spenden.

Raab zufolge kommen rund 70 Prozent der Gelder vor allem aus Mitgliedsbeiträgen, Erbschaften, Konzerterlösen, dem Verkauf von Gedenkkerzen, Bußgeldern sowie den Straßensammlungen. „Die Kriegsgeneration und die Kriegskindergeneration sterben allerdings zunehmend aus. Da wird es schon schwieriger, Geld zu generieren“, sagte Raab weiter. Dieser Herausforderung müsse Rechnung getragen werden. „Derzeit kommen mit etwa 16 Millionen Euro rund 30 Prozent unserer bundesweiten Mittel von der öffentlichen Hand. Mittelfristig sollte das pro Jahr erkennbar über 20 Millionen Euro liegen.“

Denn die Aufgaben des Volksbundes seien fast 73 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach wie vor wichtig. „Je länger die Friedensphase in Europa andauert, desto wichtiger ist es auch, daran zu erinnern und zu zeigen, was die Folgen von Krieg und diktatorischer Gewaltherrschaft sein können.“

Der Volksbund sucht und pflegt nicht nur Gräber gefallener deutscher Soldaten aus den beiden Weltkriegen im Ausland - insgesamt übrigens Gräber auf 833 Friedhöfen in 46 Ländern mit etwa 2,7 Millionen deutschen Kriegstoten. Sondern der Volksbund betreut auch die Angehörigen der im Ausland gefallenen und vermissten Soldaten. Sie können beispielsweise in einer Internet-Datenbank mit mehr als 4,7 Millionen Einträgen kostenlos recherchieren, ob ein Verwandter während des Kriegs im Ausland gefallen ist.

„Das Interesse der Enkel-Generation, genauer in der Familienbiografie nachzuforschen, ist erkennbar vorhanden“, sagte Raab dazu. So gingen jährlich rund 35 000 Mails, Briefe und Anrufe von Menschen ein, die wissen wollen, wo ihre im Krieg gefallenen Angehörigen bestattet sind. „In 9000 Fällen haben wir Grabschmuck- und Fotowünsche der Angehörigen erfüllt.“ Dieser Service werde von Helfern vor Ort umgesetzt und von den Auftraggebern selbst bezahlt. „Kriegsgräberfürsorge ist ganz klar ein humanitärer Auftrag und das ist zeitlos.“

Weitere Säule des Vereins sei die Bildungsarbeit an Schulen. „Wir veranstalten immer wieder Projektwochen und Zeitzeugengespräche“, sagte Raab. Jährlich würden so rund 20 000 junge Menschen erreicht. „Ziel ist es, zu vermitteln, dass die Möglichkeit, in Frieden zu leben, keine Selbstverständlichkeit ist, und dass man immer wieder gemeinsam daran arbeiten muss.“ Diese Aufklärungs- und Bildungsarbeit sei gerade in einer Phase, in der sich europaweit nationalistische Tendenzen mehren, sehr wichtig.

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