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Religion

Kruzifixe: Rückendeckung aus der Union

Ausgerechnet von der Kirche gibt es Kritik an Söders Vorstoß. Unionspolitiker stärken dem Ministerpräsidenten den Rücken.

Im Streit um die Kruzifixe in bayerischen Behörden erhält Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Rückendeckung aus der Union. Foto: Bernd Thissen/dpa

München.Im Streit um die Kruzifixe in bayerischen Behörden erhält Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Rückendeckung aus der Union. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende Dorothee Bär wies die Kritik vom Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zurück. „Die Aussagen von Kardinal Marx verwundern sehr. Vor drei Jahren plädierte er noch öffentlich für den Verbleib der Kreuze in Schulen und Gerichtssälen“, sagte die Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt dem „Handelsblatt“.

Kardinal Marx kritisiert „Spaltung und Unruhe“

Kardinal Reinhard Marx hatte zuvor der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, durch Söders Vorstoß seien „Spaltung und Unruhe“ entstanden. Wer das Kreuz nur als kulturelles Symbol sehe, habe es nicht verstanden. Es stehe dem Staat nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeute, meinte der Münchner Erzbischof.

Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung und stellvertretende CSU-Vorsitzende. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Dem entgegnete Bär, niemand könne leugnen, „dass unser Heimatland christlich-jüdisch geprägt ist“. Auch Max Strauß, Sohn des langjährigen CSU-Chefs Franz Josef Strauß, sagte dem „Handelsblatt“, es gebe „weltweit kein besseres Zeichen für Nächstenliebe und Demut“. Söder habe daher „das richtige Zeichen zur rechten Zeit“ gesetzt. Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach stellte sich ebenfalls auf die Seite des Ministerpräsidenten. Das Kreuz sei „ein wichtiges religiöses und kulturelles Symbol“, sagte er der Zeitung.

Wie viel Bayern ist im Kreuz? Laut Söder steht es für Bayerns Identität. Dieses Argument stößt vielen auf.

Spaenle verteidigt Söders Vorstoß

Der ehemalige Kultusminister Ludwig Spaenle warf den zahlreichen Kritikern von Söder einen „Willen zum bewussten Missverstehen“ vor. „Der bayerische Ministerpräsident steht mit seinem Vorstoß auf dem Boden der bayerischen Verfassung“, sagte Spaenle am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der ehemalige Minister ergänzte, es treffe nicht zu, dass Söder mit seiner Entscheidung das Kreuz interpretiere. Söder tue nichts anderes, als auf die Verfassung des Freistaats Bezug zu nehmen. Dort heißt es in Artikel 131, oberste Bildungsziele seien die „Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen“.

„Der bayerische Ministerpräsident steht mit seinem Vorstoß auf dem Boden der bayerischen Verfassung.“

Ludwig Spaenle, ehemaliger Kultusminister

Das bayerische Kabinett hatte beschlossen, dass im Eingangsbereich jeder Behörde des Freistaats ein Kreuz aufgehängt werden soll. Eine Online-Petition gegen den „Kreuzzwang“ wurde mittlerweile mehr als 42 000 mal unterzeichnet. Der Regensburger Student Tarek Carls, der die Petition gestartet hat, hat sich nach eigenen Angaben an Söder gewandt, um die Listen zu übergeben. Bislang gebe es aber noch keine Antwort von der Staatskanzlei, sagte der Politiker der FDP-Jugendorganisation Junge Liberale. (dpa)

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