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Kulturpolitik

Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann ist tot

„Kultur für alle!“ war sein Ziel. Als Kulturpolitiker in Frankfurt prägte Hilmar Hoffmann 20 Jahre lang die Stadt. Danach wartete die internationale Bühne. Nun ist der SPD-Politiker gestorben.

Hilmar Hoffmann. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv
Hilmar Hoffmann. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Frankfurt.Der Frankfurter Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann ist tot. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung starb der 92-Jährige am Freitagabend auf dem Weg in eine Klinik. Die Frankfurter Polizei bestätigte den Tod am Samstag. Ein Bekannter habe ihn zu einem Behandlungstermin in ein Krankenhaus gebracht, berichtete das Blatt. Auf dem Parkplatz sei er zusammengebrochen. Versuche von Ärzten, ihn zu reanimieren, seien gescheitert.

Zwischen 1970 und 1990 war der SPD-Politiker Kulturstadtrat in Frankfurt, wo er unter anderem das Museumsufer aufbaute. Von 1992 bis 2001 war er Präsident des Goethe-Instituts. In seinem Buch „Kultur für alle!“ (1979) setzte er sich für eine breitere gesellschaftliche Teilhabe an Kultur ein. Kultur sah er als „Lebenselixier“, man brauche sie, „um ein ganzer Mensch zu werden“, sagte er in einem seiner letzten Interviews.

Hilmar Hoffmann wurde am 25. August 1925 in Bremen geboren. Seine Karriere begann er als Regieassistent an den Städtischen Bühnen Essen. In Oberhausen leitete er eine Volkshochschule, gründete ein Kurzfilmfest und war von 1965 bis 1970 Sozial- und Kulturdezernent.

In Frankfurt wurden in seiner aktiven Zeit 15 Museen eröffnet. Er stockte die Förderung für die freie Szene auf, gründete Off-Spielstätten, eröffnete Stadtteilbibliotheken, Musikschulen und Bürgerhäuser. Hoffmann arbeitete unter fünf Oberbürgermeistern.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, Hoffmanns Tod sei „ein sehr großer Verlust für die Stadt“. Sein Wirken sei „allseits respektiert, anerkannt und beachtet. Er wird in dieser Stadt nie vergessen.“

„Mit Hoffmann verlieren wir einen der bedeutendsten Kulturpolitiker nicht nur Frankfurts, sondern der ganzen Bundesrepublik“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). „Er war ein besonderer Mensch. Ich bin sehr traurig und werde seinen Rat vermissen.“

Hessens Kulturminister Boris Rhein (CDU) sagte: „Hilmar Hoffmann war eine Legende. Er hat als Kulturdezernent Maßstäbe gesetzt und die Kulturlandschaft Frankfurts maßgeblich geprägt.“ Die Nachricht von seinem Tod habe ihn „tief erschüttert“.

Der Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Michael Boddenberg, sagte: „Hilmar Hoffmann hat über Parteigrenzen hinweg großen Respekt und hohe Anerkennung genossen.“ Was er geleistet habe, „bleibt auch weit über seinen Tod hinaus ein Zeugnis seines Wirkens“.

Der Kulturpolitiker war von 1993 bis 2010 auch Vorsitzender des Programmbeirates von HIT RADIO FFH. „Hoffmann war stets sein Engagement für alle Sparten der Kultur wichtig - von den Museen und Theatern bis hin zur Alltags-Kultur für die Bürger, zu denen er selbstverständlich auch das Radio zählte“, sagte Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth.

„Hilmar Hoffmann hat mit klarem sozialdemokratischem Kompass den Anspruch „Kultur für alle“ formuliert. Kultur nicht als Sache von Eliten, sondern als Angebot an alle Menschen, das war auf seine Weise revolutionär“, sagte der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel. „Für ihn galt die Forderung „mehr Demokratie wagen“ auch auf dem Gebiet der Kultur. Dieser Anspruch bleibt Maßstab unseres Handelns.“

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