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Umbau

Landtag streitet um Haus der Kunst

Architekt Chipperfield schlägt vor, das Museum als Zeugnis der NS-Zeit sichtbar zu machen. Sepp Dürr sagt: „Das ist absurd.“

Der Grünen Abgeordnete Sepp Dürr Foto: Inga Kjer/Archiv
Der Grünen Abgeordnete Sepp Dürr Foto: Inga Kjer/Archiv

München.Der britische Architekt David Chipperfield hat mit seinen Sanierungsplänen für das Haus der Kunst in München bei SPD und Grünen für Unmut gesorgt. „Es ist doch absurd, das Gebäude wieder so anzuschauen, wie es die Nazis gewollt haben. Ich kann nicht einfach die Bäume wegrasieren und so tun, als wenn nichts passiert wäre“, sagte Sepp Dürr (Grüne) am Mittwoch im Kunstausschuss des Münchner Landtags. „Ich möchte diesen Bruch haben, möchte den auch architektonisch spüren. Ich möchte die demokratische Antwort dort spüren“, sagte auch Georg Rosenthal (SPD). Im Haus der Kunst hatten die Nationalsozialisten ihre Auffassung von deutscher Kunst zelebriert.

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle sagte bei der Vorstellung der Pläne im Landtag, dem Hotspot zeitgenössischer Kunst solle der Umbau auch zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. „Die Sanierung des Hauses der Kunst ist dringend“, machte der Minister deutlich.

Für Fragen nach dem Umgang mit Geschichte biete der Entwurf des Architekturbüros Chipperfield nach Spaenles Meinung einen geeigneten Ansatz, um den Komplex zu sanieren und ihm im Westflügels neue Nutzungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die Vorstudie eröffne die große Chance zu einem demokratischen Diskurs über die Funktion des des historisch aufgeladenen Gebäudes und seine innovative Rolle.

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