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Schulen

Lernen in letzter Minute? Psychologe gibt Tipps vorm Abi

Für fast 40 000 Gymnasiasten in Bayern geht die Schulzeit dem Ende entgegen. Kommende Woche beginnen die Abiturprüfungen. Ein Experte hat Tipps gegen Nervenflattern parat.

Ein Schild mit der Aufschrift „Abitur Bitte Ruhe!“ hängt im Gang eines Gymnasiums. Foto: Thomas Warnack/Archiv

München.Für 39 000 Schüler im Freistaat beginnen am Mittwoch (2. Mai) die Abiturprüfungen. Los geht es mit Mathematik. Es folgen zwei weitere schriftliche Prüfungen in einem naturwissenschaftlichen Fach oder einer Fremdsprache sowie in Deutsch. Im Juni müssen sich die Gymnasiasten noch mündlich beweisen. Kultusminister Bernd Sibler (CSU) empfiehlt, ausgeschlafen und mit einem guten Frühstück in den Tag zu starten. Der Schulpsychologe Benedikt Wisniewski von der Staatlichen Schulberatungsstelle in Regensburg rät zudem von Lernen in letzter Minute ab: Das steigere die Nervosität und bringe in der Regel nichts.

Aufregung vor einer Prüfung könne unterschiedliche Ursachen haben, sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur. Manche Schüler seien aufgeregt, weil sie sich nicht ausreichend vorbereitet fühlen, manche hätten Blockaden in Prüfungssituationen trotz guter Vorbereitung. „Wieder andere legen sehr hohe, zum Teil überzogene oder unrealistische Maßstäbe an sich selbst an.“ In der Regel hätten die Schüler durch jahrelange Prüfungserfahrung Strategien entwickelt, um mit Stress umzugehen. „Grundsätzlich gilt: Was die letzten acht Jahre geklappt hat, wird jetzt nicht plötzlich schief gehen.“

Bei morgendlichem Nervenflattern sei es sinnvoll, zusätzlichen Stress zu vermeiden, sagt Wisniewski. Zum Beispiel: in Ruhe frühstücken und rechtzeitig zur Schule gehen. Die Schüler sollten es auch vermeiden, mit Klassenkameraden über die Prüfungen zu reden. „Hier ist die Gefahr groß, dass man sich nur gegenseitig hochschaukelt.“

Hilfreich sei, Aufregung nicht negativ zu sehen. „Personen, die in Prüfungen durch ihre Aufregung stark beeinträchtigt sind, sagen sich selbst "Ich bin aufgeregt, deshalb werde ich scheitern". Personen, die Prüfungen gut meistern, sagen sich "Aufregung ist normal und macht mich sogar leistungsfähig."“ In einem Zustand mittlerer Aufregung sei man am leistungsfähigsten.

Den Eltern rät der Psychologe, Zuneigung und Wertschätzung von schulischer Leistung zu trennen. Sie könnten zeigen: „Du bist unser Kind und wir lieben dich unabhängig von deiner Abiturnote“. Gerade in der heißen Phase vor Prüfungen tendierten viele Eltern dazu, etwas anderes zu signalisieren - oft unbewusst.

Letztlich bedeuteten Abiturprüfungen auch für Lehrer erhöhten Stress. Nicht nur wegen des Korrekturaufwandes, sondern auch, weil sie sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst seien. „Es ist ja auch etwas ganz Besonderes, junge Menschen zum Abitur zu führen.“

Wie im vergangenen Jahr werden die schriftlichen Abiturprüfungen Aufgaben oder Aufgabenteile enthalten, die gemeinsam mit allen anderen Bundesländern entwickelt und abgestimmt worden sind, wie das Kultusministerium mitteilte. Das soll zu einer besseren Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse in Deutschland beitragen. Offiziell beendet ist ihre Schulzeit für die Abiturienten am 29. Juni mit der Zeugnisverleihung.

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