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Industrie

Linde mit höherem Gewinn auf Fusionskurs

Der Gasekonzern Linde sieht sich weiter auf Kurs zum Zusammenschluss mit Praxair. Zusammen planen sie jetzt den Ausschluss der Minderheitsaktionäre. Das Interesse an Unternehmensteilen, die aus Kartellgründen abgegeben werden müssen, sei groß, sagt der Chef.

Das Logo des Industriegaskonzerns Linde ist an einem Verwaltungsgebäude der Linde AG zu sehen. Foto: Matthias Balk/Archiv
Das Logo des Industriegaskonzerns Linde ist an einem Verwaltungsgebäude der Linde AG zu sehen. Foto: Matthias Balk/Archiv

München.Der Industriegasekonzern Linde steuert mit steigenden Gewinnen auf die Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair zu. Der starke Euro machte Linde zwar ebenso zu schaffen wie dem französischen Weltmarktführer Air Liquide - der Umsatz der Münchner sank im ersten Quartal um acht Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. Höhere Gewinnmargen in Europa und Asien ließen das Betriebsergebnis aber um vier Prozent auf 1,1 Milliarden Euro klettern.

Der Münchner Traditionskonzern und Praxair wollen sich zum größten Industriegasehersteller der Welt zusammenschließen, mit 80 000 Mitarbeitern und 28 Milliarden Euro Jahresumsatz würden sie ein Viertel des Weltmarkts beherrschen. Die Genehmigung der EU-Kommission und der US-Kartellwächter steht noch aus. Vor allem in Amerika werden Linde und Praxair Firmenteile verkaufen müssen. Die Gespräche mit den Behörden und parallel dazu mit potenziellen Käufern liefen. „Das Interesse von Käufern ist stark“, sagte Linde-Chef Aldo Belloni.

Beide Unternehmen rechnen weiter mit der Fusion im zweiten Halbjahr. Sie haben sich aber einen Rückzieher vorbehalten für den Fall, dass sie mehr als 3,7 Milliarden Euro Umsatz abgeben müssten.

Nach dem Zusammenschluss zur neuen, von den USA aus geführten Linde plc wollen die Partner die verbleibenden Minderheitsaktionäre der alten Linde AG gegen eine Barabfindung ausschließen. Sie hätten dieses Squeeze out am Mittwoch vereinbart, um die künftige Konzernstruktur zu vereinfachen, teilte Linde mit. Etwa 92 Prozent der Linde-AG-Aktionäre haben ihre Anteile bereits zum Umtausch in Anteile der neuen Linde plc angedient. Eine letzte außerordentliche Hauptversammlung der Linde AG soll das Herausdrängen der Minderheitsaktionäre absegnen.

Die neue Linde plc soll von Praxair-Chef Steve Angel aus den USA heraus geführt werden. Die IG Metall befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten. Da die Aktionäre bereits zugestimmt haben, kann die Fusion nur noch an zu hohen Auflagen oder dem Veto der Kartellbehörden scheitern.

Praxair legt seien Quartalszahlen am Donnerstag vor. Konkurrent Air Liquide musste im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 3 Prozent auf 5 Milliarden Euro hinnehmen. Die Linde AG peilt für das Gesamtjahr mindestens stabile Zahlen, bestenfalls einen leichten Umsatz- und Ergebniszuwachs an.

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