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Verkehr

Lkw brauchen mehr Parkplätze

Überfüllte Rast- und Parkplätze an den Autobahnen sind ein großes Problem. Bayern bemüht sich gerade um Abhilfe.
Von Lisa Pfeffer

Auf Raststätten und Autobahnparkplätzen ist zu wenig Platz für die vielen Lkw. Mit verschiedenen Projekten soll gegengesteuert werden. Foto: dpa
Auf Raststätten und Autobahnparkplätzen ist zu wenig Platz für die vielen Lkw. Mit verschiedenen Projekten soll gegengesteuert werden. Foto: dpa

Regensburg.Fernfahrer wissen häufig nicht mehr wohin: Sie wollen übernachten oder müssen dringend eine Ruhepause einlegen – finden aber keinen Parkplatz. Die Rastanlagen sind überfüllt, ebenso die Parkplätze an den Autobahnen. In höchster Not stehen die Brummis dann auch schon mal mit eingeschalteter Warnblinkanlage direkt in der Einfahrt. Pkw-Fahrer mit einem dringenden Bedürfnis haben dann halt Pech gehabt.

Der Lastwagenverkehr auf den Autobahnen wird noch weiter anwachsen. Deshalb baut der Freistaat das Angebot an Stellplätzen jetzt aus: Auf den Autobahnen 8 und 9 werden noch in diesem Jahr neue Parkmöglichkeiten geschaffen.

„Was an den Raststätten nachts los ist, ist oft der Wahnsinn. Der Ausbau geht zu langsam“

Markus Rinderspacher, SPD-Fraktionschef

Die SPD fordert das nach eigenen Worten seit Jahren: „Was an den Raststätten nachts los ist, ist oft der Wahnsinn. Der Ausbau geht zu langsam“, kritisiert SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher.

Falsch parken auf der Autobahn kann teuer werden

Bei der Verkehrspolizei Regensburg ist die Dringlichkeit dieses Problems ebenfalls längst erkannt. „Die Parkplätze neben der Autobahn sind voll, also stellen sich die Lkw mit Warnblinklicht in die Einfahrt um Pause zu machen“, berichtet Anita Weinfurter von der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg. Wer das tut, muss mit einem Bußgeld rechnen: Die Ordnungswidrigkeit „Parken auf der Autobahn“ kostet 98,50 Euro. „Und das ahnden wir auch. Wer sich in so eine Einfahrt stellt, schafft einen Unfallherd“, sagt Weinfurtner. Die Zahlen bestätigen es: Zwischen 2013 und 2016 gab es im Zuständigkeitsbereich sieben Unfälle durch verkehrswidrig abgestellte Lastwagen, fünf Menschen wurden verletzt. Der Sachschaden belief sich insgesamt auf 380 000 Euro.


Bereits seit 2008 gibt es ein Ausbauprogramm

Noch in diesem Jahr sollen an den hochbelasteten Autobahnen 8 und 9 rund 100 weitere Lkw-Stellplätze fertiggestellt werden, wie eine Sprecherin des Verkehrs- und Bauministeriums in München mitteilte. „Wir wissen, dass der Güterverkehr auch in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Deshalb werden wir den Ausbau und Neubau auch weiter vorantreiben. Der Neu- und Ausbau von Rastanlagen ist dringend notwendig – aber das Thema ist nicht unbedingt neu“, teilte die Ministeriumssprecherin mit. „Bereits 2008 haben wir ein Ausbauprogramm zur Erweiterung von Lkw-Stellflächen aufgestellt.“

In den Jahren bis 2017 seien mehr als 100 Rastanlagen mit Parkplätzen in Bayern erweitert oder neu gebaut worden. So seien mehr als 4000 zusätzliche Abstellflächen für Lastwagen geschaffen worden, die Gesamtzahl liege nun bei rund 9000. Die Zahl bezieht sich auf öffentliche Stellplätze. Stellflächen der Hotels und privaten Rastanlagen sind darin nicht miteingerechnet. Verschiedene Projekte sollen in den kommenden Jahren für weitere Entspannung sorgen.

Zwei Pilotprojekte

  • „Kolonnenparken“:

    Das Ziel ist, durch intelligente Parkraumverdichtung zusätzlich Stellplätze zu schaffen. Hierbei berechnet der jeweilige Algorithmus eine nach Abfahrtszeiten optimierte Lkw-Parkreihung, so dass dicht geparkt werden kann.

  • „Kompaktparken“:

    Dieses System befindet sich an der A 3 auf der Rastanlage Jura West bereits in Betrieb. Das Pilotprojekt zum Kolonnenparken an der A93 Süd auf der Rastanlage Inntal West befindet sich gerade im Aufbau.

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