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Kirche

Marx ruft in Wahlkampf-Zeiten zum verbalen Abrüsten auf

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat für den anstehenden Bundestagswahlkampf zu Fairness in der politischen Diskussion aufgerufen. „Wir sagen: Verbal bitte mal abrüsten! In jeder politischen Auseinandersetzung muss es fair zugehen“, sagte Marx den „Nürnberger Nachrichten“ (Montag). „Man darf nicht den Stil von Scharfmachern und Fundamentalisten übernehmen. Man kann auch Erfolg haben mit Sachlichkeit und Respekt.“

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx. Foto: Andreas Gebert/Archiv
Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx. Foto: Andreas Gebert/Archiv

München.Zugleich warnte Marx indirekt vor den Methoden des designierten US-Präsidenten Donald Trump: „Wenn etwa über Kurznachrichten auf Twitter große Politik gemacht wird, da setze ich doch große Fragezeichen“, sagte der Kardinal. Dies sei nicht öffentlicher Diskurs, der weiterführe.

Mit Blick auf die Meinungsvielfalt in den Gemeinden und das Verhältnis der katholischen Kirche zur AfD sagte Marx, es gebe eine gewisse Bandbreite des politischen Engagements, aber es gebe auch eine „rote Linie“, die nicht überschritten werden dürfe – „zum Beispiel bei Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der eigenen Nation, bei Rassismus, Antisemitismus, bei Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt, auch bei der Art und Weise, wie wir miteinander reden. Wo grob vereinfacht wird, wo Parolen zur Feindschaft beitragen – da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein“, sagte Marx.

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