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Mehr Corona-Reihentests in Bayern

Mitarbeiter in Sozialberufen werden in Bayern bald mehr getestet. Theater und Kinos im Freistaat dürfen am 15. Juni öffnen.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt zu Beginn der Kabinettssitzung an seinem Platz im Kuppelsaal der Bayerischen Staatskanzlei. Die wöchentliche Kabinettssitzung ist in den geräumigen Kuppelsaal verlegt worden, um mehr Abstand voneinander einhalten zu können zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Foto: Peter Kneffel/dpa
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt zu Beginn der Kabinettssitzung an seinem Platz im Kuppelsaal der Bayerischen Staatskanzlei. Die wöchentliche Kabinettssitzung ist in den geräumigen Kuppelsaal verlegt worden, um mehr Abstand voneinander einhalten zu können zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Foto: Peter Kneffel/dpa Foto: Peter Kneffel/picture alliance/dpa

München.Wochenlang lag das kulturelle Leben in Bayern wegen der Corona-Pandemie nahezu brach. Am 15. Juni geht es nun wieder los. Theater und Kinos dürfen dann unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen wieder öffnen. Auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen seien wieder möglich, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Das Konzept dafür sieht vor, dass sich bis zu 50 Besucher in geschlossenen Räumen aufhalten dürfen. Im Freien sollen es 100 Gäste sein.

Für den Pflegebereich kündigte Söder mehr Tests an. Alle Mitarbeiter, Patienten und Bewohner in Bayerns Kliniken, Pflege- und Altenheimen sollen künftig regelmäßig auf Corona-Infektionen getestet werden. Es gebe jetzt hier eine klare Priorität, gleichzeitig bleibe es aber bei Tests auf freiwilliger Basis, sagte Söder. Auch das Personal in Kindergärten und Schulen soll künftig mehr Möglichkeiten für freiwillige Tests erhalten, dadurch werde sich die „Akzeptanz für Schulen und Kindergärten deutlich erhöhen“.

Wer Symptome habe, bekomme die Garantie, dass er binnen 24 Stunden getestet werde, sagte Söder. Innerhalb weiterer 24 Stunden solle dann das Ergebnis vorliegen. Tests ohne Vorliegen von Symptomen sollen innerhalb von 48 Stunden erfolgen, das Ergebnis soll dem Ministerpräsidenten zufolge dann spätestens in einer Woche vorliegen.

Söder will Vorrat an Schutzkleidung anlegen

Bayern will sich als Reaktion auf die Corona-Pandemie einen Vorrat an Schutzkleidung zulegen. Bei einer zweiten Welle dürfe man nicht an den Punkt kommen, an dem man nicht wisse, ob es genug Material gebe, sagte Söder am Dienstag in München. Nach einer aktuellen Materialbilanz verfüge der Freistaat derzeit über fast 150 Millionen Schutzmasken. Künftig werde man verpflichtend eine Notreserve anlegen, die für sechs Monate reichen müsse. Söder sprach von 250 Millionen Masken, 500 Millionen Handschuhen und 60 bis 70 Millionen Schutzkitteln, die ständig verfügbar sein sollen.

Angesichts des zunehmenden Auseinanderdriftens der Bundesländer bei den Anti-Corona-Schutzmaßnahmen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mehr Macht für den Bund beim Infektionsschutz. „Ehrlicherweise glaube ich, wäre es besser, wenn der Bund da mehr verbindliche rechtsnormative Kraft hätte, als das jetzt der Fall ist“, sagte Söder.

Er sei zwar überzeugter Föderalist, aber an dieser Stelle wäre eine stärkere Führung des Bundes „sehr hilfreich“ – moralisch, aber auch rechtlich, betonte der CSU-Chef. Der aktuelle Wettlauf der Länder habe das Vertrauen der Bürger nicht gestärkt. Eine Ministerpräsidentenkonferenz hält Söder als derzeitiger Vorsitzender der Runde nicht für sinnvoll. Im Moment würde dies wenig bringen, sagte er.

Wenige Infizierte nach Massentests an Schlachthöfen

Bei Corona-Reihenuntersuchungen an allen 51 großen Schlachthöfen in Bayern sind bislang nur wenige Infektionen festgestellt worden. „Mittlerweile liegen Testergebnisse für mehr als 5100 Mitarbeiter an 46 großen bayerischen Schlachthöfen vor, darunter waren nur zehn weitere positiv“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag in München. „Die restlichen Tests sollen im Laufe dieser Woche abgeschlossen und ausgewertet sein.“

Nachdem bei einer Firma im niederbayerischen Bogen mehrere Mitarbeiter mit Sars-CoV-2 infiziert waren, hatten die Behörden an diesem Betrieb – aber auch den 50 weiteren Schlachthöfen im Freistaat – Massentests angeordnet. In Bogen waren laut Ministerium bislang 92 Mitarbeiter positiv getestet worden. Bundesweit hatte es bei mehreren Firmen zahlreiche infizierte Mitarbeiter gegeben.

Huml erklärte: „Die bisher vorliegenden Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass kein erneuter Lockdown für die Allgemeinbevölkerung in einer der betroffenen Regionen notwendig ist, um diese zu schützen.“ Denn die möglichen Kontaktpersonen ließen sich aufgrund der überschaubaren Anzahl an Infizierten gezielt ermitteln. „Damit besteht die Möglichkeit, die Infektionsketten zu durchbrechen.“

Fitnessstudios und Freibäder dürfen am 8. Juni öffnen

Freibäder und andere Sportangebote wie Fitnessstudios und Tanzschulen dürfen in Bayern am 8. Juni wieder öffnen. Öffnen dürfen dann Freibäder und Außenanlagen von Badeanstalten, also etwa Außenbereiche von Schwimmbädern, Kureinrichtungen und Hotels. Innenbereiche von Schwimmbädern müssen dagegen geschlossen bleiben.

Erlaubt wird dann auch wieder das Training von Mannschaftssportarten – wobei der Outdoor-Trainingsbetrieb in Gruppen von bis zu 20 Menschen zulässig ist. Auch Indoor-Sportstätten dürfen wieder öffnen. Für „kontaktlos ausführbare Sportarten im Freien“ ist laut Kabinettsbeschluss der Wettkampfbetrieb wieder zulässig.

Tanzschulen dürfen ebenfalls am 8. Juni wieder öffnen, für kontaktlosen Tanz sowie für Paartanz mit einem festen Tanzpartner.

Söder warnte zudem vor einem Paradigmenwechsel im Kampf gegen das Coronavirus. „Wer glaubt, Corona verschwindet langsam, ist im besten Falle naiv“, sagte er. „Corona bleibt tödlich.“ (dpa)

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