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Bildung

Mehr Medienkompetenz in Schulen

Digitales Medienwissen wird für Lehrer immer wichtiger. Beim Landesmedientag informierten sich Pädagogen im MZ-Verlagshaus.
Von Dagmar Unrecht, MZ

Facebook, Instagram oder doch lieber WhatsApp? Beim Lehrermedientag im MZ-Verlagshaus hatten die rund 60 teilnehmenden Pädagogen Gelegenheit, ihr eigenes Medienverhalten zu reflektieren. Foto: Unrecht
Facebook, Instagram oder doch lieber WhatsApp? Beim Lehrermedientag im MZ-Verlagshaus hatten die rund 60 teilnehmenden Pädagogen Gelegenheit, ihr eigenes Medienverhalten zu reflektieren. Foto: Unrecht

Regensburg.Kinder und Jugendliche nutzen täglich soziale Medien. Sie chatten, surfen, posten, spielen oder schauen Videos. Viele Stunden verbringen junge Menschen dabei am Smartphone. In der Schule, eigentlich ein Ort des Lernens, ist der Umgang mit Medien aber meist nur am Rande ein Thema. Wie können Lehrkräfte ihren Schülern Medienkompetenz vermitteln? Welchen Quellen kann ich trauen? Welche aktuellen Trends gibt es im Internet? Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich am Mittwoch eine Fortbildungsveranstaltung im MZ-Medienhaus, an der rund 60 Lehrkräfte aus der ganzen Region teilnahmen. Sie hörten Vorträge von MZ-Redaktionsleitern, vom Social-Media-Verantwortlichen unseres Medienhauses und einer externen Medienpädagogin. Der „Lehrermedientag“ fand erstmals zeitgleich in insgesamt 16 bayerischen Medienhäusern statt.

Esther Christmann vom Amt für Jugend und Familie in Regensburg erläuterte in ihrem Vortrag, welche Herausforderungen digitale Medien für Jugendliche, aber auch für Erwachsene mit sich bringen. Es sei wichtig, Hintergrundwissen zu vermitteln, damit junge Menschen nicht alles kritiklos hinnehmen, womit sie in den sozialen Medien konfrontiert sind. „Nachrichten von Werbung zu unterscheiden, ist eine wichtige Kompetenz“, betonte die Medienpädagogin. Zum Beispiel wirkten viele Fotos auf Instagram wie zufällig entstandene Schnappschüsse. „Dabei steckt viel Zeit und auch eine bestimmte Absicht dahinter.“ Kein Social-Media-Star poste zufällig, so Christmann. „Das verstehen viele Jugendliche nicht.“ Sie ermunterte die Lehrer, im Unterricht die Mediennutzung der jungen Leute kritisch zu hinterfragen – und sich zum Beispiel einmal zusammen mit den Schülern anzuschauen, wie viele WhatsApp-Nachrichten innerhalb einer Woche auf deren Smartphones ankommen.

Die Vorträge der Referenten beim Lehrermedientag beschäftigten sich auch mit den Herausforderungen der sozialen Netzwerke. Foto: Unrecht
Die Vorträge der Referenten beim Lehrermedientag beschäftigten sich auch mit den Herausforderungen der sozialen Netzwerke. Foto: Unrecht

Manuela Schwendtner, die am Beruflichen Schulzentrum Amberg unterrichtet, nickt bei Esther Christmanns Vortrag immer wieder zustimmend. Als Deutschlehrerin versuche sie ihren Schülern zu vermitteln, wie man seriöse Quellen im Internet erkennt, erzählt sie. „Im Unterricht fehlt dafür aber oft die Zeit.“ Das bestätigt auch Eveline Parzefall, Deutsch- und Religionslehrerin an einer Realschule im niederbayerischen Plattling, die ebenfalls am MZ-Medientag teilnimmt. „Medienbildung ist für unsere Demokratie wichtig“, findet sie. Schüler sollten in der Lage sein, Fake News zu erkennen. Wie viel Medienkompetenz in der Schule vermittelt werde, hänge aber oft vom Engagement des einzelnen Lehrers ab, bedauert sie.

Aber auch Eltern spielen laut Esther Christmann eine wichtige Rolle bei der Medienerziehung. Oft seien sie unsicher. Die Medienpädagogin empfiehlt, mit Kindern zu reden, wenn diese mit gefährlichen oder bedrohlichen Inhalten im Internet in Berührung kommen. Jugendschutzfilter funktionierten nicht ausreichend, Einschränkungen seien schwierig. „Es gibt kein Rundrum-Sorglos-Paket“, so Christmann. Darüber hinaus seien Erwachsene beim Thema Smartphone oft keine guten Vorbilder. „Phubbing“ heißt zum Beispiel die Unsitte, während eines Gesprächs auf ein Handy zu schauen und sein Gegenüber zu ignorieren. „Das machen auch sehr viele Erwachsene.“

Die Mittelbayerische Zeitung bietet seit Jahren die Medienprojekte „Zeitung in der Schule“ und „Zeitung in der Grundschule“ an. Teilnehmende Lehrkräfte und ihre Klassen bekommen dabei die MZ kostenlos geliefert. Auch Unterrichtsmaterial wird zur Verfügung gestellt. Interessenten können sich dafür bei unserem medienpädagogischen Partner anmelden unter: IZOP-Institut, Heidchenberg 11, 52076 Aachen-Hahn, Tel. (0 24 08) 5 88 90, E-Mail-Adresse: izop@izop.de

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