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Rotlichtmilieu

Mit Bordell-Besuchen Beamte bestochen?

Der Betreiber mehrerer Tabledance-Bars soll bei der Aufenthaltserlaubnis für seine Tänzerinnen nachgeholfen haben.

In einer Tabledance-Bar tanzt eine Frau — der Besitzer mehrerer Bars in Bayern soll Beamte mit Geschenken bestochen haben.

Kempten. Ein 46 Jahre alter Betreiber von sogenannten Tabledance-Bars in Nürnberg und im Allgäu muss sich ab heute (29. September) vor dem Schöffengericht in Kempten verantworten. Er soll sechs Mitarbeiter des Landratsamtes Oberallgäu und darüber hinaus einen Polizisten in Nürnberg bestochen haben. Dem Mann werden Bestechung und Vorteilsgewährung vorgeworfen. Ebenfalls vor Gericht stehen sechs Mitarbeiter des Sonthofener Ausländeramtes.

Fast vier Jahre lang, von 2005 bis 2009, soll der Barbetreiber Ausländeramtsmitarbeiter mit Geschenken bestochen haben. Dabei habe es sich im wesentlichen um Konditoreiprodukte gehandelt, sagte ein Kemptener Amtsgerichtssprecher. Auch Eintrittskarten für die Fußball-WM 2006 und Verzehrgutscheine für das Oktoberfest soll es für die Sonthofener Behördenmitarbeiter gegeben haben. Als Gegenleistung hätten die rumänischen und ukrainischen Tänzerinnen des Tabledance-Chefs Aufenthaltsgenehmigungen erhalten.

Aufgeflogen sind die angeblichen Bestechungen durch Ermittlungen im Nürnberger Rotlichtmilieu. Nach Auskunft eines Nürnberger Justizsprechers soll der 46-Jährige im Raum Nürnberg in mindestens 70 Fällen einen Polizisten bestochen haben, unter anderem mit freiem Eintritt in seine Bars und in Bordelle. Der Fall in Nürnberg wird erst noch verhandelt. Außerdem war der gleiche Mann vom Amtsgericht Augsburg bereits im Juni zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden, wegen des Bankrotts der Tanzbars. Dieses Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Das Urteil im Kemptener Verfahren wird am 13. Oktober erwartet.

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