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Kriminalität

Monika Frischholz: Knochenteile entdeckt

Die Ermittler setzten die Suche bei Waldkirch fort. Ungeklärt ist, ob gefundene Knochenteile von einem Menschen stammen.

  • Die Polizei hat eine tiefe Grube am Waldrand ausgehoben. Foto: Stöcker-Gietl
  • Die Polizei sucht am Dienstag weiter nach Monika Frischholz. Foto: Stöcker-Gietl

Waldkirch.Die Polizei sucht weiter mit rund 20 Einsatzkräften in einem Waldstück bei Waldkirch (Lkr. Neustadt/Waldnaab) nach der seit 1976 verschwundenen Schülerin Monika Frischholz aus Flossenbürg. Am Montag waren bei den Grabungsarbeiten kleine Knochenteile gefunden worden, wie Polizeisprecher Florian Beck am Dienstagnachmittag bestätigte. Bislang könne man nicht sagen, ob es sich um menschliche Knochen oder die Überreste eines Tieres handelte. „Dafür sind weitere rechtsmedizinische Untersuchungen notwendig, die Wochen dauern können“, so Beck. Weiterhin ist auch unklar, in welchem Zusammenhang ein am Montag ausgegrabenes Autowrack, ein dunkelgrüner VW Käfer, mit einem möglichen Verbrechen steht. Inzwischen wurde ein Kennzeichen gefunden, das auf einen ehemaligen Halter in der Region hindeutet.

Die Reste eines VW Käfers liegen auch am Dienstag noch an der Fundstelle. Die Polizei hatte sie über Nacht bewacht. Foto: Foto: Armin Weigel
Die Reste eines VW Käfers liegen auch am Dienstag noch an der Fundstelle. Die Polizei hatte sie über Nacht bewacht. Foto: Foto: Armin Weigel

Die Polizei arbeitete sich am Dienstag mit drei Baggern weiter zum sogenannten Mutterboden vor. Es handelte sich offenbar um eine illegale Müllabladestelle, in der in der Vergangenheit die Menschen verschiedenste Dinge entsorgten. Mit Rechen bearbeitete die Polizei das Aushubmaterial, in der Hoffnung Spuren, die auf Monika Frischholz hindeuten, zu finden. Auch mit Sieben wurde das Material überprüft.

Es gibt weitere verfüllte Flächen in dem Waldstück, an denen nun gegraben werden soll. Es könnte auch noch weitere Tage dauern, bis die Arbeiten abgeschlossen seien, sagte Polizeisprecher Beck. Möglicherweise werde die Suche nächste Woche fortgesetzt. Aber das ist noch nicht entschieden.

Die Polizisten begutachten einen Aufkleber am Autowrack. Foto: Stöcker-Gietl
Die Polizisten begutachten einen Aufkleber am Autowrack. Foto: Stöcker-Gietl

Bisher habe man etwa zwei Meter tief gegraben, sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe Armin Bock. Es seien aber auch noch an anderen Stellen Aufschüttungen entdeckt worden, die man möglicherweise noch untersuchen werde. Am Dienstag nahm die Polizei einen Aufkleber am gefundenen VW Käfer in Augenschein. „Rettet die Zärtlichkeit“ ist dort zu lesen.

In Flossenbürg hoffen indes die Bürger, dass der Fall, der die Menschen nie losgelassen hat, nun endlich geklärt werden kann. Bürgermeister Thomas Meiler sagt, dass es im Dorf noch viele Menschen gebe, die das Mädchen persönlich kannten.

Verbrechen

Frischholz: Wird hier ein Mord geklärt?

An einem Waldrand bei Georgenberg sucht die Polizei die sterblichen Überreste der vor fast 43 Jahren verschwundenen Frau.

Monika Frischholz ist vor beinahe 43 Jahren verschwunden. Den bisherigen Ermittlungen zufolge verließ die Schülerin am 25. Mai 1976 nachmittags ihr Elternhaus. Durch Zeugenaussagen aus der damaligen Zeit, aber auch durch neue Hinweise, konnte die Polizei den Fußweg des Mädchens in Teilen nachverfolgen und einen Ort südlich von Flossenbürg – der Grenze zu Tschechien – ausmachen, an dem die vermisste Schülerin begraben liegen könnte.

Weitere Bilder von den Grabungen sehen Sie im Video:

Es gibt eine neue Spur im Fall „Monika Frischholz“.

Nähere Auskünfte über die Erkenntnisse, die zum Grabungsort geführt haben, teilte die Polizei mit Blick auf das laufende Verfahren nicht mit.

10 000 Euro Belohnung im Fall Frischholz ausgesetzt

„Wir wissen noch nicht, was uns erwartet“, hatte Kriminalhauptkommissar Armin Bock vor Beginn der Grabungen gesagt. „Egal jedoch, wie diese erste Untersuchung verlaufen wird: Wir werden nicht aufgeben!“ Primäres Ziel sei für alle beteiligten Einsatzkräfte das allem Anschein nach getötete Mädchen zu finden, sagte Bock.

Impressionen vom Fundort des Autos sehen Sie in unserer Bilderstrecke:

Suche nach der vermissten Monika Frischholz

Die vom Bayerischen Landeskriminalamt ausgesetzte Belohnung für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, in Höhe von 10 000 Euro soll nach wie vor motivieren, Informationen an die Polizei weiter zu geben. Zeugen, die sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, werden um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Mordes unter der Rufnummer 0961/401-291 gebeten. Jeglicher noch so kleine Hinweis kann weiterhin für die Ermittler von großer Bedeutung sein.

Gerüchte in Flossenbürg „kamen und gingen“

Der Bürgermeister der Gemeinde Flossenbürg hofft, dass der Fall Frischholz nach fast 43 Jahren aufgeklärt wird. Die Diskussionen um das Verschwinden der Zwölfjährigen hätten in dem Ort nie geendet, sagte Thomas Meiler (CSU) am Dienstag. Das sei bedrückend gewesen. „Jetzt sehen die Menschen Licht am Horizont und hoffen, mit dem Thema abschließen zu können.“

Im Dorf gebe es noch viele Menschen, die Monika und deren Familie persönlich kannten. Das Verschwinden des Mädchens habe die Leute immer beschäftigt. Er selbst habe die Schülerin nicht persönlich gekannt, sagte Meiler, der mit 49 Jahren etwas jünger ist, als es Monika heute wäre. Jedoch könne er sich an die Zeit ihres Verschwindens gut erinnern. Es habe damals geheißen, Kinder sollten vorsichtig sein, wenn sie rausgehen und in kein Auto einsteigen.

Natürlich habe es auch immer Spekulationen um das vermisste Mädchen gegeben. „Gerüchte kamen und gingen.“ Auch das habe auf die Stimmung gedrückt. Flossenbürg sei ein beschaulicher Ort, in dem quasi jeder jeden kenne. Schade sei, dass die Angehörigen von Monika die mögliche Aufklärung des Falles nicht mehr erleben. Ihre Eltern sind schon länger tot, ihr Bruder starb Anfang dieses Jahres. (is/ri/dpa)

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