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Kriminalität

Monika Frischholz: Was wir bisher wissen

Seit 1976 fehlt von der damals Zwölfjährigen aus Flossenbürg jede Spur. Am Montag gräbt die Polizei erneut bei Waldkirch.
Von Isolde Stöcker-Gietl und Andrea Rieder

Monika Frischholz wird seit fast 43 Jahren vermisst. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Foto: Frischholz
Monika Frischholz wird seit fast 43 Jahren vermisst. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Foto: Frischholz

Was sind die jüngsten Entwicklungen in dem Fall?

Am Montag, 13. Mai, sucht die Polizei erneut nach der seit 1976 verschwundenen Monika Frischholz. Taucher durchsuchen ein kleines Gewässer bei Flossenbürg im Landkreis Neustadt/Waldnaab.

Was ging den aktuellen Suchmaßnahmen voran?

Der Suche mit Tauchern waren mehrere Grabungsmaßnahmen im April am Waldrand südlich von Waldkirch vorausgegangen. Die Ermittlungsgruppe Froschau wurde dabei von der Spurensicherung der Kripo Weiden, der Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes und einer technischen Einsatzeinheit der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus Nürnberg unterstützt. Die Grabungsstelle lag nur wenige Meter von der ersten Grabungsstelle entfernt.

Polizei

Monika Frischholz: Suche vorerst beendet

Die Ermittler haben am Montag weiter nach der Schülerin gegraben. Es haben sich aber keine neuen Erkenntnisse ergeben.

Warum wurde in der Nähe von Waldkirch gegraben? Welche Hinweise verfolgte die Polizei dort?

Die Polizei formulierte es sehr allgemein: Die Ermittlungen hätten zu diesem Ort geführt. Was konkret diese Ermittlungen waren, wurde nicht gesagt. Die Polizei wusste aber, dass sie an der Stelle auf ein Autowrack stoßen würde. Ob sie hoffte, darin die sterblichen Überreste von Monika zu finden, ist nicht bekannt. Es wurden jedenfalls Spuren gesichert, die nun nach und nach ausgewertet werden. Gesicherte Knochenfunde deuten wohl eher auf ein Tier hin. Inzwischen ist klar, dass es wohl keinen Zusammenhang zwischen der verschwundenen Schülerin und dem vergrabenen Auto gibt. Der Wagen wurde lediglich in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Verbrechen entsorgt. Der Halter des Wagens ist verstorben. Ob unter den Stofffetzen und weiteren sichergestellten Gegenstände wichtige Hinweise auf die Schülerin oder gar auf einen möglichen Täter waren, ist bislang nicht bekannt. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen dauern an.

Weshalb wurde eine Wohnung durchsucht?

Am Donnerstag, den 11. April, hat die Polizei eine Wohnung im Zusammenhang mit der 1976 verschwundenen Schülerin Monika Frischholz aus Flossenbürg durchsucht. Wie die Polizei mitteilte, habe sich bisher aber kein dringender Tatverdacht gegen eine Person ergeben. Auch eine Festnahme sei nicht erfolgt. Ob die Ermittler im Zusammenhang mit den Grabungen bei Waldkirch auf diese Spur kamen, bleibt zunächst offen. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit“ ausschließen kann die Polizei mittlerweile, dass der am Montag, den 8. April, ausgegrabene VW Käfer im Zusammenhang mit dem Verbrechen steht. Das Auto, das im Landkreis Neustadt/Waldnaab zugelassen war, wurde wohl 1976 in bereits schrottreifem Zustand mit anderen Abfallprodukten vergraben. Diese Vergrabung sei zeitlich nahe zum Verschwinden von Monika Frischholz erfolgt, heißt es in der Pressemitteilung. Bei dem ehemaligen Eigentümer des Käfers handelte es sich um einen inzwischen verstorbenen Mann aus der Region.

Kriminalität

Monika Frischholz: Wird Rätsel gelöst?

Die Schülerin verschwand vor fast 43 Jahren. Nun keimt Hoffnung auf, dass das Schicksal des Mädchens endlich geklärt wird.

Wann wurde Monika Frischholz zuletzt gesehen?

Seit dem 25. Mai 1976 – einem Dienstag – fehlt von der damals zwölfjährigen Monika Frischholz aus Flossenbürg jede Spur. Zuletzt gesehen wurde sie nach neusten Erkenntnissen gegen 15.30 Uhr im Bereich Ortsausgang Flossenbürg auf Höhe der Abzweigung nach Waldkirch. Monika Frischholz hatte gegen 15.15 Uhr ihr Elternhaus im Stieberweg verlassen und war Richtung Floßer Straße gegangen. Dort bog sie nach links ab und ging die Floßer Straße bis zur Abzweigung nach Waldkirch entlang. Die Strecke von Flossenbürg nach Waldkirch ist sehr kurvig, mit großer Steigung.

Wie sah Monika Frischholz zum Zeitpunkt ihres Verschwindens aus?

So sah Monika Frischholz zum Zeitpunkt ihres Verschwindens aus. Foto: Frischholz/Polizei
So sah Monika Frischholz zum Zeitpunkt ihres Verschwindens aus. Foto: Frischholz/Polizei

Monika Frischholz war 1,60 Meter groß und mittelschlank. Sie trug ihr dunkelbraunes bis schwarzes Haar halblang und war bekleidet mit einer dunkelgrünen, langen Hose, einem gelben, kurzärmeligen Pullover und einer rot-schwarz gemusterten Strickweste. Sie trug außerdem braune Halbschuhe.

Was ist Monika Frischholz laut Polizei zugestoßen?

Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass die Zwölfjährige ermordet worden ist. 2018 erhielt die Kripo Weiden einen neuen Zeugenhinweis, der diesen Verdacht nahelegt. Daraufhin wurde im Herbst 2018 die Ermittlungsgruppe Froschau unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Armin Bock gegründet. Fünf Kriminalbeamte untersuchten den Fall erneut und kamen zu dem Schluss, dass das Verschwinden von Monika Frischholz als Mordfall neu geprüft werden muss. Die Polizei ging mit den neuen Ermittlungen an die Öffentlichkeit und das Bayerische Landeskriminalamt setzte eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro aus für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen. Hinwiese werden auch weiterhin angenommen unter der Rufnummer (09 61) 40 12 91.

Erbrachten die neuen Ermittlungen neue Erkenntnisse?

Das Ortsschild von Flossenbürg: Hier verschwand 1976 die zwölfjährige Monika Frischholz. Foto: Armin Weigel/dpa
Das Ortsschild von Flossenbürg: Hier verschwand 1976 die zwölfjährige Monika Frischholz. Foto: Armin Weigel/dpa

Bis Januar 2019 gingen bei der Polizei 25 Hinweise ein. Die Ermittler sprachen von „wertvollen neuen Erkenntnissen“. Erstmals konnte der Weg von Monika Frischholz bis zum ehemaligen Steinbrunnen unmittelbar vor der Abzweigung nach Waldkirch rekonstruiert werden. Im Februar 2019 berichtete die Polizei dann von 35 neuen Hinweisen „mit wertvollen Ermittlungsansätzen“. Oberstaatsanwalt Bernhard Voit, der die Ermittlungen leitet, sagte damals: „Wir sind aufgrund unserer Ermittlungsarbeit und der heute gegebenen Techniken und Methoden zuversichtlich, auch nach der langen Zeit, den Ablageort von Monika Frischholz zu finden!“ Seit den Grabungsarbeiten sind wieder mehr als zehn neue Hinweise bei der Polizei eingegangen.

Hat ein gelbes Auto etwas mit dem Verschwinden von Monika Frischholz zu tun?

1976 berichtete ein Zeuge, dass Monika Frischholz im benachbarten Ort Floß in ein gelbes Auto mit dem Teilkennzeichen „LÜ“ eingestiegen sei. „LÜ“ könnte für Lüdenscheid oder Lünen stehen. Diese Spur hat sich unterdessen als falsch herausgestellt. Die Ermittler der EG Froschau konnten eine Zeugin ausfindig machen und befragen, die Monika Frischholz zum Zeitpunkt ihres Verschwindens sehr ähnlich gesehen hat. Die Zeugin lebte 1976 in Floß und wurde offenbar mit Monika Frischholz verwechselt.

Welche anderen Ungereimtheiten konnten ausgeräumt werden?

In Flossenbürg ging lange das Gerücht um, dass Monika in einem Steinbruch abgelegt wurde. Dies konnte die Ermittlungsgruppe ebenso ausräumen wie die Annahme, dass sie bei den Bauarbeiten an der Kläranlage mit vergraben wurde. Die Kläranlage war zum Zeitpunkt des Verschwindens der Schülerin bereits fertiggestellt.

Gab es bei den früheren Ermittlungen Tatverdächtige?

Ja, die gab es. Unter anderem war ein junger Mann ins Visier der Ermittler geraten, mit dem sich das Mädchen offenbar an jenem Tag treffen wollte. Der Handwerker konnte aber jeglichen Verdacht gegen ihn ausräumen, bestätigte die Ermittlungsgruppe. Neben ihm wurden weitere Personen intensiv überprüft, einen hinreichenden Tatverdacht konnte man aber bis jetzt gegen keine Person begründen. Auch die Durchsuchung einer Wohnung am Donnerstag erbrachte offensichtlich keine so eindeutigen Hinweise, als dass ein hinreichender Tatverdacht gegen eine Person formuliert werden könnte.

Anfang der Woche wurde in der Nähe von Waldkirch gegraben. In unserem Video erfahren Sie mehr über die Suchaktion der Polizei:

Video: MZ

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