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Motorradfahren: Vorsicht rettet Leben

Die Polizei appelliert nach dem tödlichen Motorradunfall eines Neutraublingers und dessen Sohn an die Vernunft der Biker.

Motorradfahrer sollten immer umsichtig fahren, um weder sich noch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.
Motorradfahrer sollten immer umsichtig fahren, um weder sich noch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Foto: Judith Michaelis/picture alliance/dpa

Barbing.Nach dem tragischen Verkehrsunfalltod von Vater und Sohn in Barbing stellt sich die Frage, wie solche Unfälle verhindert werden können, schreibt das Polizeipräsidium Oberpfalz in einer Pressemitteilung. Daher appelliert die Polizei Oberpfalz insbesondere an die Vernunft der Motorradfahrer.

„Die Polizei in der Oberpfalz muss feststellen, dass dieser erschütternde Unfall leider kein Einzelfall ist“, schreibt Kriminalhauptkommissar Dmitri Schreiber von der Pressestelle des Polizeipräsidiums. Die Zahl der tödlich verunfallten Biker steigt im Vergleich zum Vorjahr an. Im Jahr 2020 sind bereits sieben Motorradfahrer bei sechs Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2019 starben insgesamt vier Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen in der Oberpfalz. „Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Ursache bei fünf von sechs tödlichen Verkehrsunfällen von Bikern gesetzt wurde“, erklärt Schreiber. Die Unfallursachen waren überhöhte Geschwindigkeit und teils daraus resultierende Fehler beim Überholen.

Obwohl sich die überwiegende Mehrheit der Motorradfahrer an die Verkehrsvorschriften hält und defensiv unterwegs ist, zeigte eine polizeiliche Schwerpunktkontrolle der PI Cham und PI Bad Kötzting, die zufällig am Tag des schweren Unfalls stattfand, dass einige der Motorradfahrer sich offensichtlich keinerlei Gedanken über die Verkehrssicherheit ihrer Fahrzeuge machen.

So mussten von den 65 kontrollierten Motorrädern acht stillgelegt werden. Der vorschriftsmäßige, technische Motorradzustand ist jedoch nur eine Voraussetzung für einen unfallfreien Ausflug. Die zweite Komponente ist die vorausschauende Fahrweise – so sollen sowohl die Fahrzeugeigenschaften als auch die persönlichen Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Ziel: Unfallzahlen minimieren

Die banal klingende Aufforderung, die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung konsequent einzuhalten, ist leider nicht überflüssig und wird von der Polizei auch weiterhin unermüdlich wiederholt. Polizeipräsident Norbert Zink appelliert daher an alle Motorradfahrer: „Seien Sie vernünftig! Bringen Sie sowohl Ihre Fahrzeuge als auch Ihre Fahrweise in Einklang mit den Straßenverkehrsvorschriften. Denken Sie an die Gefahren des Straßenverkehrs und seien Sie stets rücksichtsvoll und mit der gebotenen Vorsicht unterwegs, damit Sie und die anderen Verkehrsteilnehmer wieder gesund zu Hause ankommen.“

Einsatz

Tödlicher Unfall bei Cham

Ein 22-jähriger Motorradfahrer verunglückte am Mittwochabend tödlich. Offenbar übersah eine Frau den Fahrer beim Abbiegen.

Der häufigste Verstoß in der Jahresstatistik des Polizeiverwaltungsamtes ist zu schnelles Fahren. Gerade die modernen hochmotorisierten Zweiräder verleiten dazu, etwas weiter am Gashebel zu drehen, um die beeindruckende Motorleistung abzurufen. Ein oft genannter Parameter in diesem Zusammenhang ist das Leistungsgewicht. Diese Angabe setzt die Masse und die Leistung eines Fahrzeugs ins Verhältnis und bringt so zum Ausdruck, wie viele Kilogramm von einem Kilowatt Motorleistung bewegt werden.

Als Faustregel gilt: Je geringer die Zahl, desto stärker beschleunigt das Fahrzeug. So erreicht ein modernes Sportmotorrad Werte um 1,3 kg/kW, während ein gängiger Pkw ungefähr bei 14,7 kg/kW liegt. „Dabei muss allen Bikern bewusst sein, dass sie im Gegensatz zum Autofahrer keine Knautschzone haben“, so Schreiber. Die Gesamtenergie beim Sturz oder Zusammenstoß wirkt deswegen unmittelbar auf sie und ggf. ihre Mitfahrer. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit schwerer oder gar tödlicher Verletzungen bei Unfällen mit Motorrädern besonders hoch.

Interview

Tipps fürs Motorradfahren

Die Motorradsaison hat gestartet. Damit der Saisonstart gut und sicher gelingt, gibt Rennfahrerin Jutta Kleinschmidt Tipps.

Die Abwägung zwischen „Fahrgenuss“ und den möglichen Folgen im Falle eines Unfalls muss letztlich jede Person für sich treffen. Die Polizei in der Oberpfalz wird weiterhin mit hohem Personal- und Zeitaufwand Schwerpunktkontrollen durchführen und sowohl präventiv als auch repressiv alles tun, um die Unfallzahlen zu minimieren.

Polizeipräsident Zink sagt: „Gerade Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern sind aufgrund ihrer oft schweren Folgen mit großem Leid von Opfern, Unfallbeteiligten, Helfern und Hinterbliebenen verbunden. Die Oberpfälzer Polizei wird bei Motorradfahrern daher auch künftig genau hinschauen und die festgestellten Verstöße konsequent ahnden, um Unfälle möglichst zu verhindern.“

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