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Brauchtum

Nach Landshuter Hochzeit kommen Zöpfe ab

Die Darsteller der Landshuter Hochzeit durften monatelang nicht zum Friseur. Zwei Tage nach dem Historienspektakel wurden die Zöpfe abgeschnitten.

  • Zwei Tage nach dem Historienspektakel Landshuter Hochzeit haben sich einige der Darsteller von ihrer langen Haarpracht befreit. Foto: dpa
  • Ein Darsteller der Landshuter Hochzeit lässt sich in Landshut seinen langen Bart abschneiden. Foto: dpa
  • Haare liegen am Boden in der Altstadt von Landshut (Bayern). Foto: dpa
  • Zwei Tage nach dem Historienspektakel Landshuter Hochzeit haben sich einige der Darsteller von ihrer langen Haarpracht befreit. Foto: dpa

Landshut. Zwei Tage nach dem Historienspektakel Landshuter Hochzeit haben sich einige der Darsteller von ihrer mittelalterlichen Haarpracht befreit. Bei der Aktion „Landshuter Bader schneiden Hochzeitszöpfe“ beteiligten sich am Dienstag neben dem Rathaus der niederbayerischen Stadt etwa 100 Mimen des historischen Festes.

Die Landshuter Hochzeit ist eines der größten Mittelalterspiele Europas und wird alle vier Jahre aufgeführt. Die etwa 2400 Darsteller müssen sich lange Zeit vor und während der vierwöchigen Festspiele ihre Haare wachsen lassen. Die 40. Auflage des Spektakels war am Sonntag zu Ende gegangen. An vier Wochenenden hatten nach Angaben der Veranstalter jeweils bis zu 120 000 Gäste aus aller Welt das Mittelalterfest besucht.

Zopf kommt mit zwei Schnitten ab

„Jetzt kommt die Matte endlich runter“, sagte Wolfgang Friedl, der normalerweise einen Bürstenhaarschnitt hat und eineinhalb Jahre lang nicht mehr beim Friseur war. Mit zwei kräftigen Schnitten war der etwa 15 Zentimeter lange Zopf des 53-Jährigen ab. Dabei hatte sich Friedls Ehefrau gerade an die schulterlange Mähne gewöhnt.

Etwas mehr eheliche Probleme hatte Martin Mezger. Der 58-Jährige, der bei dem Festspiel zum fahrenden Volk der Geächteten gehört hatte, musste sich seinen Bart seit dem vergangenen Weihnachtsfest wachsen lassen. „Meine Frau hat mich schon lange nicht mehr geküsst“, sagte er mit einem Schmunzeln. Nun war er in doppelter Hinsicht froh, dass der etwa 15 Zentimeter lange, struppige Vollbart gestutzt wurde: Es sei zu heiß darunter und der Kuss der Ehefrau warte schließlich am Abend.

Nicht alle Darsteller wollten sich in aller Öffentlichkeit frisieren lassen. Ferdinand Schoßer, der den Bräutigam Georg dargestellt hatte, schaute sich das haarige Treiben lieber aus der zweiten Reihe an. „Mein Stammfriseur hat mich angerufen und gesagt, ich soll zu ihm kommen. Er weiß schließlich, wie ich meine Frisur haben will.“ Auch der 21 Jahre alte Student hatte sich eineinhalb Jahre lang die Haare wachsen lasse. Seine Kommilitonen an der Technischen Hochschule Regensburg hatte ihn schon belächelt deswegen.

Friseure spenden das Geld an Krebsstation

Die Darsteller verlieren ihre Haare für einen guten Zweck. „20 Euro kostet der Schnitt. Die Friseure spenden das Geld aber komplett an die Krebsabteilung des Kinderkrankenhauses“, sagte der Obermeister der Landshuter Friseurinnung, Albert Huber. Anfangs trauten sich lediglich Männer auf die Friseurstühle. „Die Frauen schauen es sich aus der Entfernung an, kommen dann aber auch noch.“ (dpa/lby)

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