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Polizei

Bombensprengung verursacht Schäden

Die 4500 evakuierten Regensburger können zurück in ihre Häuser. Alle Straßensperrungen sind aufgehoben.
Von Gustav Wabra, Christine Schröpf, Andreas Maciejewski und Magdalena Hechtel

  • Gebäude im Umfeld der Baugrube wurden beschädigt. Foto: Steffen
  • Der Fundort liegt an der Bukarester Straße. Foto: Alexander Auer

Regensburg.Ein lauter Knall um 4.41 Uhr – weithin hörbar – war das Zeichen. Die 250-Kilo-Splitterbombe ist gesprengt. Das gefährliche Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, das Dienstagnachmittag im Stadtosten bei Bauarbeiten entdeckt worden war, ist unschädlich gemacht. Eine Entschärfung wäre nicht möglich gewesen. Die Bombe war nicht transportfähig und zudem nach Angaben der Polizei mit einem recht komplizierten Zünder ausgestattet. Vor der Sprengung hatten 4500 Anwohner aus Sicherheitsgründen aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert werden müssen. Zu Spitzenzeiten wurden rund 900 Menschen nach Angaben von Polizeisprecher Dietmar Winterberg im Notquartier in der Donau-Arena versorgt. Andere verbrachten die Nacht bei Freunden oder Verwandten.

Sprengung

Bombe in Regensburg: Schock sitzt tief

Die kontrollierte Sprengung verursachte an umstehenden Häusern massive Schäden. Die Betroffenen ringen mit der Fassung.

Massive Schäden nach Bombensprengung

Mittlerweile sind alle Straßensperrungen aufgehoben, die betroffenen Bewohner dürfen in ihre Häuser zurückkehren. Darüber, wie groß der entstandene Schaden an umliegenden Gebäuden ist, konnte Winterberg zunächst keine Angaben machen. Bilder vom Ort des Geschehens zeigen geborstene Fensterscheiben und beschädigte Fassaden. Um die Feststellung der Schäden wird sich im Lauf des Tages die Stadt Regensburg kümmern.

So sieht es nach der Bombensprenung aus

Die Detonation schreckte viele Regensburger aus dem Schlaf, und zwar weit über den 1500-Meter-Sicherheitsradius hinaus. Für die Anwohner war in dieser Nacht nicht an Ruhe zu denken. Die Evakuierung war erst gegen 2.45 Uhr abgeschlossen gewesen. Bis zuletzt waren auch Liegendtransporte von Kranken abgewickelt worden. Vereinzelt hatten sich Personen geweigert, den Gefahrenbereich zu verlassen. Die eigentliche Sprengung, die sorgsam vorbereitet werden musste, dauerte rund eine Stunde. Ein Roboter hatte sich vorsichtig in Richtung Bombe bewegt und dort die Sprengladung angebracht.

Sehen Sie hier ein Video zur Bombensprengung

Alles wichtige zur Sprengung der Bombe

Situation überraschte Anwohner

Die Evakuierung der etwa 4500 Menschen dauerte stundenlang. Foto: Lex
Die Evakuierung der etwa 4500 Menschen dauerte stundenlang. Foto: Lex

Der Fundort der Bombe befand sich an der Straubinger Straße, nahe der Bukarester Straße. Die Stadt Regensburg hatte als zuständige Sicherheitsbehörde die Gesamtleitung des Einsatzes übernommen. Der Koordinierungsstab unter anderem aus Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und THW hatte sich in den Räumen der Berufsfeuerwehr einquartiert. Schon am frühen Dienstagabend wurden Straßen gesperrt. Die Einsatzkräfte versuchten die ganze Nacht aber auch, Anwohner zu beruhigen – mal mit größerem und mal mit kleinerem Erfolg. Die Betroffenen waren am frühen Abend von der Situation teils völlig überrascht worden. „Wo soll ich denn jetzt hin? Ich komm gerade aus der Arbeit“, fragte etwa Anwohnerin Marina Skzekina. Die Stimmung war teils angespannt. Nach der Entschärfung brach sich erneut Ungeduld Bahn. Viele stiegen sofort in ihre Autos und starteten den Motor. Die Polizei hatte gut zu tun, sie aufzuhalten.

Schwabelweis im Gefahrenbereich

Gebäude im Umfeld der Baugrube wurden beschädigt. Foto: Steffen
Gebäude im Umfeld der Baugrube wurden beschädigt. Foto: Steffen

Der Gefahrenbereich umfasste weite Teile von Schwabelweis sowie Teile von Tegernheim, Irlmauth und Irl, das Gewerbegebiet rund um die Bukarester Straße, die Firma Continental, den Osthafen, den Ölhafen und den Odessa-Ring. In der Donau-Arena wurden Evakuierte bis in die frühen Morgenstunden mit Essen und Getränken versorgt. Auch Liegen zum Ausruhen standen dort bereit. Der Bustransfer zur Halle und wieder retour war organisiert. Für Bürger, die einen medizinischen Transport benötigten, war eine Telefonhotline eingerichtet worden.

Die Stadt hatte am Dienstagabend eine Liste mit allen betroffenen Straßen herausgegeben.

Sirene sorgt für Unruhe

Der Bombenfund hatte in der gesamten Stadt für Unruhe gesorgt: Grund dafür war ein lauter Sirenenton gegen 20.20 Uhr, der in weiten Teilen Regensburgs zu hören gewesen war – er sollte Anwohner aufmerksam machen, die vom Bombenfund bis dato nichts mitbekommen hatten, schürte aber kurzzeitig ebenso Ängste bei überhaupt nicht Betroffenen. Auch der Messengerdienst „KatWarn“ hatte via Smartphones Alarmierungen verschickt.

Bombenalarm im Stadtosten

Für alle Fragen im Nachgang zur Bombensprengung hat die Stadt Regensburg ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Rufnummer 0941 507 2326 erhalten Betroffene Informationen.

Regensburg ist inzwischen an Bombenfunde in gewisserweise schon ein wenig gewöhnt. Zuletzt war es Ende Januar im Regensburger Stadtteil Königswiesen zu einem spektakuläreren Fund gekommen. Dabei hatten über 2000 Menschen evakuiert werden müssen.

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