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Eröffnung

Neues Landesamt in Amberg eröffnet

Aus einem ehemaligen OP-Trakt wurde in Amberg das neue Landesamt für Pflege. Zwei Minister kamen zur Eröffnung.
Von Michael Sperger

Das Landesamt für Pflege in Amberg wurde heute eröffnet. Gesundheitsministerin Huml und Finanzminister Füracker gratulierten.

Amberg.Am 18. April hatte Ministerpräsident Markus Söder in seiner Regierungserklärung das neue Landesamt für Pflege angekündigt. Am Donnerstag, gerade einmal fünf Monate später, wurde es offiziell eröffnet. Aktuell arbeiten 26 Menschen in der neuen Behörde, bis Jahresende sollen es bereits 50 sein. Die Einrichtung soll im Endausbau rund 350 Arbeitsplätze bieten – und das scheint auch zu funktionieren. „Kaum stand der Standort Amberg fest, hatten wir schon über 350 Bewerbungen aus der Region auf dem Tisch liegen“, sagt Melanie Huml. Die Gesundheits- und Pflegeministerin eröffnete gestern zusammen mit Finanzminister Albert Füracker das Landesamt. An einigen Teilen des Gebäudes, früher OP-Trakt des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses, herrscht noch Baustelle. Das Amt ist am jetzigen Standort nur Mieter, ein Neubau an anderer Stelle ist in Zukunft wahrscheinlich.

Thema Pflege „brennt unter den Nägeln“

Bei der Eröffnungsfeier dankte Huml allen Beteiligten, dass das Projekt so zügig realisiert werden konnte. „Weil das Thema Pflege den Menschen so unter den Nägeln brennt, haben sie natürlich auch eine entsprechende Erwartungshaltung“, sagt Huml. Im Landesamt sollen Aufgaben gebündelt werden. Die vorrangige Aufgabe wird die Bewilligung und Auszahlung des Landespflegegeldes sein. Laut Huml liegen mehr als 252 000 Anträge vor.

Soziales

Ab September gibt es Pflegegeld

Hans Fischer pflegt zuhause seine Mutter und hat auch einen Antrag gestellt. Der Freistaat will damit die Arbeit honorieren.

Aktuell bearbeitet diese noch das Finanzministerium. Insgesamt gibt es in Bayern etwa 360 000 Anspruchsberechtigte auf die jährlich 1000 Euro. Auch der Bayerische Hebammenbonus soll in Amberg bearbeitet werden.

Landespflegegeld

  • Ausgaben:

    Seit September können Pflegebedürftige in Bayern 1000 Euro pro Jahr zusätzlich beantragen. Insgesamt gibt es in Bayern etwa 360 000 Anspruchsberechtigte auf dieses neue Landespflegegeld nach Idee von Markus Söder.

  • Kosten:

    Auf rund 400 Millionen Euro schätzt der Freistaat Bayern die jährlichen Ausgaben. Die Antragsteller müssen nachweisen, dass sie mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft sind und zudem müssen sie ihren Wohnsitz in Bayern haben.

  • Auszahlung:

    Noch bis 31. Dezember können Anspruchsberechtigte das Pflegegeld beantragen. Seit Anfang September überweist das Landesamt für Finanzen bereits das Landespflegegeld. Bald soll das neue Landesamt für Pflege in Amberg diese Aufgabe übernehmen.

„Wir haben mit Amberg einen wirklich guten Standort gefunden“, sagt Huml. Auch Füracker, geboren in Parsberg, freut es, dass das Landesamt für Pflege in die Oberpfalz kommt. In Amberg und seiner Umgebung werden sich die Mitarbeiter sehr wohlfühlen, ist sich Füracker sicher. Es müssten nicht alle neuen Einrichtungen des Freistaats in München angesiedelt sein, waren sich Huml und Füracker einig.

Dr. Markus Schick ist der neue Leiter

Leiter des neuen Landesamts wird Dr. Markus Schick. Der neue Präsident ist Arzt und Tierarzt und war zuvor seit 2008 Vizepräsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen.

„Wir verstehen uns als Kümmerer für die Belange der Pflege in Bayern.“

Dr. Markus Schick, Präsident des Landesamts für Pflege

Dort leitete er zuletzt den Aufbaustab für das Landesamt für Pflege. „Wir verstehen uns als Kümmerer für die Belange der Pflege in Bayern“, sagt Schick. Zentrales Projekt neben dem Pflegegeld sei der Ausbau der Pflege-Infrastruktur. Geplant seien 500 neue Plätze in der Kurzzeitpflege sowie 1000 neue stationäre Pflegeplätze.

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