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Kommentar

Neun Jahre sind besser als acht

Ein Kommentar von Michael Sperger

Das achtjährige Abitur in Bayern war von Anfang an eine Schnaps-Idee. Die CSU hat 14 Jahre gebraucht, um das zu begreifen – besser spät, als nie. Viele Schüler fielen in dieser Zeit dem G8 zum Opfer und machten, durch Sitzenbleiben, daraus unfreiwillig ein neunjähriges oder standen am Ende ganz ohne Abi da. Der Grund: Der Lehrplan war eng gestrickt, der Prüfungsstress groß. Mit zwölf Jahren mussten die Schüler nachmittags in die Schule gehen. In den folgenden Jahren mehrmals die Woche. Wen wundert es, dass sie nach der Schule keine Lust auf Sportvereine oder ehrenamtliche Tätigkeiten hatten?

„Der Versuch, Abiturienten mit Hilfe des G8 schneller in Ausbildung oder Studium zu integrieren, ist gescheitert.“

Die verlorene Freizeit holen viele Schüler im Jahr nach dem Abitur nach, nehmen sich erst mal frei. Die Schüler, teils noch minderjährig, wissen nach der Schule noch nicht, wo die Reise beruflich hingehen soll. Der Versuch, Abiturienten mit Hilfe des G8 schneller in Ausbildung oder Studium zu integrieren, ist gescheitert. Die Schüler, die in Zukunft mit dem G9 aufwachsen, können über den neuen, luftigeren Lehrplan froh sein. Denn: Was ist schon ein freies Jahr wert, verglichen mit acht Jahren Dauerstress?

Den Haupttext zum Thema finden Sie hier.

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