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Seenotrettung

Oberpfälzer unterstützt nun auch Sea-Eye

Der gebürtige Amberger Benjamin Hartmann vertreibt über sein Label Human Blood Shirts mit dem Gesicht von Alan Kurdi.
Von Louisa Knobloch

Der Unternehmer Benjamin Hartmann vor der mittlerweile von Italien beschlagnahmten „Eleonore“. Der gebürtige Amberger unterstützt mit seinem Label nun auch die Organisation „Sea-Eye“. Foto: Human Blood & Mission Lifeline
Der Unternehmer Benjamin Hartmann vor der mittlerweile von Italien beschlagnahmten „Eleonore“. Der gebürtige Amberger unterstützt mit seinem Label nun auch die Organisation „Sea-Eye“. Foto: Human Blood & Mission Lifeline

Regensburg.Von T-Shirts, Hoodies und Tassen lacht dem Betrachter ein kleiner Junge entgegen. In seinen Händen hält er ein gefaltetes Papierschiffchen, weitere schwimmen auf dem angedeuteten Wasser dahinter. „Don‘t forget Alan Kurdi“ – „Vergesst Alan Kurdi nicht“ – lautet die Botschaft. Die meisten Menschen kennen ein anderes Bild: Ein kleiner Junge, der tot am Strand liegt. Am Montag jährte sich der Todestag von Alan Kurdi zum vierten Mal: Am 2. September 2015 war der Leichnam des zweijährigen Jungen an der türkischen Mittelmeerküste angeschwemmt worden. Bilder des toten Kindes gingen um die Welt. Auch Alans fünfjähriger Bruder und seine Mutter hatten die Flucht mit einem Schlepperboot über das Mittelmeer nicht überlebt. Im Februar 2019 hatte die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye ihr Schiff auf den Namen „Alan Kurdi“ getauft.

Spende geht an „Sea-eye“ und Stiftung

Seit Montag verkauft das Label „Human Blood“ Artikel mit dem Bild Alan Kurdis. Foto: Manja Wiepcke/Human Blood
Seit Montag verkauft das Label „Human Blood“ Artikel mit dem Bild Alan Kurdis. Foto: Manja Wiepcke/Human Blood

Nun kooperiert Sea-Eye mit dem Modelabel „Human Blood“ des gebürtigen Amberger Unternehmers Benjamin Hartmann. Zu Alans Todestag wurde eine neue Kollektion veröffentlicht. Ein Teil des Verkaufspreises – je nach Artikel vier bis 15 Euro – geht als Spende zur Hälfte an Sea-Eye und „The Kurdi Foundation“, eine von Alan Kurdis Vater gegründete Stiftung. Innerhalb der nächsten vier Wochen sollen noch weitere Artikel dazukommen, erzählt Hartmann im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Die Produkte seien auch gut geeignet als „Geschenk, mit dem man etwas Gutes tut“, so Hartmann.

Engagement

Amberger kauft Schiff für Seenotretter

Der Unternehmer Benjamin Hartmann hat ein Schiff für „Mission Lifeline“ gekauft. Am Montag rettete die Crew 101 Menschen.

Der Unternehmer hatte kürzlich für Aufsehen gesorgt, weil er der deutschen Hilfsorganisation „Mission Lifeline“ ein Schiff gekauft und dafür einen sechsstelligen Betrag investiert hatte. Am Montag war die „Eleonore“ in einen Hafen auf Sizilien eingelaufen und dort von den italienischen Behörden beschlagnahmt worden. Die 104 eine Woche zuvor aus Seenot geretteten Migranten durften das Schiff verlassen. Kapitän Claus-Peter Reisch hatte am Montagmorgen nach einem schweren Gewitter den Notstand ausgerufen und trotz eines Verbots Sizilien angesteuert. Hartmann bedauert, dass das Schiff nach nur wenigen Tagen auf See beschlagnahmt wurde. Dennoch habe sich die Investition gelohnt, ist er überzeugt. „Ohne dieses Boot wären die Menschen ertrunken.“ Er hofft, dass sich durch einen Regierungswechsel in Italien etwas am harten Kurs des Landes in der Flüchtlingspolitik ändert und das Schiff wieder freigegeben wird. „So lange sich in der Politik nichts ändert, müssen Leute mit privaten Booten rausfahren“, sagt Hartmann. „Sie machen den Job, den Europa machen müsste.“

Schiff „Alan Kurdi“ sitzt vor Malta fest

Die Hilforganisation „Sea-Eye“ hat ihr Seenotrettungsschiff nach dem ertrunkenen Jungen „Alan Kurdi“ genannt. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa
Die Hilforganisation „Sea-Eye“ hat ihr Seenotrettungsschiff nach dem ertrunkenen Jungen „Alan Kurdi“ genannt. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa

Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer sagte, die Alan-Kurdi-Shirts seien „ein schönes Zeichen“. Buschheuer hatte am Montagabend in Regensburg einen Trauerzug und einen Gedenkgottesdienst für Alan Kurdi organisiert.

Auf dem gleichnamigen Schiff ist die Situation unterdessen „sehr schwierig“, wie Buschheuer sagt. Die „Alan Kurdi“ hatte Ende August 13 Migranten aufgenommen und wartet nun vor Malta auf eine Einfahrtsgenehmigung. „Die Menschen an Bord sind nervös, sie stehen vor schlechtem Wetter.“ Noch ist keine Lösung in Sicht.

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