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Wetter

Orkantief „Sabine“ fegt über Bayern

Die heftigen Böen werden in der Nacht von Sonntag auf Montag erwartet. Sie können bis zu 130 Stundenkilometer erreichen.
Von Maximiliane Fröhlich und Isabelle Lemberger

Bei Orkanböen der Stufe neun oder zehn können Bäume umknicken. Archivfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Bei Orkanböen der Stufe neun oder zehn können Bäume umknicken. Archivfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Regensburg.Deutschland erwartet das Orkantief „Sabine“. Erste Ausläufer werden an der Nordsee laut Deutschem Wetterdienst (DWD) voraussichtlich am Vormittag zu spüren sein. Im Laufe des Tages breitet sich „Sabine“ dann wohl mit schwerem Sturm und einzelnen Orkanböen auf den gesamten Norden und die Mitte des Landes aus. Das Orkantief erreicht Bayern voraussichtlich in den Abendstunden. Bis zum Mittag sei das Wetter am Sonntag windschwach, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Ab dem Mittag rechne er im Norden Bayerns mit Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde.

Der Wind werde im Laufe des Abends stärker. Er dürfte in der ersten Nachthälfte zum Montag Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde erreichen. Bis zum Morgen könnte der Wind in ganz Bayern Orkanstärke mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde erreichen. Im Süden sei dieser dann länger anhaltend und werde auch von Regen und örtlich von Gewittern begleitet.

Auf Schäden bereiten sich die Einsatzkräfte im Freistaat erst für die Nacht auf Montag vor. Ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Hochfranken in Hof (Oberfranken), sagte, die Leitstelle bereite sich tagsüber nicht auf besondere Schadensereignisse vor. „Ab Mitternacht sind wir hier voll besetzt“, betont der Sprecher. Die Leitstelle gehe davon aus, dass der Berufsverkehr am Montagmorgen von Sturmeinwirkungen betroffen sein werde.

Winterorkan über Ostbayern

Für Ostbayern erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Anfrage der Mittelbayerischen in der Nacht von Sonntag auf Montag Böen mit bis zu 100 Stundenkilometern. Der Höhepunkt werde am Montag in der Früh mit Böen der Stufe neun oder zehn erreicht. Im Laufe des Nachmittags und zum Abend hin lasse die Orkanstärke nach, sie werde aber laut DWD in der Nacht zu Dienstag wieder zunehmen. Die Orkanböen können dann am Dienstag eine Geschwindigkeit von 65 bis 85 Stundenkilometern erreichen. „Sabine“ ist laut DWD ein Winterorkan wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie „Kyrill“ (2007) oder „Lothar“ (1999) werde „Sabine“ nicht.

Böen der Stufe neun oder zehn: Was das bedeutet, sehen Sie in unserer interaktiven Grafik:

Der Sturm berge die Gefahr von umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ziegeln, Baugerüste könnten umstürzen. Auch Häuser könnten beschädigt werden.Der DWD rät davon ab, sich am Montag in Bayern im Freien oder gar im Wald aufzuhalten, sagte ein Sprecher.

Bahn bereitet sich vor

Die Deutsche Bahn warnt vor Beeinträchtigungen im Schienenverkehr bereits ab Sonntagabend. Ein Sprecher empfahl, für den Zeitraum Sonntag bis Dienstag geplante Fahrten wenn möglich zu verschieben. Alle für diesen Zeitraum gebuchten Tickets für den Fernverkehr könnten bereits ab Samstag genutzt werden und seien bis einschließlich Dienstag gültig. Zudem könnten Tickets kostenfrei storniert werden.

„Wir haben alle Bereitschaften mobilisiert und in jeder Region doppelt verstärkt“, sagte ein Bahn-Sprecher am Samstag. Das Bahnpersonal sei auf Schadensfälle wie zerstörte Oberleitungen oder umgekippte Bäume vorbereitet. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen sollten eingesetzt werden, um versperrte Gleise frei zu bekommen. Auch das Personal auf den Bahnhöfen und in den Lagezentren werde verstärkt.

Die Deutsche Bahn will den Fernverkehr wegen des Orkans „Sabine“ nach und nach bundesweit einstellen. Man habe sich entschieden, „beginnend in NRW nach und nach alle Züge des Fernverkehrs bundesweit an größeren Bahnhöfen enden zu lassen“, schrieb die Bahn am Sonntagnachmittag in ihrem für den Sturm eingerichteten Presseblog.

Wetter

Sabine: Schulausfälle in der Region

Das Orkantief „Sabine“ rollt auf die Region zu. Ab Montagmorgen sind Sturmböen mit bis zu 130 km/h vorhergesagt.

„Wir empfehlen vor Fahrtantritt, auch noch mal in den Auskunftmedien der Bahn nachzuschauen, zum Beispiel im Internet oder der DB-App“, sagte ein Konzernsprecher am Samstag bei einer Pressekonferenz am Berliner Hauptbahnhof.

Ein heftiger Sturm wie „Sabine“ kann als zwingender Grund für das Nichterscheinen in der Schule gelten. Insofern nicht seitens der Schulbehörden ein Schulausfall angekündigt wird, entscheiden die Erziehungsberechtigten individuell, ob sie ihrem Kind den Schulweg zumuten können. Ist dies nicht der Fall, so muss die Schule informiert werden. Das Fernbleiben von der Schule gilt dann als entschuldigt. Arbeitnehmer müssen dagegen in der Arbeit erscheinen. Ist ihnen das nicht möglich, kann der Arbeitgeber den Lohn einbehalten oder verlangen, die Fehlzeit nachzuarbeiten.

Bundesliga-Derby abgesagt

Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Sonntagnachmittag ist wegen des Sturmtiefs „Sabine“ abgesagt worden. Das teilten beide Klubs am Morgen auf ihren Webseiten mit.

Fussball

Rheinderby fällt wegen Orkantief aus

Das herannahende Sturmtief hat Borussia Mönchengladbach zur Absage des Bundesligaspiels gegen den 1. FC Köln bewogen.

An vielen deutschen Flughäfen sind inzwischen Starts und Landungen abgesagt. Am Flughafen München fallen rund 80 Starts und Landungen aus. Die gestrichenen Abflüge seien meist mit Flugrichtung Norden geplant gewesen, erklärt ein Sprecher des Flughafens und kündigt an, dass es noch weitere Ausfälle und Verspätungen geben werde. Wegen des aufziehenden Orkans strichen außerdem Flughäfen wie Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Hannover und Bremen Dutzende Starts und Landungen. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden bis zum Mittag schon 120 Flüge gestrichen.

Auch andere europäische Länder rüsten sich für das Orkantief. In Großbritannien, wo „Sabine“ den Namen „Ciara“ trägt, wurden zahlreiche Zugverbindungen und Flüge gestrichen. Der Hafen von Dover stellte den Fährbetrieb ein. Queen Elizabeth II. sagte am Sonntag ihren Kirchgang im ostenglischen Sandringham aus Sicherheitsgründen für die Schaulustigen ab. In Irland kam es zu Überschwemmungen. Etwa 10 000 Haushalte hatten keinen Strom.

Der niederländische Wetterdienst forderte Autofahrer auf, nicht mit Anhängern und Wohnwagen zu fahren. Der niederländische Fußballverband KNVB sagte für Sonntag alle Spiele der Profiligen ab. Die Fluggesellschaft KLM annullierte vorsorglich Dutzende innereuropäische Flüge ab und zum Amsterdamer Flughafen Schiphol. (mg/il/dpa)

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