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Bayern
Montag, 23. Juli 2018 29° 6

Demonstrationen

Ostermärsche für Abrüstung und gegen Rüstungsexporte

Es sind nicht viele Tausend Ostermarschierer wie noch in den 1980er Jahren, sondern meist eher ein paar Hundert, manchmal knapp über Tausend. Dennoch: Die Tradition der österlichen Demonstrationen für Frieden und Abrüstung lebt weiter - auch im Freistaat.

  • Teilnehmer der Ostermärsche haben sich zur Abschlusskundgebung versammelt. Foto: Boris Roessler/Archiv
  • Kind hält eine Fahne mit der Aufschrift „Pace“. Foto: Caroline Seidel/Archiv
  • Anhänger der Friedensbewegung ziehen bei Ostermarsch durch München. Foto: Matthias Balk/Archiv

München.Hunderte Anhänger der Friedensbewegung sind an Ostern in mehreren Städten Bayerns zu den traditionellen Ostermärschen auf die Straße gegangen. Themen waren Rüstungsexporte, die Spannungen zwischen dem Westen und Russland, Auslandseinsätze der Bundeswehr - und speziell der Krieg in Syrien. Redner forderten anstelle einer Erhöhung eine drastische Reduzierung der Rüstungsausgaben. Sie verlangten eine Abschaffung von Atomwaffen, von jeher eine zentrale Forderung der Ostermarschierer.

Zum Abschluss der traditionellen Märsche gingen am Ostermontag in Bayern nach Angaben der Veranstalter mehr als Tausend Menschen auf die Straße. Kundgebungen gab es unter anderem in Nürnberg, Landshut und Fürth. Dort machten sich die Teilnehmer zu einer „Friedensfahrt“ per Rad nach Nürnberg auf. An der Schlusskundgebung in der Frankenmetropole nahmen laut Veranstalter etwa 1200 Menschen teil, 200 Menschen mehr als im Vorjahr.

In Nürnberg thematisierten Redner von Parteien, Kirche und Gewerkschaften unter dem Motto „Für eine friedliche Zukunft in einer solidarischen Welt“ vor allem Rüstungsexporte, die Spannungen zwischen dem Westen und Russland und Auslandseinsätze der Bundeswehr. Zudem riefen sie zu einem friedlichen Miteinander der Religionen auf.

Nach Angaben der Veranstalter gelang es der Friedensbewegung heuer, insgesamt mehr Menschen zu mobilisieren als im Vorjahr. „Wir sehen eine Tendenz nach oben, die aber nach wie vor nicht so stark ist wie in den 80er Jahren“, sagte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative am Montag. Zu dieser Zeit hatte die Bewegung einen Höhepunkt erreicht, als insgesamt Hunderttausende gegen den Nato-Doppelbeschluss und eine Stationierung von US-Mittelstrecken-Raketen in Deutschland protestierten.

Bereits am Samstag zogen mehr als 1000 Menschen nach Angaben des Münchner Friedensbündnisses durch die Landeshauptstadt. „Atomwaffenverbot“, „Wer Waffen liefert, sät Krieg und erntet Terror“, hieß es auf Transparenten. Manche Teilnehmer trugen bei dem Zug zum Marienplatz regenbogenfarbene Peace-Fahnen.

In Würzburg gingen am Samstag rund 250 Menschen unter dem Motto „30 Milliarden mehr fürs Militär - Frieden geht anders“ auf die Straße. Mehr 220 Teilnehmer folgten dem Aufruf der Friedensinitiative Traunstein und verschiedener anderen Initiativen. In Augsburg beteiligten sich laut Veranstalterangaben 370 Menschen an Demonstration und Kundgebung. Rund 150 Teilnehmer forderten in Erlangen „Abrüsten statt aufrüsten“.

Die Wurzeln der Ostermärsche liegen im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In den 1950er Jahren gingen erstmals Pazifisten in England auf die Straße. Zum ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik kamen 1960 etwa 1000 Menschen. Einen Höhepunkt erreichte die Bewegung in den 1980er Jahren, als insgesamt Hunderttausende gegen den Nato-Doppelbeschluss und eine Stationierung von US-Mittelstrecken-Raketen in Deutschland protestierten.

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