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PETA fordert mehr Tierschutz an Unis

Die Organisation kritisiert die Uni Regensburg und andere Hochschulen, weil sie Tiere in Forschung und Lehre einsetzen.

Mäuse (Foto) oder Ratten werden häufig als Versuchstiere eingesetzt.
Mäuse (Foto) oder Ratten werden häufig als Versuchstiere eingesetzt. Symbolfoto: IEMM/Münster/dpa

Regensburg.„Unwissenschaftliche Lehre“ – das wirft die Tierrechtsorganisation PETA der Universität Regensburg und weiteren Hochschulen vor. In der am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung wird die Verwendung von Tieren in Lehre und Forschung kritisiert. Ähnliche Mitteilungen gab PETA zu den Universitäten Würzburg, Tübingen und Siegen heraus.

Im Fall von Regensburg ging es konkret um die Verwendung von getöteten Hühnerküken sowie Hühnerembryonen im Fachbereich Medizin. Die Tiere würden für Lehrzwecke missbraucht, so PETA-Fachreferentin Stephanie Kowalski. „Wir fordern die Verantwortlichen auf, den Tierschutz ernst zu nehmen und die Verwendung von Tieren in Forschung und Lehre gänzlich zu stoppen.“

Die „Verwendung von Anschauungsmaterial tierischen Ursprungs (bis hin zum Einsatz von Schlachtabfällen)“ sei im Studium bereits stark rückläufig, teilte ein Sprecher der Universität Regensburg auf Nachfrage mit. Bei den von PETA kritisierten Präparationen an Hühnerküken und Hühnerembryonen handle es sich zudem nicht um „Tierversuche“ im Sinne des deutschen Tierschutzgesetzes, da sie „an tierschutzgerecht getöteten Tieren durchgeführt“ würden, so der Sprecher weiter.

PETA setzt sich für eine tierversuchsfreie Lehre an deutschen Hochschulen ein. Stattdessen sollten Modelle und Simulatoren wie der sogenannte „TraumaMan“ eingesetzt werden, fordern die Tierschützer. Dabei handelt es sich um eine anatomisch korrekte Nachbildung des menschlichen Körpers, an der Medizinstudenten verschiedene Eingriffe üben können. Der „TraumaMan“ werde an der Universität Regensburg noch nicht genutzt, sagte der Sprecher. Allerdings kämen in verschiedenen Bereichen des Medizinstudiums Puppenmodelle zum Einsatz.

Auch gegen Tierversuche in der Forschung wandte sich PETA in der Mitteilung. Diese hätten keinen Mehrwert, da sich die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen ließen. Toxikologische Testreihen für pharmazeutische Wirkstoffe, Chemikalien, Kosmetika und Konsumgüter könnten mithilfe von In-vitro-Tests durchgeführt werden, die auf menschlichen Zellen basierten, sagte dazu Anja Hägele von PETA. „Außerdem gibt es zahlreiche 3D-Organmodelle, an denen beispielsweise Verstoffwechselungsvorgänge getestet werden können.“ Computergestützte Verfahren seien eine weitere sinnvolle Alternative.

„Tierversuche sind auf absehbare Zeit unverzichtbar“, entgegnet der Sprecher der Universität Regensburg. Zwar kämen auch an der Universität und am Universitätsklinikum (UKR) ergänzende Verfahren wie Zell- und Organkulturen zum Einsatz. Aber: „Von Methoden, die einen vollwertigen Ersatz zu Tierversuchen darstellen, ist man derzeit noch entfernt.“

Der Sprecher verwies darauf, dass an die tierexperimentelle Forschung besonders hohe rechtliche und ethische Anforderungen gestellt würden. An Universität und UKR dürften Tierversuche nur von Personen mit den dafür erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten geplant und durchgeführt werden. Geforscht werde vor allem an Nagetieren, also Ratten und Mäusen.

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