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Kriminalität

Polizei warnt vor dubiosen Dachsanierern

Versprochen werden rasche und billige Handwerksleistungen, aber die Rechnung fällt dann hoch aus und das Dach ist beschädigt.

Die Polizei warnt vor Betrügern, die ihren Opfern aufs Dach steigen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Die Polizei warnt vor Betrügern, die ihren Opfern aufs Dach steigen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Grafenwöhr.Sie versprachen eine rasche und billige Dachsanierung und legten los, obwohl der Hauseigentümer protestierte – Die Polizei warnt vor einer Gruppe von angeblich zertifizierten Dachsanierern. Das dreiköpfige Team mit rumänischer Nationalität suchte laut Pressemitteilung am Dienstagnachmittag einen Rentner im Grafenwöhrer Ortsteil Hütten auf. Sie sprachen den völlig überraschten Hauseigentümer auf sein angeblich sanierungsbedürftiges Dach am Nebengebäude an und versicherten eine rasche und billige Dachsanierung. Dabei präsentierten sie ein offizielles Schreiben in Form einer Gewerbeanmeldung, um dadurch einen seriösen Eindruck zu vermitteln. Sie fuhren mit einem grauen Ford Transit mit Kennzeichen aus dem Vogtlandkreis (Sachsen) vor.

Noch bevor der Senior richtig überlegen konnte, standen plötzlich der Chef und zwei Helfer auf dem Grundstück, stellten eine Leiter an und begannen sogleich mit der Demontage der Dachrinne, um im Anschluss die Dachplatten abdecken zu können. Der Betroffene widersprach mehrmals laut und deutlich der Zustimmung dieser Arbeiten. Jedoch arbeiteten sie weiter. Letztlich wurde ein Nachbar auf die Situation aufmerksam und verständigte die Polizei Eschenbach. Mit zwei Streifen vor Ort wurden die Arbeiten sofort eingestellt. Etwa zehn Meter Dachrinne und das Fallrohr waren bereits abmontiert. Im weiteren Verlauf wurde das Trio zur weiteren Überprüfung mit zur Dienststelle genommen. Eine Nachfrage beim Gewerbeamt Hof, dort sind die Männer derzeit wohnhaft, erbrachte eine nicht ordnungsgemäße Erlaubnis für solche Arbeiten.

Die Polizei Eschenbach hielt daraufhin Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Weiden, die eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Verstoß nach der Gewerbeordnung bejahte. Zudem wurden die Männer aufgefordert, den alten Zustand wieder herzustellen.

Bereits Mitte Juni trat eine andere Gruppe ebenfalls in Hütten in ähnlicher Weise auf. Durch vermeintlich verlockende Angebote und sofortigen Beginn der Arbeiten werden die Hauseigentümer, meist alleine am Haus und Senioren, regelrecht überrumpelt. Die Arbeiten werden in der Regel äußerst unfachmännisch und mit billigsten Material ausgeführt. Zudem besteht keine Gewährleistung. Die Bezahlung erfolgt auf Vorkasse oder spätestens an Ort und Stelle in bar. Letztlich sind die Kosten weitaus höher als von einem Fachbetrieb.

Deshalb rät die Polizei für alle Handwerkerleistungen: Wenn Handwerker unangekündigt vor der Haustür stehen, sollte man von vornherein skeptisch sein. Aufträge sollte man keinesfalls unterschreiben, sondern man sollte sich vorab ein Angebot erstellen lassen und im besten Fall ein weiteres Angebot eines ortsansässigen Handwerkerbetriebs einholen. Sollten die Personen trotz Widerspruchs mit den Arbeiten beginnen, ist sofort die Polizei zu verständigen.

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