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Vermisstenfall

Polizeitaucher suchen Monika Frischholz

Das Mädchen verschwand 1976. Nun begann die Suche in einem Gewässer. Ein Rechtsmediziner erklärt, was gefunden werden könnte.
Von Isolde Stöcker-Gietl und Marianne Sperb

Am 13. Mai sucht die Polizei in einem Gewässer bei Flossenbürg nach Monika Frischholz‘ Leiche. Foto: Auer
Am 13. Mai sucht die Polizei in einem Gewässer bei Flossenbürg nach Monika Frischholz‘ Leiche. Foto: Auer

Flossenbürg.Die Polizei sucht erneut nach der seit 1976 verschwundenen Monika Frischholz. Am Montagvormittag begannen Taucher damit, ein kleines Gewässer bei Flossenbürg (Lkr. Neustadt/Waldnaab) nach den sterblichen Überresten der Schülerin zu durchsuchen. Erneut wird die technische Einsatzeinheit der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus Nürnberg die Maßnahme durchführen. Die Ermittler wollen damit eine weitere Spur abarbeiten, heißt es.

Die Polizei setzt die Suche nach Monika Frischholz fort. Jetzt suchen Taucher einen See ab. Foto: Polizei
Die Polizei setzt die Suche nach Monika Frischholz fort. Jetzt suchen Taucher einen See ab. Foto: Polizei

Das Gewässer Nahe Waldkirch bei Flossenbürg, in dem gesucht wird, hat einen Durchmesser von etwa 30 Metern und ist in Privatbesitz. Der See, der sich in einem ehemaligen Granitsteinbruch befindet, hat eine Tiefe zwischen sechs und elf Metern. Ab einer Tiefe von etwa sechs Metern könnten sich die Taucher nur noch durch Tasten vorarbeiten, sagt Polizeisprecher Florian Beck. Das könnte dazu führen, dass die Tauchgänge mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Skelett könnte gefunden werden

Nach Einschätzung von Professor Michael Bohnert, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Würzburg, dürften die Taucher wohl noch ein Skelett finden können. „Wenn das Gewässer tief und kalt ist und es sich bei dem verschwundenen Mädchen um eine normal entwickelte Zwölfjährige handelte, könnten in dem See wohl noch Knochenteile vorhanden sein.“ Je nach Wasserdruck und Wassertemperatur auf dem Grund des Sees könnte auch eine sogenannte Wachsleiche entdeckt werden: Nach Auskunft von Professor Wolfgang Eisenmenger, früherer Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der LMU, werde bei der Fettwachsbildung eine relativ stabile, graue Masse gebildet, die auch Jahrzehnte nach dem Tod noch Aufschlüsse geben kann. Weichteilreste werden in Leichenlipid umgewandelt. „Das hängt aber auch davon ab, wie die Fettdepots ausgestaltet waren, ob es sich um einen sehr schlanken oder einen fülligeren Menschen gehandelt hat.“

Vor vier Wochen hatte die Polizei damit begonnen, ganz konkret Orte abzusuchen, an der sie die sterblichen Überreste der Schülerin vermutet. Denn die im Dezember 2018 gegründete Sonderkommission „Froschau“ geht davon aus, dass die Schülerin zeitnah nach ihrem Verschwinden getötet und versteckt wurde. Die Ermittlungen waren im vergangenen Jahr durch einen Zeugenhinweis ins Rollen gekommen, der diese Vermutung nahelegt, teilte die Polizei dazu mit.

Vermisste Monika Frischholz

  • Person:

    Die zwölfjährige Monika Frischholz verschwand am 25. Mai 1976 am späten Nachmittag aus Flossenbürg. Monika trug damals eine dunkle Hose, einen gelben Pullover und eine schwarz-rot-geringelte Weste.

  • Hinweise:

    Das Bayerische Landeskriminalamt hat eine Belohnung für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat führen, in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt.

Zunächst wurde an einem Waldrand an der sogenannten Planer Höhe bei Waldkirch in der Gemeinde Georgenberg mit schwerem Gerät gegraben. Dabei legte die Polizei das Wrack eines alten VW Käfers frei. Die dabei ebenfalls gefundenen Knöchelchen stammten, so wurde inzwischen rechtsmedizinisch bestätigt, von Tieren. Auch das Fahrzeug hatte nichts mit dem Vermisstenfall zu tun.

Durchsuchung ergab keinen dringenden Verdacht

Eine Wohnungsdurchsuchung, die einen Tag nach den Grabungen durchgeführt wurde, brachte noch nicht den Durchbruch bei der Klärung des lange zurückliegenden Verbrechens. Dabei habe sich kein dringender Tatverdacht gegen eine Person ergeben. Auch eine Festnahme sei nicht erfolgt. „An diesem Sachstand hat sich nicht geändert“, sagte Polizeisprecher Florian Beck vergangene Woche.

Verbrechen

Frischholz: Wird hier ein Mord geklärt?

An einem Waldrand bei Georgenberg sucht die Polizei die sterblichen Überreste der vor fast 43 Jahren verschwundenen Frau.

Obwohl sich das Verschwinden der 12-Jährigen am 24. Mai bereits zum 43. Mal jährt, gehen seit der Wiederaufnahme der Ermittlungen viele Hinweise bei der Polizei ein. Inzwischen sind es über 80, die nun nach und nach abgearbeitet werden müssen.

Polizeitaucher suchen Monika Frischholz

Mehrere Gerüchte, die über den Fall in Flossenbürg kursieren, konnten die Ermittler inzwischen ausräumen. So steht fest, dass Monikas Leiche nicht in der zu jener Zeit neu gebauten Kläranlage einbetoniert sein kann, denn diese war zum Zeitpunkt des Verschwindens bereits fertiggestellt. Ebenfalls ausgeschlossen wird, dass Monika in einem Steinbruch abgelegt wurde.

Die Einsatzkräfte sind mit mehreren Booten vor Ort. Foto: Auer
Die Einsatzkräfte sind mit mehreren Booten vor Ort. Foto: Auer

Zunächst konzentriert sich nun alles auf das Absuchen des kleinen Gewässer in der Nähe von Waldkirch bei Flossenbürg. Wie heiß diese Spur ist, dazu sagt die Polizei nichts. Sie hat aber bereits bei den Grabungen nahe Waldkirch angedeutet, dass es mehrere mögliche Ablageorte geben könnte. Sie werden nach dem Ausschlussprinzip abgearbeitet, um auch mögliche Ablageorte ausschließen zu können.

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