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Gesundheit

Psychiatrie nur am Bezirksklinikum

Die Medbo bleibt Anlaufstelle im Bereich Psychiatrie und Neurologie. Die Kooperation mit dem Uniklinikum soll enger werden.
Von Dagmar Unrecht

Franz Löffler, Präsident des Bezirks Oberpfalz, und Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, kündigten bei einem Treffen am Bezirksklinikum Regensburg weitere Kooperationen an. Foto: altrofoto.de
Franz Löffler, Präsident des Bezirks Oberpfalz, und Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, kündigten bei einem Treffen am Bezirksklinikum Regensburg weitere Kooperationen an. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Der Bezirk Oberpfalz und der Freistaat Bayern wollen bei der psychiatrischen und neurologischen Versorgung von Patienten in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Das kündigten Franz Löffler, Präsident des Bezirkstags der Oberpfalz, und Bernd Sibler, Bayerns Minister für Wissenschaft und Kunst, am Montagmittag am Medbo Bezirksklinikum – den Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz – in Regensburg an. Die Bereiche Psychiatrie und Neurologie sollen auch in Zukunft von der Medbo abgedeckt werden. Der Aufbau von Parallelstrukturen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) soll so vermieden werden: „Wir wollen keine Verschiebebahnhöfe“, sagte Sibler. Damit ist ein Vollausbau des UKR vom Tisch.

Neuroonkologie wird ausgelagert

„Wir haben seit heute Klarheit, das ist für uns sehr wichtig“, freute sich Medbo-Vorstand Helmut Hausner gestern. Die Psychiatrie werde dem Bezirk unter keinen Umständen weggenommen. Auch die Neurologie bleibe am Bezirksklinikum, lediglich einzelne Komponenten würden von der Medbo ans UKR verlagert. Nach Auskunft von Hausner handelt es sich dabei um folgende drei Bereiche: Zum einen wandert die Neuroonkologie ans UKR. Außerdem wird die neurologische Präsenz in der Notaufnahme des Uniklinikums ausgebaut, so soll dort künftig auch nachts ein Neurologe Dienst haben. Darüber hinaus werden bestimmte Schlaganfallpatienten mit Begleiterkrankungen künftig am UKR versorgt.

Heilung im Mittelpunkt

Minister Sibler lobte das Engagement des Bezirks und hob die gute Kooperation zwischen den Trägern als „sehr positiv“ hervor. „Wir müssen vom Patienten her denken“, betonte Sibler. Linderung und Heilung stünden im Mittelpunkt, Doppelstrukturen müssten dagegen vermieden werden. Das hörte Bezirkstagspräsident Löffler nur zu gern. Er kündigte an, dass in den kommenden fünf Jahren 120 Millionen Euro in den Ausbau der medizinischen Einrichtungen des Bezirks fließen werden. Schwerpunkt der Investitionen sei Regensburg, ausgebaut werde aber auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden und die psychosomatische Versorgung in Neumarkt.

Die Medbo betreibt insgesamt sechs Standorte in der Oberpfalz. Löffler betonte, dass dort stets neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bei Behandlungen miteinfließen würden und verwies auf die drei Lehrstühle am Bezirksklinikum: „Wir bringen universitäre Medizin zu den Menschen.“ Ziel sei, die Menschen in der Region bestmöglich zu versorgen. Das Einzugsgebiet der Medbo umfasse die gesamt Oberpfalz und Teile von Niederbayern.

Kurze Vorführung

Bevor Minister Sibler sich flugs wieder aus Regensburg verabschiedete, ließ er sich noch kurz ein sogenanntes TMS-Gerät (transkranielle Magnetstimulation) vorführen. Dabei handelt es sich um ein neurologisches Verfahren, das an der Medbo vor allem bei Patienten mit Depression eingesetzt wird. Damit werden täglich bis zu 20 Menschen an der Medbo behandelt.

Das sind die Aufgaben des Bezirkstags.

Das Regensburger Universitätsklinikum ist bisher nicht zum Vollklinikum ausgebaut worden. Doch der Wunsch wird immer wieder geäußert. Nach der Errichtung des Zahnklinikums und eines Teils des Uniklinikums hatte der Freistaat Bayern keine weiteren Gelder in einen Vollausbau des Regensburger Zentrums investiert. Die die fehlenden Bereiche, Gynäkologie, Orthopädie und Psychiatrie, deckt das UKR mittels Kooperationen ab – mit dem Caritas-Krankenhaus St. Josef, dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, der Klinik St. Hedwig, dem Asklepios Klinikum Bad Abbach und der Medbo.

Im Dezember hatte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler noch Hoffnung auf einen möglichen Ausbau des Universitätsklinikums Regensburg gemacht.

Lesen Sie hier ein Interview mit dem Bayerischen Wissenschaftsminister Bernd Sibler.

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