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Museum der Bayerischen Geschichte

Regensburg bekommt den Zuschlag

Das Museum der bayerischen Geschichte kommt in die Domstadt. OB Schaidinger feierte die Entscheidung im Rathaus.

Der Donaumarkt in Regensburg mit dem Dom St. Peter im Hintergrund: Das Museum der bayerischen Geschichte soll wie erwartet in Regensburg gegründet werden.

München/REGENSBURG. Nun ist es offiziell: In Regensburg entsteht bis 2018 das neue „Museum der bayerischen Geschichte“. Das hat das bayerische Kabinett am Mittwochvormittag in seiner Sitzung beschlossen. Es sieht den Donaumarkt als idealen Standort – in städtebaulicher, historischer, musealer und wirtschaftlicher Sicht. Kunstminister Wolfgang Heubisch betonte: „Es war keine leichte Entscheidung, da uns viele interessante und qualifizierte Bewerbungen vorlagen.“

Der fachliche Rat sprach pro Regensburg. Die Kriterien des Expertenrats waren unter anderem ein symbolträchtigerer Ort, eine gute Erreichbarkeit auch für Schulklassen, eine repräsentative Einbettung möglichst in einem historischen Umfeld und eine Mindestgröße des Geländes von 10 000 Quadratmetern.

Schon vorab hatte es am Votum für Regensburg kaum einen Zweifel gegeben. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte Mitte November durch nahezu unverhohlene Andeutungen bei einer Festveranstaltungen in Regensburg die Hoffnungen genährt – und Proteste in den Mitbewerberstädten entzündet. Vor allem in Würzburg reagierte man mit großer Enttäuschung. Der Ärger in anderen Landesteilen hatte an der Favoritenrolle Regensburgs allerdings nicht geändert. Ein von der Staatsregierung beauftragtes Expertengremium sah Regensburg auf Platz 1. Die Landtagsfraktionen von CSU und FDP erhoben keinen Einspruch, der schwarz-gelbe Koalitionsausschuss bevorzugte ebenfalls die Domstadt.

In Regensburg löste die Entscheidung Jubel aus. Oberbürgermeister Hans Schaidinger zeigte sich „dankbar-zufrieden“: Mit dem Beschluss des Kabinetts, mit Regensburg als „bevorzugtem Partner“ in weitere Verhandlungen über die Realisierung einzutreten, sei eine erste Etappe erfolgreich gemeistert. „Aber wir haben noch eine schwierige Wegstrecke vor uns“, so der OB. Regensburg wird sich an dem Projekt in verschiedener Weise beteiligen, will das Grundstück stellen und die Energieversorgung übernehmen. Eine Option ist außerdem die Nutzung des Österreicher Stadels am Donaumarkt für Depots. Für das Museum, das geschätzte 61,5 Millionen Euro kosten wird, soll Regensburg außerdem mehrere Millionen Euro beisteuern, hieß es am Mittwoch in München.

Die Sprecher der Regensburger Stadtratsfraktionen begrüßten die Entscheidung einhellig. „Das ist ein weiteres Mal in kürzester Zeit der Lohn für eine jahrzehntelange Serie mutiger und richtiger Entscheidungen – getroffen durch meine Fraktion und umgesetzt durch die harte Arbeit der Verwaltung“, so CSU-Fraktionschef Christian Schlegl. „Ganz toll! Das ist super für den Donaumarkt, für Regensburg und für Bayern. Lob gebührt unserer Verwaltung für die exzellente Bewerbung“, betonte SPD-Fraktionschef Norbert Hartl.

Schaidinger feierte am Mittwoch im Alten Rathaus vor Journalisten „eine Dankesorgie“: Er würdigte den Einsatz vor allem seiner Verwaltung mit Kulturreferent Klemens Unger, Planungsreferentin Christine Schimpfermann und Finanzreferent Dieter Daminger. Der Freistaat habe die Bewerbung streng geprüft, „das war ein offenes und hartes Verfahren“, in dem sich Regensburg als beste Kandidatin profiliert habe.

Mitte 2012 werden die Regensburger erste Entwürfe für den Neubau am Donaumarkt sehen können, Mitte 2013 ist der Spatenstich geplant, die Eröffnung soll 2018 erfolgen. Dank kluger Entscheidungen in den vergangenen Jahren wie dem Kauf des Brüchner-Areals, könne Regensburg am Donaumarkt das zügige Realisierungstempo des Freistaats umsetzen, so Schaidinger.

Der Freistaat will das Museum punktgenau zum 100-jährigen Bestehen des Freistaats eröffnen. Das Konzept, entwickelt vom Haus der Bayerischen Geschichte, sieht die multimediale und interaktive Vermittlung bayerischer Geschichte vor. Das Museum soll einen spielerischen Zugang zum Thema vermitteln, vor allem auch junge Menschen ansprechen und als das erste energieautarke Museum auch international eine Sonderstellung einnehmen. Geplant sind unter anderem eine moderne Ruhmeshalle für bayerische Errungenschaften, virtuelle Geschichtsräume, Wechselausstellungen, eine Erlebnisgastronomie, die vergessene bayerische Schmankerl serviert, und Räume für Kulturveranstaltungen.

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