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Konflikte

Regensburg: Demo gegen Türkei-Offensive

500 Teilnehmer marschierten bei einer Protestaktion in Regensburg mit. Laut Polizei verlief die Veranstaltung friedlich.
Von Heinz Gläser

Deutschland- und europaweit demonstrieren derzeit Kurden – wie hier in Berlin – gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. Foto: Zinken/dpa
Deutschland- und europaweit demonstrieren derzeit Kurden – wie hier in Berlin – gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. Foto: Zinken/dpa

Regensburg.„Protest gegen den türkischen Angriffskrieg!“ Unter diesem Motto haben nach Polizeiangaben am Montagabend rund 500 Teilnehmer in Regensburg friedlich gegen die Invasion türkischer Militäreinheiten in den Kurdengebieten im nördlichen Syrien demonstriert. „Die Veranstaltung lief störungsfrei ab“, teilt das Polizeipräsidium Oberpfalz auf Anfrage der Mittelbayerischen mit.

Allerdings kursiert im Internet ein Video, das vermeintliche Demonstrationsteilnehmer zeigt, die nach Abschluss der Veranstaltung auf der Maxstraße in Regensburg eine türkische Fahne zerreißen.

„Nerven sind äußerst angespannt“

Die Veranstaltung war laut Stadtverwaltung für den Zeitraum von 17 bis 21 Uhr ordnungsgemäß angemeldet. Die Auflagen betrafen unter anderem die Lautstärke, die Länge mitgeführter Fahnenstangen und das Verbot des Entzündens von offenem Feuer. Sie bewegten sich damit im Bereich des Üblichen. Allerdings war die Teilnehmerzahl weit höher, als von den Veranstaltern angegeben. Statt der erwarteten 50 bis 80 Demonstranten bewegten sich rund 500 vom Regensburger Hauptbahnhof in Richtung Neupfarrplatz und weiter Richtung Domplatz. Sie taten lautstark ihren Protest gegen die türkische Invasion kund.

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„Es waren viele Menschen dabei, die Familienangehörige in Nordsyrien haben. Sie sitzen praktisch auf ihren Telefonen und warten auf Nachrichten. Wenn es eine Verbindung gibt, sind im Hintergrund oft Bombeneinschläge zu hören. Die Nerven sind bei vielen natürlich bis aufs Äußerste angespannt“, sagt ein Teilnehmer an der Demonstration der Mittelbayerischen. Der 55-Jährige ist Mitglied des Internationalen Kultur- und Solidaritätsvereins Regensburg, will aber ungenannt bleiben. Ob weitere Aktionen geplant seien, hänge von der Entwicklung der Situation in den Kurdengebieten ab, fügt er hinzu.

Mahnwache in München

Laut einem Sprecher der Aktion „Save Rojava“ ist für Dienstag um 14 Uhr eine Mahnwache Münchner Kurden vor dem US-Konsulat in der bayerischen Landeshauptstadt terminiert, an die sich eine Demonstration anschließt. Anlass ist die Debatte im amerikanischen Senat über einen Gesetzesentwurf über harte Sanktionen gegen die Türkei. Weitere Demonstrationen in München seien in den kommenden Tagen geplant.

„Save Rojava“ (Rettet „Rojava“ – so die Bezeichnung für die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien, die 2016 als de facto autonomes Gebiet ausgerufen wurde) fordert unter anderem ein sofortiges „Ende der Gräueltaten“, die Durchsetzung einer Flugverbotszone und den Ausschluss der Türkei aus der Nato.

Bei Protesten von Kurden gegen die türkische Militäroffensive in Syrien war es am Montagabend im nordrhein-westfälischen Herne zu Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken gekommen. „Natürlich beobachten wir die Situation und solche Vorkommnisse“, heißt es dazu aus dem Polizeipräsidium Oberpfalz.

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