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Regensburger schenkt Afrika Hoffnung

Hilfsprojekt Pater Gerhard Lagleder aus Regensburg ist in Südafrika zum Symbol der Hoffung geworden. Sein Carecenter wird gerade erweitert. Ein 750000-Euro-Projekt, das aber noch nicht vollständig finanziert ist.

Von CHristine Schröpf, MZ

Durban/Regensburg. Mit großen, neugierigen Augen blickt die kleine Zandile (Namen geändert) in die Kamera. Ihr Vater Zipho hat fürsorglich einen Arm um sie gelegt. Er ist HIV-positiv und wäre vermutlich längst an Aids gestorben, wenn es Pater Gerhard Lagleder nicht gäbe. Der Regensburger hat vor 15Jahren im südafrikanischen Zululand ein beispielhaftes Projekt gestartet: „Carecenter“ nennt der 52-Jährige schlicht, was für Aidskranke der 100000-Einwohner-Stadt Mandeni zur wichtigsten Zufluchtsstätte geworden ist.

Zululand gilt als Aidshochburg

Die Aidsrate zählt dort zu den höchsten der Welt. Zwei Drittel der Menschen sind nach Schätzungen infiziert. Wie viele genau es sind, kann keiner sagen, denn flächendeckende Untersuchungen gibt es nicht. „Bei Tests sind 80Prozent der Patienten HIV-positiv“, sagt Gregor Tautz. Der Oberpfälzer war jetzt für zehn Tage in Mandeni. Er ist Mitglied der „Bruderschaft des seligen Gerard“, einer Hilfsorganisation des südafrikanischen Malteserordens, die von Pater Lagleder gegründet worden ist. Tautz sah im Zululand viel Elend, aber auch vieles, was Mut macht. „Afrika gilt ja als Symbol der Hoffnungslosigkeit“, sagt er. „Umso faszinierender ist es, zu sehen, dass man etwas bewegen kann und eben nicht alles hoffnungslos ist.“

300 Aidsinfizierte werden im Carecenter kostenlos medizinisch betreut. 150 von ihnen bekommen jeden Monat gratis ihre Ration überlebenswichtiger anti-retroviraler Medikamente. Damit die sogenannte Haart-Therapie greift, müssen die Patienten für den Rest ihres Lebens alle zwölf Stunden eine der Tabletten einnehmen. Zipho gehört zu ihnen. Die Pillen können sein Leben um Jahrzehnte verlängern. Zeit, die er gewinnt, um seine Tochter aufwachsen zu sehen. Zipho steht für viele Schicksale, die Pater Gerhard zum Besseren gewendet hat. Bei einer Rundfahrt mit Quiuisani Wiseman lernte Tautz Dutzende Beispiele kennen – wie die aidskranke Kwanele, die sterbenskrank war und nun ihren Enkel aufziehen kann. „I‘m very fine. I take my tablets every day“ (Mir geht es sehr gut, ich nehme jeden Tag meine Tabletten), sagt sie.

Zum Carecenter zählt auch ein Hospiz mit 40 Betten für Kranke, die nur noch in den Tod begleitet werden können. „Sie kommen dort von den liebenden Händen der Menschen in die liebenden Hände Gottes“, sagt Tautz. Eine schwierige und belastende Aufgabe für die Helfer der Bruderschaft.

Zum Komplex gehört außerdem ein Waisenhaus für 40 Kinder, das von Susanne Stauffer aus Erbendorf (Lkr. Neustadt/WN) geleitet wird. Das Heim hat Lagleder aus der Not heraus gegründet, als Mütter im Hospiz starben und ihre Kinder alleine zurück blieben. Quirlig geht es im Waisenhaus zu. „Es ist schön zu sehen, wie offen, fröhlich und kontaktfreudig die Buben und Mädchen sind – trotz der schweren Hypothek aus ihrer frühen Kindheit“, sagt Tautz.

Die jüngsten Kinder sind wenige Monate alt, die ältesten 15 Jahre. Das Waisenhaus platzt aus allen Nähten – Lagleder muss expandieren. In drei Bauschritten wird gerade erweitert: Um eine Haart-Klinik, in der Patienten auf die Einnahme der Aids-Medikamente vorbereitet werden. Um einen Komplex für das Kinderheim samt Studiersaal. Um einen Trakt mit Wohngruppen für die älteren Kinder. Kostenpunkt: 750000 Euro, wovon noch 100000 Euro fehlen. Lagleder hofft, dass die Deckungslücke mit Unterstützung aus der 9000 Kilometer entfernten bayerischen Heimat etwas kleiner wird. „Die Oberpfälzer könnten den Kindern in Mandeni Zukunft und Hoffnung schenken“, sagt Tautz.

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