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Kirche

Regionalbischof Weiss gibt Amt 2019 ab

Der evangelische Theologe stellt die Weichen für seinen Ruhestand: „Ich höre auf, solange es mir noch gut geht.“
Von Dagmar Unrecht und Simone Grebler

Der Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss wird ab August 2019 in den Ruhestand gehen und nach München umziehen. Foto: Tino Lex
Der Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss wird ab August 2019 in den Ruhestand gehen und nach München umziehen. Foto: Tino Lex

Regensburg.Der evangelische Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss wird zum 31. Juli 2019 sein Amt abgeben. „Ich habe mir gemeinsam mit meinen Ärzten überlegt, dass es besser ist aufzuhören, solange es mir noch gut geht“, sagte er am Mittwoch im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Der 60 Jahre alte Theologe ist bereits seit längerer Zeit an Parkinson erkrankt. Seit 2004 ist Weiss Regionalbischof in Regensburg. „Eine Zeit, in der ich gern gelebt und gearbeitet habe“, so Weiss.

Seinen Ruhestand wird er ab August 2019 in München verbringen. Zuvor, am 21. Juli 2019, wird der Regensburger Regionalbischof in der Dreieinigkeitskirche offiziell vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, von seinem Amt entbunden. Der Abschied wird Weiss nach eigenen Aussagen schwerfallen. „Ich werde den regelmäßigen Dienst in der Seelsorge und der Verkündigung vermissen.“

Vieles auf den Weg gebracht

Bereits vor einem Jahr, anlässlich seines 60. Geburtstags, deutete der Regionalbischof an, dass er nicht mehr die komplette Amtsperiode erfüllen werde. Er sagte, sein Augenmerk läge nun darauf, Projekte zu stabilisieren und fortzusetzen, aber auch Vorbereitungen zu treffen, diese Aufgabe in andere Hände zu übergeben. Für die zweite Amtszeit, die im April 2014 begonnen hatte und die normalerweise zehn Jahre dauert, habe er trotz der Krankheit ganz bewusst kandidiert, sagte der dem Evangelischen Pressedienst. Weiss geht mit seiner Parkinson-Erkrankung offen um. Die Nervenerkrankung schränkt die Patienten vor allem bei Bewegungen ein. Die Schwierigkeiten reichen von Bewegungsstarre und Muskelstarre über Zittern bis hin zu einer instabilen Körperhaltung. Viele alltägliche Dinge dauern daher länger.

Lesen Sie hier ein ausführliches Porträt des Regensburger Regionalbischofs.

Mit Sport gegen die Krankheit

Eine Heilung ist bislang nicht möglich, jedoch gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern. Die Krankheit versucht Weiss mit Sport und Tabletten in den Griff zu bekommen. Im Kampf gegen seine Krankheit helfe ihm auch die berufliche Anspannung, sagte Weiss der Mittelbayerischen im vergangenen Jahr. „Das Gehirn stößt dann Dopamin aus. Das lindert die Symptome“, so Weiss. Positiver Stress wirke wie Doping für den Bischof. Jedoch seien die Therapien in den vergangenen Jahren zum Teil auch hart gewesen. Zum 1. März 2015 hatte er einige Ehrenämter innerhalb der Kirche aufgegeben, die er teilweise seit vielen Jahren innehatte. Andere Ehrenämter hatte er weiter ausgeübt.

Mit seiner Arbeit wollte Weiss immer „in der Kirche Einfluss gewinnen und etwas gestalten und prägen können“. Vor elf Jahren – zu seinem 50. Geburtstag – sagte Weiss, sein Hauptprojekt sei es, „dem evangelischen Leben in Ostbayern eine Zukunft zu geben“. Zu seinem 60. Geburtstag sah der Regionalbischof dieses Vorhaben verwirklicht.

Nach Stationen in Fürth, Bamberg und München trat er 2004 sein Amt als Oberkirchenrat in Regensburg an. Bereits mit 46 Jahren war er damit der Oberhirte von 300 000 Evangelischen Christen in Niederbayern und der Oberpfalz.

Weitere Meldungen aus der Oberpfalz finden Sie hier.

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