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Polizei

Riesiger Tiertransport gestoppt

Hirsche, Vögel, Hundewelpen und ein Affe: Auf der A6 bei Waidhaus hat die Polizei einen Transporter voller Tiere gestoppt.

Auch einen Liszt-Affen konnte die Polizei sicherstellen. Foto: Landratsamt Neustadt/ Waldnaab
Auch einen Liszt-Affen konnte die Polizei sicherstellen. Foto: Landratsamt Neustadt/ Waldnaab

Waidhaus.27 Hundewelpen, drei ausgewachsene Hirsche, hunderte Vögel und ein Äffchen: In der Nacht auf den 13 Mai haben Fahnder der Bundespolizeiinspektion Waidhaus auf der A 6 bei Waidhaus (Landkreis Neustadt/WN) einen regelrechten „Tierpark“ in einem Transporter vorgefunden.

Kurz nach Mitternacht kontrollierten die Beamten einen belgischen Lastwagen. Fahrer und Beifahrer waren zwei Belgier im Alter von 23 und 52 Jahren. Beim Anblick des Laderaums staunten die Beamten nicht schlecht: Verstaut in Kisten und Käfigen waren circa 320 Tiere in völliger Dunkelheit untergebracht. In Amtshilfe für das Veterinäramt wurde der Transporter zur Dienststelle nach Waidhaus gebracht. Das Fahrzeug war bis auf den letzten Quadratzentimeter mit Tieren in Käfigen ausgefüllt.


Keine Papiere für die Tiere

Die Beamten fanden insgesamt 27 wenige Wochen alte Hundewelpen. Foto: Landratsamt Neustadt / Waldnaab
Die Beamten fanden insgesamt 27 wenige Wochen alte Hundewelpen. Foto: Landratsamt Neustadt / Waldnaab

Unter den Tieren befanden sich 27 Hundewelpen, darunter drei Mopse, sieben Dackel, acht Französische Bulldogen, ein Boxer und vier Chow-Chows. Die Welpen waren jeweils erst höchstens fünf Wochen alt.Außerdem enthielten die Käfige auch noch drei Weißwedelhirsche und sogar ein kleines Liszt-Äffchen. Ein Nashornvogel, 250 verschiedene Arten Singvögel, vier Schwäne und vier Graugänse komplettierten das illegale Sortiment an Tieren. Der Nashornvogel und das Äffchen gehören zur höchsten Tierschutzkategorie. Für sämtliche Tiere konnten keine entsprechenden Papiere vorgezeigt werden.

Das Veterinäramt des Landratsamtes Neustadt an der Waldnaab und der Deutsche Tierschutzbund - Landesverband Bayern - übernahmen die Bearbeitung. Betroffen sind laut Veterinäramt das Tierschutzrecht, der Artenschutz und das Tierschutzseuchengesetz. Das Veterinärsamt beschlagnahme sämtliche Tiere. Da Seuchengefahr drohte wurden die Welpen und die kleinen Vögel in die Quarantänestationen ins Tierheim nach Wunsiedel gebracht. Der Nashornvogel, die Weißwedelhirsche und das Äffchen holte eine Auffangstation aus München ab. Bei einem Tierschutzverein in Nürnberg kamen die Graugänse und Schwäne unter.


Welpen zu jung für Transport

Die 250 Singvögel waren in Käfigen eingepfercht. Foto: Landratsamt Neustadt/Waldnaab
Die 250 Singvögel waren in Käfigen eingepfercht. Foto: Landratsamt Neustadt/Waldnaab

Wegen des geringen Alters kommen auch die Welpen in Quarantäne und werden dann mit 12 Wochen entsprechend geimpft. „Die Hunde hätten unabhängig vom zu jungen Alter auf keinen Fall zusammen mit den anderen Tieren transportiert werden dürfen, da es sich um Fressfeinde handelt. Wenn beispielsweise die Weißwedelhirsche die Hunde riechen, können sie dabei ihren Transportkisten in Panik verfallen.“, erklärte Andreas Brucker vom Deutschen Tierschutzbund, der vor Ort die Unterbringung der Tiere koordinierte. Außerdem sei im Kastenfahrzeug eine enorme Ladedichte durch die vielen Käfige gewesen, die Tiere wurden weder getränkt noch gefüttert und die Belüftung war unzureichend.

Der 23-jährige Fahrer und sein 52-jähriger Beifahrer gaben an, die Tiere in Ungarn übernommen zu haben. Sie wollten sie nach eigenen Angaben nach Belgien bringen. Sie reisten mit dem leerem Kastenwagen und Anzeigen wegen verschiedener Straf- und Ordnungswidrig im Gepäck in Richtung der belgischen Stadt Antwerpen weiter.

Die zu erwartenden enormen Quarantäne-, Tierarzt und Unterbringungskosten für die Tiere werden wohl am Landkreis Neustadt an der Waldnaab hängen bleiben und damit letztendlich beim Steuerzahler. Das Landratsamt appelliert an alle Tierfreunde, keinesfalls Tiere aus dem Internet oder Welpen aus unklarer Quelle oder gar aus dem „Kofferraum“ zu kaufen. Damit unterstütze man diese Art der Vermehrung und derartige Transporte und müsse auch mit kranken und schlecht sozialisierten Hunden rechnen.

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