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Freizeit

Rollender Staffelstab: Würzburger Bambusrad rollt weiter

Vor fast sechs Jahren haben zwei Würzburger Studenten ein Fahrrad mit einem Rahmen aus Bambusholz gebaut und es auf Weltreise geschickt. Auch um für sauberes Trinkwasser Geld zu sammeln. Nun stand das Rad lange still, seit einigen Tagen aber rollt es wieder - durch Indien.

Sabine Metzger und Matthias Kalla auf ihrem Fahrrad mit Bambusrahmen. Foto: Daniel Karmann/Archiv
Sabine Metzger und Matthias Kalla auf ihrem Fahrrad mit Bambusrahmen. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Würzburg.Ein außergewöhnliches Weltumrundungsprojekt hat nach langer Zeit des Stillstands nun wieder Fahrt aufgenommen: Das Würzburger Bambusrad rollt wieder. Und zwar durch Indien. Dort wird das Rad mit dem Rahmen aus Bambusholz, das zwei Würzburger Studenten 2012 selbst gebaut und auf die Reise um die Welt geschickt hatten, von einem Italiener durchs Land gefahren. „Wir haben uns riesig gefreut, zu hören, dass die Reise weiter geht“, sagten Matthias Kalla und Sabine Metzger der Deutschen Presse-Agentur. Sie haben das Projekt „Globalbiketrotting“ ins Leben gerufen. Das Rad soll dabei wie eine Art rollender Staffelstab von verschiedenen Menschen immer weiter gen Osten gefahren werden.

Die Idee hinter dem Projekt: Mit dem robusten Baumaterial aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff wollen sie symbolisch auf die Rohstoffwende aufmerksam machen. Zudem sollte mit jedem gefahrenen Kilometer Geld für Trinkwasserprojekte gesammelt und auf die Trinkwasserknappheit hingewiesen werden. „Es wurden schon über 3500 Euro gesammelt“, sagten die Organisatoren dazu. Das Geld sei bereits an die Trinkwasserinitiative Viva con Aqua übergeben worden.

Seit 2012 saßen bereits 34 Fahrer und Fahrerteams im Sattel des Bambusrades und meisterten insgesamt mehr als 6200 Kilometer. Das Fahrrad durchquerte Deutschland, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei und den Iran. Die Touren führten die Männer und Frauen über mehr als 2150 Meter hohe Berge, durch unsagbare Hitze und eisige Kälte und teilweise auch bis an ihre Grenzen - oder die Grenzen von Ländern. So musste das Rad beispielsweise im Paket aus dem Iran nach Indien geflogen werden. Der Grund dafür: „Schwierigkeiten beim Grenzübergang und Sicherheitsrisiken“. Das war im Januar 2015.

Seitdem tourte das Rad nur noch unregelmäßig durch das Land. Ein Freund der beiden aus Würzburger Studientagen hat das Projekt nun wiederbelebt. Er fuhr „Bamboo 1“ - so der Spitzname des Rades - rund 200 Kilometer weiter nach Osten ins indische Rishikesh. Dort hat nun ein Italiener das Bambusrad übernommen. Sein nächstes Ziel stehe allerdings noch nicht fest.

Das Ziel für die beiden ehemaligen Studenten, die mittlerweile in Dresden und Regensburg leben, bleibt weiterhin die Weltumrundung und das Sammeln von Spenden. „Das wäre natürlich toll! Die Route hatte bisher viele Überraschungen, mal schauen, was kommt.“

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