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Bayern
Sonntag, 20. Mai 2018 23° 3

Kriminalität

Ruhige Freinacht in der Oberpfalz

Alkohol, am nächsten Tag ein Feiertag – gute Voraussetzungen für Blödsinn in der Freinacht. Meist aber blieb es ruhig.

In der Nacht auf den 1. Mai kommt es immer wieder zu Umtrieben. Foto: Nicolas Armer

München.Abmontierte Verkehrszeichen, besprühte Autos, lautstarke Isartrommler: Zwar hat die Freinacht auf den 1. Mai der Polizei teils viele Einsätze beschert. Dabei blieb es aber zumeist bei harmlosen Streichen; größere Zwischenfälle blieben aus.

Die Polizei in der Oberpfalz vermeldet eine ruhige Freinacht mit 26 Einsätzen. Der Gesamtschaden von Sachbeschädigungen beläuft sich auf 1255 Euro.

Die Münchner Polizei zählte 65 relevante Einsätze in der Landeshauptstadt , davon die meisten wegen Ruhestörungen. Unter anderem löste sie eine illegale Feier an der Isar auf. Dort hatten sich knapp 100 Feiernde getroffen – mitsamt Bühne, Live-Musik und Bar. Gänzlich vertreiben lassen wollten sich die Feiernden aber nicht: Einige Stunde nach dem Einsatz fanden die Polizisten noch 15 trommelnde Feierer vor Ort. Sie alle erhielten eine Anzeige wegen Ruhestörung.

Unbekannte klauen Kanaldeckel

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord verzeichnete mit 130 relevanten Einsätzen doppelt so viele wie im Vorjahr. Wie anderorts im Freistaat waren hauptsächlich Anzeigen wegen Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen eingegangen, wie die Beamten am Montag mitteilten. Bei drei körperlichen Auseinandersetzungen wurden sieben Personen leicht verletzt.

Das Polizeipräsidium Schwaben Nord zählte 160 Einsätze in Bezug auf die Freinacht. Weil Unbekannte in Nördlingen (Landkreis Donau-Ries) mehrere Kanaldeckel klauten, geriet ein Taxifahrer in ein Loch; dadurch riss die Ölwanne an seinem Taxi auf. Im Nachbarsort Reimlingen montierten Jugendliche mehrere Verkehrszeichen ab, die sie dann aber wieder aufstellten. In Holzheim (Landkreis Dillingen an der Donau) wurden mehrere Fahrzeuge mit Eiern beworfen und mit Rasierschaum besprüht. In Gundelfingen an der Donau (Landkreis Dillingen) wurde ein 15-Jähriger bei einem Maibaumklau leicht verletzt. In Schwaben Süd waren es 140 Einsätze.

Zu mehreren Zwischenfällen beim Maibaumaufstellen kam es im Landkreis Cham: Ein Mann wurde eingeklemmt und schwer verletzt.

Die Streiche haben Tradition

Die Polizei in Unterfranken zählte 168 Einsätze mit 56 Ruhestörungen; aus Oberfranken heißt es: „Es war ruhig.“

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird im süddeutschen Raum als „Freinacht“ bezeichnet. Jugendliche nehmen diese gerne als Anlass für Streiche wie das Besprühen von Autos mit Rasierschaum oder den Maibaumklau. Über den Ursprung des Brauchs gibt es verschiedene Vermutungen. Weil es auf dem oberbayerischen Land als unhöflich gegolten haben soll, am Feiertag Gegenstände herumliegen zu lassen, zogen Jugendliche los, um „aufzuräumen“. Zudem soll der Musterungstermin am 1. Mai die Jugendlichen früher animiert haben, am Vortag noch einmal ausgelassen Streiche zu spielen. Heute nehmen junge Leute die Nacht vor dem Tag der Arbeit teils zum Anlass für Sachbeschädigungen bis hin zum Vandalismus.

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