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Musik

„Schande“: Bayreuths Publikum kritisiert

Einen Tag nach der „Tannhäuser“-Premiere geht der schwarze Travestiekünstler „Le Gateau Chocolat“ mit dem Gästen ins Gericht.

Bei einer Performance am Weiher vor dem Festspielhaus singt Le Gateau Chocolat, Dragperformer. Foto: Tobias Hase
Bei einer Performance am Weiher vor dem Festspielhaus singt Le Gateau Chocolat, Dragperformer. Foto: Tobias Hase

Bayreuth.Der Travestiekünstler „Le Gateau Chocolat“ schrieb am Freitag auf Twitter und Facebook: „Dass ich der EINZIGE Charakter war; Le Gateau Chocolat als Le Gateau Chocolat (keine Sprech- oder Singrolle), der auf dieser Bühne ausgebuht wurde, sagt viel darüber aus, wer ihr (immer noch) seid.“ Dem Regie-Team sei es wichtig gewesen, die „queere Identität“ des Künstlers zu bewahren und zu zeigen. Es sei eine Identität, die „offensichtlich vielen von Euch fremd ist“.

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Er erinnerte in seinem Post an Grace Bumbry, die „schwarze Venus“. Die schwarze Opernsängerin stand 1961 in Bayreuth auf der Bühne. „Ich stand gestern nacht auf ihren Schultern“, schrieb der Künstler auf Facebook. „Um stolz das weiterzutragen, was wirklich keine Provokation sein sollte.“ Er richtete seinen Post an das „liebe Bayreuth“ und fragte zum Schluss: „Die Frage ist also, „Pilger“, was genau buht Ihr da aus? Welch elende Schande.“

Bei einer Performance am Weiher vor dem Festspielhaus singt Le Gateau Chocolat, Dragperformer, beim Beginn der Bayreuther Festspiele 2019. Einen Tag nach der geglückten „Tannhäuser“-Premiere bei den Bayreuther Festspielen geht der schwarze Travestiekünstler mit dem Publikum ins Gericht.  Foto: Tobias Hase/dpa
Bei einer Performance am Weiher vor dem Festspielhaus singt Le Gateau Chocolat, Dragperformer, beim Beginn der Bayreuther Festspiele 2019. Einen Tag nach der geglückten „Tannhäuser“-Premiere bei den Bayreuther Festspielen geht der schwarze Travestiekünstler mit dem Publikum ins Gericht. Foto: Tobias Hase/dpa

„Le Gateau Chocolat“ ist der heimliche Star der Neuproduktion von Regisseur Tobias Kratzer. Er bildet darin als Mitstreiter der Venus den freiheitsbetonten Gegenpart zur strengen Hochkultur und tritt in der Pause mit einer Gesangseinlage im Park des Festspielhauses auf. Nach der Premiere wurde er von weiten Teilen des Publikums gefeiert, es gab aber auch vereinzelte Buhs. Auch das Regieteam und vor allem Dirigent Waleri Gergijew mussten Unmutsbekundungen einstecken. Alle übrigen Darsteller wurden gefeiert.

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