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Schneewittchen kommt in die Kantine

Verlosung: Die Schauspieler Stefan Murr und Heinz Josef Braun erzählen in der MZ ein lustiges Märchen auf Bairisch.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Die Schauspieler Stefan Murr (l.) und Heinz Josef Braun erwecken auf der Bühne einen ganzen Märchenwald zum Leben. Foto: Rec Star
Die Schauspieler Stefan Murr (l.) und Heinz Josef Braun erwecken auf der Bühne einen ganzen Märchenwald zum Leben. Foto: Rec Star

Regensburg.„Märchen sind keine Kindergeschichten“, sagte einmal Erika Eichenseer, Vizepräsidentin der Oberpfälzer Schönwerth-Gesellschaft. Denn eigentlich waren die Geschichten den Erwachsenen vorbehalten, die sich einst die langen Winterabende mit dem Erzählen von Märchen versüßten. In jener Zeit war der Unterhaltungswert der Geschichten dann am größten, wenn man sich besonders gut Gruseln konnte. Aber dann kamen die Schauspieler Stefan Murr und Heinz-Josef Braun. Ersterer war gerade Vater geworden, als er sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzte und feststellte, dass man mit den Grimmschen Werken als Betthupferl keine süßen Träume erwecken konnte.

Wir verlosen Karten

So kam er auf die Idee, die Märchen nach Bayern zu verlagern und ihnen Witz statt Horrorpotenzial zu verleihen. In Heinz-Josef Braun fand er einen ebenso fantasiereichen Mitstreiter. Am 9. Februar um 15 Uhr erzählen die beiden Schauspieler das Märchen vom „Bayerischen Schneewittchen“ in der MZ-Kulturkantine. Wir laden 30 Abonnenten mit jeweils einem Kind oder Enkelkind in die Vorstellung ein. Außerdem werden Familien, die der Verein für krebskranke und körperbehinderte Kinder (VKKK) am Kinder-Uniklinikum betreut, die Vorstellung besuchen.

Es wird auf jeden Fall lustig bei all den Figuren, die die beiden Schauspieler in Mimik, Gestik und Stimme liebevoll herausarbeiten. Zu Schneewittchen und ihren Eltern König Fescher Max der Erste von Bayern und Königin Jüttemerle aus Hamburg gesellen sich Schneewittchens bester Freund Xaver, die böse Stiefmutter Hexy und deren Mutter Frau Hexenschuss, die zwei geschwätzigen Paparazzi-Ratten, des Jägers Ballermann, der Spiegel und natürlich die sieben Zwerge. Die wandern gerne zu den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches und sind auch ansonsten ein ziemlich bunter Haufen: Der gefräßige Zwerg Bummerl, der Arien schmetternde Opernzwerg, der Ghetto-Rapper-Zwerg oder der Schwaben-Zwerg, der sich immer über die dreckerten Schuhe im Haus aufregt. Der Münchner Merkur schrieb über das fantasiereiche Spektakel: „Braun und Murr haben als Gscheidhaferl, Mampfi, Schwabenzwerg, Zwiderwurz, Treibauf, MC-Ghetto- und Opernzwerg ein weiteres Spielfeld ihrer Darstellungskunst und Dialektvielfalt. Den Gebrüdern Grimm hätte es bestimmt gefallen, dass bei Ihrem Märchen auf Bairisch so viel gelacht werden darf.“

Wie aber kommt man auf solche Ideen wurden Murr und Braun schon oft gefragt. „Der eine fasst einen Gedanken, der andere spinnt ihn weiter – wir sind zusammen ein sehr kreatives Team und auch menschlich auf einer Wellenlänge“, sagte Murr kürzlich in einem Interview mit unserem Medienhaus. Hatten sie ihr Märchendebüt mit den Bayerischen Bremer Stadtmusikanten noch in sechs Wochen fertiggestellt, so nehmen sich die beiden inzwischen rund ein halbes Jahr Zeit, um eine Geschichte und deren Figuren zu entwickeln. „Das Schöne daran ist, dass wir alles so schreiben können, wie es uns gefällt. Wir sind sozusagen Erfinder und Zensur gleichzeitig.“ Und Braun ergänzt: „Es ist einfach ein Geschenk, wenn man sich hinsetzen kann und nicht denken muss ‚hoffentlich fällt mir was ein‘ sondern es kommt dann einfach.“

Den Schauspielern, die man aus vielen Serien, Kino- und Fernsehfilmen kennt, merkt man an, wie sehr sie den Kontakt mit ihrem Publikum genießen. Sie schwäbeln, sie fränkeln, sie geben den eitlen italienischen Gockel und den schwulen Räuber. Sie sabbern, pfurzen, winseln – und das alles geht von einer Sekunde auf die nächste. Es ist ein Kommen und Gehen auf der Bühne – und dazwischen wird auch noch gesungen. Manchmal mag man kaum glauben, dass hier wirklich nur zwei Mann auf der Bühne sitzen, es fühlt sich an, als hätten Murr und Braun den ganzen Märchenwald geklaut und auf der Bühne versteckt.

Bezug in die Oberpfalz

Stefan Murr und Heinz Braun schreiben neben den Bayerischen Märchen und den Insektenkrimis auch Beiträge für das Betthupferl im Bayerischen Rundfunk. Murr erzählt zudem mit der Oberpfälzerin Kathrin Anna Stahl Geschichten in deren Dialekt. Auch Heinz Josef Braun hat einen Bezug in die Oberpfalz. Gemeinsam mit seiner Frau Johanna Bittenbinder ist er mit dem Livespiel „Tannöd“ der Regensburger Autorin Andrea Maria Schenkel auf den Bühnen unterwegs. Früher war Braun auch häufig in Haindling zu Gast. Dort wohnt ein langjähriger Freund und musikalischer Weggefährte: Hans Jürgen Buchner. Mit der Band Haindling stand Braun 16 Jahre als Bassist auf der Bühne.

Rund 50 Mal sind die beiden auch in diesem Jahr in ganz Bayern mit ihren Märchen unterwegs. Ihr Auftritt in der MZ-Kulturkantine wird übrigens der erste in Regensburg sein. Wer bei der Auslosung kein Glück hat, der sollte sich den 7. Oktober vormerken. Dann gastieren Murr und Braun gemeinsam mit Johanna Bittenbinder im Bürgerhaus in Wörth an der Donau. Gespielt wird der Insektenkrimi „Käfer Mary und Graf Bremsula“.

Verlosung: Wer Karten für den Auftritt von Stefan Murr und Heinz Josef Braun gewinnen will, der ruft am Mittwoch, 10. Januar, bis 22 Uhr unter (01 37 9) 88 58 17 (0,50€ /Festnetzanruf; Mobilfunk ggf. abweichend) an oder schickt eine E-Mail an gewinnspiel@mittelbayerische.de mit dem Betreff: MZ-Kantine. Eingeladen werden 30 Abonnenten mit MZ-Clubcard in Begleitung eines Kindes oder Enkelkindes.

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