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Jahreswechsel

Schüsse, Bisse und Brände zu Silvester

Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldet 230 Einsätze. In den meisten Fällen handelte es sich aber um Bagatellen.

Silvesterhimmel über Regensburg: Für die Sicherheitskräfte war es eine unruhige Nacht. Foto: Steffen
Silvesterhimmel über Regensburg: Für die Sicherheitskräfte war es eine unruhige Nacht. Foto: Steffen

Regensburg.230 Einsätze meldet das Polizeipräsidium Oberpfalz in der Silvesternacht. Vor allem Kleinbrände und aggressive Betrunkene beschäftigten die Sicherheitskräfte.

In Regensburg lag der Einsatzschwerpunkt im Bereich Eiserne Brücke und Thundorferstraße, wo zahlreiche Menschen in das neue Jahr feierten. Von 22 bis 1.45 Uhr blieb der Bereich deshalb für Autos gesperrt. Erst nachdem die Straßen von Flaschen, Glas und Müll gereinigt waren, konnte der Verkehr dort wieder fließen. Es blieb bei kleineren Zwischenfällen: Polizisten wurden beschimpft, drei Feiernde wurden angezeigt, weil sie illegale Feuerwerkskörper abbrannten. Mehrere Streifenbesatzungen kümmerten sich im Stadtosten um einen 27-jährigen Mann, der mehrere Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgefeuert hatte; er wird wegen Verstoßes nach dem Waffengesetz angezeigt.

In Regensburg geriet ein Balkon in einem Wohnblock in Brand. EIne Reihe von Hausbewohnern wurde evakuiert, ein Übergreifen der Flammen verhindert. Foto: Alexander Auer
In Regensburg geriet ein Balkon in einem Wohnblock in Brand. EIne Reihe von Hausbewohnern wurde evakuiert, ein Übergreifen der Flammen verhindert. Foto: Alexander Auer

In Königswiesen drohte ein Feuer auf dem Balkon eines Wohnblocks auf das Gebäude überzugreifen. Die Feuerwehr gelangte über die Drehleiter auf den Balkon und in die Wohnung. Das Feuer war in kurzer Zeit gelöscht. Einige Hausbewohner wurden evakuiert; alle Menschen vor Ort blieben unverletzt. Der Rettungsdienst war mit zehn Fahrzeugen vor Ort, teilte Brandamtsrat Martin Seidl vom Regensburger Amt für Brand- und Katastrophenschutz mit. Die Ursache des Brandes ist unklar. Möglicherweise hatte ein Raketen-Irrläufer das Feuer ausgelöst, so erste Vermutungen der Polizei. Die Ermittler schätzen den Schaden auf rund 20 000 Euro.

Die Regensburger Polizei kümmerte sich um mehrere Schlägereien, zu denen es im Lauf der Nacht kam. Keiner der Kontrahenten trug größere Verletzungen davon, so ein Sprecher am Dienstagmorgen.

Auf dem Regensburger Domplatz warf eine Feiernder eine Bierdose in die Menge feiernder Menschen. Als die Polizei einen 31-Jährigen kontrollierte, wehrte sich der Mann und beleidigte die Beamten. Er musste die Nacht in einer Zelle verbringen und wird angezeigt.

Silvesterhimmel im Raketendunst: hier über Schwandorf. Foto: Dietmar Zwick
Silvesterhimmel im Raketendunst: hier über Schwandorf. Foto: Dietmar Zwick

Die Beamten der Inspektion Schwandorf rückten in der Silvesternacht zu mehr als zehn Einsätzen aus. Einem 36-jährigen Mann wurde in der Aussiger Straße von einem unbekannten Täter die Jacke zerschnitten. In Klardorf wurde um kurz nach zwei Uhr nachts eine Mülltonne gesprengt; die Feuerwehr löscht den Brand, genau wie eine Hecke, die etwa zur gleichen Zeit in der Regensburger Straße in Flammen stand.

Ein 31-Jähriger erlitt in Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf eine Brandwunde am rechten Fußgelenk und eine Splitterverletzung am rechten Auge. Der Mann aus Mittelfranken stand neben einem 21-Jährigen, als der kurz nach Mitternacht einen Böller zündete. Der Böller kippte um und detonierte unmittelbar nebem dem 31-Jährigen. Der jüngere Mann wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt.

Nach der Feier zum Jahreswechsel: Mitarbeiter einer Stadtreinigung räumen Müll weg. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Nach der Feier zum Jahreswechsel: Mitarbeiter einer Stadtreinigung räumen Müll weg. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldet eine insgesamt durchwachsene Silvesternacht. Die Stunden vor Mitternacht verliefen mit rund 70 Einsätzen relativ ruhig, teilte Polizeihauptkommissar Bernhard Scheimer am Dienstagmorgen mit. Der Start in das neue Jahr ab Mitternacht bescherte dann aber, wie die Sicherheitskräfte erwartet hatten, eine Reihe von Einsätzen. Bis 5 Uhr gingen in der Einsatzzentrale etwa 160 Meldungen ein. Die Beamten listeten rund 20 Kleinbrände, zumeist ausgelöst durch Feuerwerkskörper und rund 30 Gewaltdelikte und Fälle von Körperverletzungen. In den meisten Fällen waren Betrunkene an den Übergriffen und Schlägereien beteiligt.

Kurz nach Mitternacht wurde in Wackersdorf bei Schwandorf ein 25-Jähriger ausfallend. Der Mann trat nach den Beamten, leistete erheblichen Widerstand und biss einen Polizisten heftig in den Oberarm. Der Beamte ist dienstunfähig. Der Randalierer wurde in eine Fachklinik gebracht.

Partygäste wegen Volksverhetzung angezeigt

Der Polizeiinspektion Cham wurde ein Brand gemeldet. Ein 50-Jähriger hatte in Waffenbrunn eine abgebrannte Feuerwerksbatterie auf seinem mit Sperrmüll beladenen Anhänger entsorgt. Die Ladung geriet in Brand. Das Feuer griff auf zwei neben dem Anhänger abgestellte alte Autos über, bevor die Feuerwehr die Flammen löschen konnte. Den Schaden schätzen die Beamten auf etwa 1700 Euro beziffert.

In einer Wohnung in Weiding (Bereich Cham) grölten Feiernde Nazi-Lieder. Der Polizei wurde gegen 2.20 Uhr gemeldet, dass bei der Privatparty verbotenes Liedgut abgespielt wurde. Mindestens acht Menschen, 16 bis 31 Jahre alt, sangen mit; sie werden wegen Volksverhetzung angezeigt.

Auch im Landkreis Kelheim war einiges los:

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Silvesterfeier lief aus dem Ruder

Vier Verletzte bei Einsatz in Sandelzhausen. Betrunkener verfolgte Rettungssanitäterin und beschädigte Notarztwagen.

Ein abgebrannter Böller: In der Silvesternacht lösten Feuerwerkskörper in Ostbayern eine Reihe von Bränden aus. Foto: Caroline Seidel/dpa
Ein abgebrannter Böller: In der Silvesternacht lösten Feuerwerkskörper in Ostbayern eine Reihe von Bränden aus. Foto: Caroline Seidel/dpa

In Tegernheim im Landkreis Regensburg musste die Polizei eine Prügelei schlichten. Gegen 23:15 Uhr schlugen sich zwei Männer bei einer privaten Silvesterfeier. Der 23-jährige Gastgeber schlug einen 26-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Als Rettungskräfte eintrafen und sich um den Mann kümmern wollten, reagierte er aggressiv und ging auf die Helfer los. Beamte der Polizeiinspektion Neutraubling nahmen den Mann in Gewahrsam; er musste den Jahreswechsel in der Zelle verbringen. Beide Männer, der 23- und der 26-Jährige, werden nun wegen diverser Delikte angezeigt, teile Polizeihauptmeister Michael Decker am Dienstagmorgen mit.

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