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Brauchtum

Schützen und Handwerker: Hof feiert 586. Schlappentag

Ob Schornsteinfeger mit schwarzen Zylindern oder Metzger mit kleinen Brotzeitwürsten - beim Schlappentag in Hof zeigt sich das Handwerk von seiner besten Seite. Sogar ein Schlappenkönig wird gekürt.

Frauen halten einen Becher, einen Krug und ein Horn mit Bier beim 581. Schlappentag in Hof. Foto: David Ebener/Archiv
Frauen halten einen Becher, einen Krug und ein Horn mit Bier beim 581. Schlappentag in Hof. Foto: David Ebener/Archiv

Hof.In kaum einer Branche werden Traditionen so groß geschrieben wie im Handwerk - zu sehen ist das beispielsweise am kommenden Montag (28. Mai) in Hof. Beim 586. Schlappentag, einem der ältesten Handwerker- und Schützenfeste Deutschlands, zeigt sich das Handwerk traditionell. Er bitte alle 17 Obermeister in der Kreishandwerkerschaft Hochfranken darum, sich mit ihrer Innung am Festzug zu beteiligen, sagte Kreishandwerksmeister Christian Herpich. Schornsteinfeger mit schwarzen Zylindern oder Metzger, die kleine Brotzeitwürste an die Zuschauer verteilen - „das Handwerk kann sich hier sympathisch darstellen“.

Allerdings: Der Schlappentag wird immer eine Woche nach Pfingstmontag gefeiert - und das ist auch in Hof offiziell ein ganz normaler Arbeitstag. Die Konjunktur im Handwerk laufe gut, Baustellen könne man deshalb am Montag häufig nicht einfach ruhen lassen. „Das ist ein Spagat“, betonte Herpich.

Der Schlappentag geht nach städtischen Angaben auf ein historisches Ereignis zurück: 1430 überfielen die Hussiten die Stadt und verwüsteten sie. Der Landesherr, der Markgraf von Brandenburg, gewährte den Hofern für den Wiederaufbau Steuerfreiheit, verlangte aber die Teilnahme an regelmäßigen Wehrübungen zur künftigen Verteidigung.

Die Bürger - und das waren vor allem Handwerker - nahmen aber nur sehr widerwillig daran teil und warteten bis zum letztmöglichen Tag damit. Dann eilten sie - noch in ihren Schlappen - zu den Übungen. Bald kamen die Hofer Schützen auf die Idee, diese Pflichtübung ein wenig aufzulockern - und so wurde eigens Bier gebraut, das Hofer Schlappenbier. Daraus entwickelte sich schließlich das alljährliche Schlappenfest.

Beim Schützenwettbewerb am Vorabend des Festes wird der beste Schütze zum Schlappenkönig gekürt. Zu den Höhepunkten des Volksfestes gehört ein großer Schützen- und Handwerkerumzug am Montag. Zum Bieranstich im Festzelt heißt es dann traditionell „Etzert leffds!“ („Jetzt läuft es“) - die fränkische Entsprechung zum Münchnerischen „Ozapft is“ („Es ist angezapft“) beim Oktoberfest.

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