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Archäologie

Sensationsfund in Barbing

Bei Bauarbeiten sind die Überreste eines rund 4300 Jahre alten Kriegers entdeckt worden. Der Fund sorgt für Begeisterung bei Archäologen.

Neben den Überresten des Kriegers wurden eine Reihe von Werkzeugen, Schmuck und Keramikschalen gefunden.

Regensburg. Unglaubliche archäologische Entdeckung in der Oberpfalz: In Barbing (Landkreis Regensburg) wurden die äußerst gut erhaltenen Überreste eines Kriegers aus der Glockenbecherzeit gefunden. Der Mann trug einen Dolch aus Kupfer bei sich sowie eine ganze Reihe von Werkzeugen. Krönung der Funde ist ein kleiner Goldring, den der Tote entweder im Ohr oder im Haar trug. Die Archäologinnen Gertrud Malz und Gertraud Wolf sowie Grabungstechniker Johannes Drechsler waren von dem Fund im Baugebiet „Barbing Mitte“ begeistert: „Ich will nicht zu viel verraten, aber das ist eine archäologische Sensation. So einen gut erhaltenen Fund aus der Glockenbecherzeit haben wir noch nie zu Gesicht bekommen“, erklärte Wolf. Ob noch weitere Krieger an dieser Stelle bestattet wurden, müssen weitere Grabungen zeigen.

Der Mann ist mit etwa 20 Jahren gestorben. Er ist umgeben von den Utensilien, die ihn im Jenseits als erfolgreichen Krieger ausweisen sollten. Drei scharfe Pfeilspitzen aus Feuerstein, ein Messer aus Kupfer, Werkzeuge, um Pfeile herzustellen, ein Teil aus einem Hirschgeweih, dazu eine Keramikschale und der kleine Goldring umgeben ihn, der ganz bewusst so in sein Grab gelegt wurde. Der Kopf richtet sich nach Osten zur aufgehenden Sonne. Es waren wahrscheinlich religiöse Gründe, weshalb er so und nicht anders bestattet wurde.

„Älteste bemalte Keramikschale in Bayern“

Der Fund der Keramikschale, die neben dem Toten liegt, ist ebenfalls spektakulär. „Ich kann sagen, dass dies die älteste bemalte Keramikschale in Bayern ist“, erklärte Dr. Bernd Engelhardt, Leiter des Amtes für Denkmalschutz und zuständig für den Bereich Niederbayern/Oberpfalz. So unglaublich gut erhalten sei dieser Krieger wegen des kalkhaltigen Bodens. „Hat der Boden keinen Kalk zerfällt das Skelett im Laufe der Jahre und man findet nichts mehr“. Hier in Barbing ist das anders, ein „Glücksfall für die Archäologie“. Engelhardt: „Man stelle sich vor, der Mann wurde 1000 Jahre bevor der Trojanische Krieg begann und 300 Jahre nachdem die Cheopspyramide entstand, hier in Barbing beigesetzt und wir haben ihn jetzt gefunden.“

„Jeder Zahnarzt wäre froh, um solch einen Patienten“

In Bayern wurden bislang vier von fünf Gräbern in ganz Deutschland aus der Glockenbecherzeit gefunden. Der Barbinger Fund dürfte der spektakulärste sein. „Das muss ein sehr hoch angesehener Mann gewesen sein und dies schon in jungen Jahren. Denn das ist kein normales Grab, sondern ein Luxusgrab“, urteilt Archäologin Maltz. Bemerkenswert sei auch das Gebiss des Kriegers. Karies kannte man zu dieser Zeit noch nicht. „Jeder Zahnarzt wäre froh, um solch einen Patienten“, so Wolf.

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