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Söders Kreuzerlass ist jetzt amtlich

Die Kreuzpflicht in bayerischen Behörden ist offiziell. Zu Art, Größe und Anzahl der Kreuze gibt es keine Angaben.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Foto: Peter Kneffel/Archiv
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Foto: Peter Kneffel/Archiv

München.Der bundesweit kontrovers diskutierte und auch innerkirchlich umstrittene bayerische Kreuzerlass ist amtlich. Er wurde am Dienstag im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt bekanntgemacht, enthält aber keinerlei konkrete Angaben zu Art, Größe und Anzahl der Kreuze, die bereits am 1. Juni in Bayerns Dienstgebäuden anzubringen sind.

In Paragraf 28 der Allgemeinen Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaates Bayern heißt es lediglich: „Im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes ist als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns gut sichtbar ein Kreuz anzubringen.“ Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums gibt es im Freistaat mehr als 1100 staatliche Hauptdienststellen.

Kommentar

Markus Söders Symbolpolitik

Es ist, wieder einmal, ein Kreuz mit den Kreuzen: Dank Markus Söder, bekennender Protestant, begrüßt ab 1. Juni ein Kreuz die Besucher in allen staatlichen...

Kritik auch aus Kirchenkreisen

Auf Initiative von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das bayerische Kabinett kürzlich beschlossen, dass im Eingangsbereich jeder Behörde des Freistaats ein Kreuz aufgehängt werden soll. Dies war selbst in Kirchenkreisen teils als Instrumentalisierung des Kreuzes für Wahlkampfzwecke kritisiert worden.

In seiner MZ-Kolumne beschäftigte sich auch unser Chamer Autor Matthias Meier mit diesem Thema. „Söder hat in die Trickkiste gegriffen“, schreibt er.

Kreuz ist „Bekenntnis zur Identität“

Kritik aus den Kirchen hatte Söder auch mit der Äußerung ausgelöst, das Kreuz sei „nicht ein Zeichen einer Religion“, sondern ein „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“ Bayerns. Erst später hatte er klargestellt, für ihn sei das Kreuz „in erster Linie ein religiöses Symbol“, es gehöre „aber auch zu den Grundfesten des Staates“.

Lesen Sie auch: Ein Regensburger Student kämpft gegen den „Kreuzzwang“.

Vor wenigen Tagen kündigte Söder einen Runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität des Landes an. Dazu will er im Juni Vertreter der beiden großen Kirchen, aber auch anderer Religionsgemeinschaften einladen. In gut einer Woche will Söder in Rom Papst Franziskus und dessen aus Bayern stammenden Vorgänger Benedikt XVI. treffen.

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