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Donnerstag, 20. September 2018 27° 1

Kriminalität

Sophia: Familie appelliert an Polizei

Seit Freitag ist klar, dass die Studentin tot ist. Mit einem offenen Brief wenden sich Eltern und Bruder an die Polizei.

Die 28-jährige Studentin Sophia aus Amberg ist tot. Foto: Polizei
Die 28-jährige Studentin Sophia aus Amberg ist tot. Foto: Polizei

Bayreuth.Die Frauenleiche, die in Spanien gefunden wurde, ist seit Freitag identifiziert. Es handelt sich um die vermisste Studentin aus Amberg. Eltern und Bruder haben nach bangem Warten die traurige Gewissheit. Die Polizei hat die Identität der 28-Jährigen mithilfe eines genetischen Fingerabdrucks bestätigt. Ein DNA-Profil war vom bayerischen Landeskriminalamt nach Spanien übersandt und dort abgeglichen worden. Doch mit weiteren Informationen halten sich die Ermittler am Freitag zurück. „Angaben zu den Todesumständen können derzeit nicht gemacht werden“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth mit.

„Die Menschen sofort ernst nehmen“

Mit einem offenen Brief appelliert die Familie der ermordeten Studentin nun an die Polizei. Der Wortlaut: „Sehr geehrte Polizei,

weil wir nicht wollen, dass es dem nächsten Opfer und seinen Angehörigen und Freunden so ergeht, wie es Sophia und uns mit Ihnen ergangen ist, haben wir ein paar aufrichtige und dringende Bitten an Sie: Wenn das nächste Mal tief besorgte Menschen zu Ihnen kommen und ihre Tochter als vermisst melden, weil ihr Verhalten dem Gewohnten nicht entspricht, dann wünschen wir uns, dass Sie diese Menschen sofort ernst nehmen und nicht mit Verletzungen reagieren. Und berufen Sie sich nicht auf Verordnungen, die es nicht gibt.

„Sie vergrößern und verlängern das Leid nur unnötig“

Wenn das nächste Mal ein Mensch verschwunden ist und es von Anfang an völlig klar ist, dass ein Gewaltverbrechen vorliegen muss, dann streiten Sie sich bitte nicht tagelang mit sich selbst, welche Dienststelle zuständig ist. Wir wünschen uns ernsthafte polizeiliche Ermittlungen, warten Sie nicht, bis Freunden und Angehörige aus purer Verzweiflung alles selbst ermittelt haben.

Wenn das nächste Mal verzweifelte Menschen zu Ihnen kommen, dann sprechen Sie mit ihnen, informieren Sie sie und verschweigen Sie ihnen nichts. Sie vergrößern und verlängern ihr Leid nur unnötig.

Bringen Sie das nächste Mal dem Opfer, seinen Angehörigen und Freunden einfach Ihre ganze Empathie und Ihr volles Engagement entgegen, auch wenn es gerade auf ein Wochenende zugeht.

Liebe Polizei, die Menschen würden Ihnen gerne vertrauen, enttäuschen Sie sie nicht wieder, lassen Sie sie das nächste Mal nicht alleine, folgen Sie Ihrem Motto ‚Dein Freund und Helfer‘.“

„Wir haben das online gesehen gelesen, zur Kenntnis genommen. Punkt.“

Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth ermitteln weiter in dem Fall. Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, sagte zu dem offenen Brief auf MZ-Anfrage: „Wir haben das online gesehen gelesen, zur Kenntnis genommen. Punkt. Wir werden uns dazu nicht äußern.“ Für die Polizei stünden die Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Tod der 28-jährigen im Vordergrund.

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