MyMz

Aussenansicht

Sorge um unsere Flüsse

Der Fischereiverband weist in einem Gastbeitrag auf den verbesserungswürdigen Zustand der heimischen Fließgewässer hin.
Hans Holler, Fischerei-Experte

Hans Holler ist Präsident des Fischereiverbands Oberpfalz e. V.
Hans Holler ist Präsident des Fischereiverbands Oberpfalz e. V.

Gestern war der Welttag der Flüsse. Der Fischereiverband Oberpfalz nahm diesen Tag zum Anlass, auf den nach wie vor verbesserungswürdigen Zustand unserer heimischen Fließgewässer hinzuweisen. Auch wenn der Gewässerschutz in den letzten Jahrzehnten große Verbesserungen für unsere Bäche und Flüsse herbeiführen konnte, befinden sich in Bayern nicht einmal 15 Prozent aller Flusswasserkörper in einem „guten“ oder einem „sehr guten“ ökologischen Zustand. Bezogen auf die gesamt Bundesrepublik sieht es sogar noch schlechter aus: Hier sind nur etwa sieben Prozent aller Fließgewässer in einem „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand.

Die für Laien nicht ganz einfach nachzuvollziehende Berechnung dieses „ökologischen Zustandes bzw. ökologischen Potenzials“ setzt sich aus mehreren Einzelberechnungen zusammen. Unter anderem werden die Gewässerstruktur, die Fischfauna, die Fischnährtiere (das sog. Makrozoobenthos), Wasserpflanzen, das pflanzliche Plankton und die Wasserchemie an bestimmten Punkten im Gewässer untersucht. Genau so komplex wie die Berechnung des ökologischen Zustandes sind auch die Gründe für dessen positive bzw. negative Bewertung. In dem einem Fluss sind es die fehlenden Wasserpflanzen, in einem anderen ist es die allgemeine Degradation, die dazu führen, dass ein Gewässer eine schlechte Bewertung erhält.

Leider viel zu oft sind es aber die Fische, die nicht oder nicht mehr in ausreichender Zahl in unseren Gewässern vorkommen. Von fehlenden Strukturen zum Laichen, mangelnder Gewässerdurchgängigkeit über klimatische Veränderungen und Fischräuber bis hin zu Einleitungen in unsere Gewässer gibt es eine Vielzahl an Gründen für den Rückgang der Fische. Manche dieser Gründe begleiten uns schon länger (z. B. fehlende Strukturen), andere, wie z. B. Mikroplastik- oder Medikamenten-Verschmutzungen kommen erst nach und nach in den Fokus der Öffentlichkeit. Aktuell in der Klimadebatte ist auch der Beitrag zu Methanemissionen aus Gewässern. Hier tragen vor allem die Stauhaltungen (z. B. bei Kraftwerken) zu erhöhten Methanausgasungen bei. Wir Fischer übernehmen traditionell Verantwortung für die uns anvertrauten Gewässer und seine Bewohner, brauchen dabei aber Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz von Ihnen Allen.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

Weitere „Außenansichten“ lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht