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Energiewende

Südost-Link: Donau wird untersucht

Tennet informierte in Regensburg über nächste Schritte für die Stromtrasse. Probebohrungen zur Donaudurchquerung starten.

Die Erdkabel werden weite Teile der Oberpfalz durchlaufen.Foto: dpa
Die Erdkabel werden weite Teile der Oberpfalz durchlaufen.Foto: dpa

Regensburg.Für die Stromtrasse Südost-Link, die durch weite Teile der Oberpfalz laufen wird, strebt der Betreiber Tennet noch in diesem Jahr den nächsten Schritt im Genehmigungsverfahren an. Nach dem Netzausbaugesetz steht eine Untersuchung ähnlich einem Raumordnungsverfahren an. „Für uns geht es jetzt rein ins Konkrete“, wie René Queren, bei Tennet zuständig für das Genehmigungsverfahren, gestern vor rund 60 Bürgermeistern und Vertretern von Interessensverbänden aus der Oberpfalz ausführte. „Das ist noch keine Festlegung, sondern das Ziel nachzuweisen, dass ein Weg funktioniert.“ Die Unterlagen will der Stromanbieter bis Ende 2018 bei der Bundesnetzagentur einreichen.

Die geplante Gleichstromverbindung soll von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt nach Isar in Niederbayern Strom aus Windanlagen transportieren. Kritiker fürchten, dass die Leitung vornehmlich für Strom aus Braunkohlekraftwerken genutzt werden könnte. Unter den Zuhörern saß auch Freie-Wähler-Chef und Landtagsabgeordneter Hubert Aiwanger, dessen Partei sich strikt gegen das Vorhaben ausspricht.

Bei dem Informationsgespräch in Regensburg wurde bekannt, dass in Kürze mit Probebohrungen für die Donaudurchquerung begonnen wird. Die betroffenen Orte Donaustauf, Wiesent, Pfatter und Hofdorf seien informiert über die jeweils zwei bis drei Tage dauernden Arbeiten, die im Zeitraum zwischen Februar und April stattfinden sollen, so Queren. Die Donaudurchquerung stellt die schwierigste Aufgabe auf der rund 410 Kilometer langen Stromtrasse dar. Sie wird in dem einen Kilometer breiten Vorschlagskorridor als ein „sehr hohes Realisierungshemmnis“ eingestuft. An weiteren sechs Stellen liege ein hohes Realisierungshemmnis vor.

Die Bundesnetzagentur fordert von Tennet für den nächsten Realisierungsabschnitt eine Raumverträglichkeitsstudie, Prüfungen zu Umweltauswirkungen, Arten- und Pflanzenschutz, öffentlicher und privater Belange etwa hinsichtlich des Bodenschutzes und auch eine erste immissionsschutzrechtliche Einschätzung – unter anderem zum Baulärm. Tennet betonte, dass, wo immer dies möglich sei, die Stromleitung mit vorhandenen Trassen gebündelt werde, etwa im Bereich der Mitteleuropäischen Erdölleitung (Mero) oder beim Ostbayernring. Dass der Südost-Link auch auf vorhandenen Freileitungen verlegt wird, wie ein Zuhörer anregte, schloss Queren aus. „Die Entscheidung für Erdverkabelung ist längst gefallen.“ (ig)

Lesen hier alles zum Themen Südost-Link und Ostbayernring in unserem MZ-Spezial:

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