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Polizei

Terror und Amok: neue Aufgaben für Bereitschaftspolizei

Ihre Beamten bekommen es bei Fußballspielen mit gewaltbereiten Fans zu tun, müssen Demonstranten und Gegendemonstranten voneinander fernhalten: Bayerns Bereitschaftspolizei ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten kräftig gewachsen - vor allem wegen der Terrorgefahr.

Ein Beamter der Bereitschaftspolizei steht in voller Ausrüstung vor einer Absperrung. Foto: Daniel Karmann
Ein Beamter der Bereitschaftspolizei steht in voller Ausrüstung vor einer Absperrung. Foto: Daniel Karmann

Bamberg.Terrorgefahr und Amokläufe haben die Aufgaben der bayerischen Bereitschaftspolizisten verändert. „Es hat sich einiges verschoben“, sagte der Vizepräsident der Bereitschaftspolizei, Detlev Tolle, am Dienstag in Bamberg. Die Angst vor Terroranschlägen und Amokläufen wie der vor zwei Jahren in München seien neue Herausforderungen für den Polizeiverband. Die Polizeiwelt habe sich „völlig verändert“, zu sehen sei das beispielsweise an der Ausrüstung - so gehören inzwischen Helme der gleichen Bauart wie bei der Bundeswehr zur Ausstattung der Beamten. Verstärkt seien die Bereitschaftspolizisten auch im Grenzschutz sowie bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität im Einsatz.

Die Bereitschaftspolizei ist nach Worten von Präsident Wolfgang Sommer in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen - von 4000 Beschäftigten vor 20 Jahren auf derzeit 8000. Zum Einsatz kommen Bereitschaftspolizisten, wenn die örtlichen Beamten Unterstützung brauchen - etwa bei großen Demos und Sportveranstaltungen mit gewaltbereiten Fans oder auch bei der Suche nach Vermissten mit Hubschraubern und Tauchern. Seit 20 Jahren steuert das Präsidium in Bamberg die Einsätze der bayerischen Bereitschaftspolizisten.

Das Thema Terror und Amok sei inzwischen bereits in der Ausbildung sehr präsent, betonte Tolle: Angehende Polizisten müssten das taktische Vorgehen lernen, wenn zum Beispiel jemand wahllos auf Menschen schieße.

Wie Sommer sagte, gibt es keine Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden: Bayerns Polizei sei ein begehrter Arbeitgeber, auf eine Stelle kämen sechs bis sieben Bewerber. Der Frauenanteil liege derzeit bei 30 Prozent, gezielt spreche man auch Migranten an, sich bei der Bereitschaftspolizei zu bewerben. „Wir brauchen die interkulturelle Kompetenz.“ Sommer betonte weiter, trotz aller notwendigen „Robustheit“ bei der Ausrüstung müsse die Polizei immer bürgernah und gesprächsbereit bleiben: „Wir müssen die Kommunikation mit der Bevölkerung aufrecht erhalten.“ Das gelte auch für Minderheiten wie Migranten.

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