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Kino

Til Schweiger dreht in der Oberpfalz

Szenen für den Kinofilm „Gott, du kannst ein Arsch sein!“ entstehen unter anderem an einer Schule in der Region.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Til Schweiger war erst kürzlich in der Region und stellte in Passau auf einem Donauschiff ein Gastronomie-Konzept vor. Jetzt dreht er in der Oberpfalz. Foto: Armin Weigel/dpa
Til Schweiger war erst kürzlich in der Region und stellte in Passau auf einem Donauschiff ein Gastronomie-Konzept vor. Jetzt dreht er in der Oberpfalz. Foto: Armin Weigel/dpa

Schwandorf.Aufregung an mehreren Orten in der Oberpfalz: In Kürze werden einige der bekanntesten deutschen Schauspieler in der Region Szenen für einen Kinofilm drehen. „Gott, du kannst ein Arsch sein“ heißt die Verfilmung des Buches einer autobiografischen Geschichte um die Krebserkrankung eines 16-jährigen Mädchens. Die Hauptrolle übernimmt die Nachwuchsschauspielerin Sinje Irslinger – und an ihrer Seite drehen viele Stars. Til Schweiger und Heike Makatsch sind dabei, ebenso Jürgen Vogel, Benno Fürmann, Jasmin Gerat und Dietmar Bär.

Heike Makatsch wird die Mutter der Hauptfigur spielen. Foto: Jörg Carstensen/dpa
Heike Makatsch wird die Mutter der Hauptfigur spielen. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Die Dreharbeiten finden unter anderem am Johann-Andreas-Schmeller Gymnasium in Nabburg (Lkr. Schwandorf) statt. Dort hat Schulleiter Christian Schwab inzwischen das Lehrerkollegium informiert – und, wie er sagt, insbesondere bei den Kolleginnen freudige Reaktionen ausgelöst. Gedreht wird eine Szene, in der die Schülerin Steffi (Sinje Irslinger) mit ihren Eltern (gespielt von Til Schweiger und Heike Makatsch) in der Schule vermutlich den Abschluss feiert. Deshalb werden auch zahlreiche Komparsen bei dem Dreh dabei sein, weiß der Schulleiter. Schwab sagt, dass es ihn sehr freue, dass seine Schule für den Film ausgewählt worden sei. Er habe eine Anfrage erhalten und nach mehreren Ortsbesichtigungen sei die Entscheidung gefallen. „Was genau den Ausschlag dafür gab, weiß ich nicht. Vielleicht weil unsere Schule so schön ist“, witzelt er. Das Gebäude zeichnet sich durch zwei Aulen aus, in die die Treppenaufgänge integriert sind. Die Schule wurde vor einiger Zeit saniert. Die Schüler hat Schwab noch nicht über das bevorstehende Ereignis informiert. Wenn die Aufbauarbeiten beginnen, werde es sich aber dann nicht mehr geheimhalten lassen, sagt er.

Auch Neunburg ist wieder dabei

Auch bei Bürgermeister Martin Birner in Neunburg vorm Wald herrscht wieder freudige Aufregung. Auch bei ihm wird für den Film, der 2020 in die Kinos kommen soll, gedreht. Diesmal werden es keine Aufnahmen im öffentlichen Raum sein, verrät er. Mehr darf er nicht sagen, auch, um die Stars vor einem möglichen Fanrummel zu schützen. Birner hat bereits im vergangenen Jahr eine wichtige Filmproduktion in seine Stadt geholt. Der ZDF-Mehrteile „Die Protokollantin“ mit Iris Berben, Moritz Bleibtreu und Peter Kurth in den Hauptrollen wurde in Teilen in der Ortschaft Seebarn gedreht. Damals wirkten viele Bürger als Statisten mit. Gedreht wurde unter anderem ein Trauerzug durch den Ort, es gab Szenen auf dem örtlichen Friedhof und in der längst geschlossenen Dorfwirtschaft. Das Ehepaar Hösl räumte sogar für mehrere Wochen sein Haus, um Platz für die Filmcrew zu machen. Die Seebarner kamen den Stars ganz nah, feiert sogar mit ihnen zusammen ein Fest. Ob auch Til Schweiger, Heike Makatsch und die weitere Schauspieler, die in der Oberpfalz drehen werden, den Kontakt zu ihren Fans suchen, weiß Birner nicht. „Freuen würde ich mich aber schon sehr, wenn ein Treffen zustande kommen würde.“ Wie die Mittelbayerische erfahren hat, gibt es noch weitere Orte im Landkreis Schwandorf, an denen ebenfalls Dreharbeiten stattfinden werden.

Angeschaut

Oberpfälzer Dorf im Samstagabend-Krimi

Am Samstag startet im ZDF „Die Protokollantin“ mit Iris Berben. Nicht nur wegen der Kulisse lohnt sich das Einschalten.

Auch Jürgen Vogel spielt eine tragende Rolle in dem Kinofilm – er hat einen Zirkus. Foto: Annette Riedl//dpa
Auch Jürgen Vogel spielt eine tragende Rolle in dem Kinofilm – er hat einen Zirkus. Foto: Annette Riedl//dpa

Im Landkreis Neumarkt wird der Ort Berg zur Kulisse für diese Kinoproduktion. Dort wird eine Baustelle als Drehort errichtet. Dabei hilft die Gemeinde der Produktionsgesellschaft Ufa sogar bei der Materialbeschaffung und stellt Ampeln, Absperrung, Signalhüte, Baustellenlicht und Verkehrsschilder zur Verfügung. Wie überall wird auch in Berg kein genauer Drehtermin bekanntgegeben, um die Arbeiten nicht durch Massen von Schaulustigen zu stören. Bislang ist nur bekannt, dass die Schauspieler mehrere Tage in der Region verbringen werden. Weitere Filmszenen werden in Nordrhein-Westfalen und Frankreich gedreht.

Welche Rolle Benno Fürmann übernimmt, ist noch nicht bekannt. Foto: Gregor Fischer/dpa
Welche Rolle Benno Fürmann übernimmt, ist noch nicht bekannt. Foto: Gregor Fischer/dpa

Dass sich die Region Schwandorf inzwischen zu einem „Hotspot“ der Filmbranche zu entwickeln scheint, freut auch den Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling. „Der Landkreis Schwandorf war ja bereits in der jüngsten Vergangenheit Drehort für Serien, Fernsehfilme und einer erfolgreichen und preisgekrönten Kinoproduktion. Ich freue mich, dass jetzt erneut ein Kinofilm bei uns gedreht wird. Wir haben nicht nur eine bezaubernde Landschaft, sondern auch so manche Liegenschaft, die sich für Dreharbeiten gut eignet.“ Bürgermeister Birner sieht das ähnlich: „Ich glaube, wenn die Atmosphäre passt, dann kommen sie gerne wieder.“ Neben „Die Protokollantin“ wurden auch die Ereignisse um den geplanten Bau der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf und der RTL-Film „Der Witwenmacher“ kürzlich hier gedreht.

Autobiografische Geschichte

Der Film, der nun mit Schweiger, Makatsch und Vogel in die Kinos kommt, ist traurig. Es geht um die 16-jährige Steffi, die gerade den Realschulabschluss macht und in dieser Zeit die Diagnose Lungenkrebs bekommt. Sie will ins Leben starten, freut sich auf die Schulabschlussfahrt nach Paris und will dort eine romantische Nacht mit ihrem Freund Fabi (Jonas Holdenrieder) verbringen. Doch für die Eltern kommt nach der Diagnose eine Reise nach Paris nicht in Frage. Steffi denkt nicht daran, sich an das Verbot zu halten. Mit dem Zirkusakrobaten Steve (Max Hubauer), der vor seinem autoritären Vater (Jürgen Vogel) flieht, macht sie sich in einem geklauten Auto und ohne Geld auf den Weg. Ein Roadmovie beginnt.

Der Titel des Films „Gott, du kannst ein Arsch sein“ geht auf ein Tattoo zurück, dass sich die echte Steffi, deren Lebensgeschichte Frank Pape in seinem Jugendroman als Vorlage nahm, kurz vor ihrem Tod auf den Bauch stechen ließ. Pape hatte das Mädchen auf seinem therapeutischen Pferdehof im westfälischen Preußisch Oldendorf kennengelernt. Er erfüllte auch ihren letzten Wunsch, an der Seite ihres Pferdes Luna zu sterben. Die Ereignisse schrieb er in seinem Jugendroman nieder. Produziert wird das hochkarätig besetzte Werk von Ufa.

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Dieses Paar macht Platz für Iris Berben

Marianne und Josef Hösl verlassen demnächst ihren Hof bei Neunburg vorm Wald. Er wird Kulisse für eine Krimiserie.

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