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Brauchtum

Trost für Weber beim Gäubodenfest

In Straubing gibt‘s für den CSU-Vize viel Applaus. Das Volksfest läuft seit Freitag – auch die Polizei ist im Dauereinsatz.

Der Europapolitiker Manfred Weber und der OB von Straubing, Markus Pannermayr (l, CSU) prosten sich beim Festakt zur Eröffnung des Gäubodenvolksfestes zu. Foto: Armin Weigel/dpa
Der Europapolitiker Manfred Weber und der OB von Straubing, Markus Pannermayr (l, CSU) prosten sich beim Festakt zur Eröffnung des Gäubodenvolksfestes zu. Foto: Armin Weigel/dpa

Straubing.Der Europapolitiker Manfred Weber (CSU) hat das Gäubodenvolksfest in Straubing eröffnet. Der Niederbayer hätte am Samstag nach Vorstellung der Volksfest-Macher eigentlich als neuer EU-Kommissionspräsident ans Rednerpult treten sollen, nun kam Weber als EU-Abgeordneter und wurde nicht weniger herzlich empfangen. Das Gäubodenvolksfest dauert bis 19. August. Die Veranstalter rechnen mit 1,4 Millionen Besuchern in der 48 000-Einwohner-Stadt.

„Schaden kann man nicht heilen, indem man neuen Schaden verursacht.“

CSU-Vize Manfred Weber

Weber, der seine niederbayerische Herkunft im europaweiten Wahlkampf nicht verhehlte – ganz im Gegenteil – hatte in Straubing ein Heimspiel. Im EU-Poker um den Posten des Kommissionspräsidenten hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron den von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lange unterstützten CSU-Kandidaten abgelehnt – unter anderem wegen mangelnder Erfahrung. Stattdessen kam Ursula von der Leyen (CDU), damals noch Verteidigungsministerin, zum Zug. Es sei Schaden verursacht worden, sagte Weber im Bierzelt. Aber: „Schaden kann man nicht heilen, indem man neuen Schaden verursacht.“ Es gehe um das gemeinsame europäische Interesse und nicht um die Interessen Einzelner – deswegen sei er einen Schritt zurückgetreten, als er „zu wenig Unterstützung für die Demokratisierungsidee“ bekommen habe.

Dass er im Wahlkampf stets seine Verankerung in der Heimat hervorgehoben hat, hält Weber auch im Nachhinein für richtig. Die Nähe zu den Menschen vor Ort sei wichtig, sagte er. „Das ist das Europa, das Zukunft hat – und nicht das Europa der Eliten.“

Frauen in Tracht nehmen an dem Festakt zur Eröffnung des Gäubodenvolksfestes teil. Foto: Armin Weigel/dpa
Frauen in Tracht nehmen an dem Festakt zur Eröffnung des Gäubodenvolksfestes teil. Foto: Armin Weigel/dpa

Das Gäubodenvolksfest ist eines der größten Volksfeste in Bayern. Der Festbetrieb hatte bereits am Freitagabend nach dem traditionellen Trachtenumzug begonnen. Neben einem Vergnügungspark gibt es sieben Bierzelte mit 27 000 Sitzplätzen. Die Maß Bier kostet zwischen 9,70 und 9,75 Euro – 30 Cent mehr als im Vorjahr. Parallel findet die Ostbayernschau statt. Auf der Verbrauchermesse präsentieren sich vom 10. bis zum 18. August mehr als 750 Aussteller.

Finne trifft 69-Jährigem am Kopf

Das Gäubodenfest ist auch eine Herausforderung für die Polizei, die bereits zum Auftakt viel zu tun hatte. Es kam zu diversen Raufereien und anderen Taten unter Alkoholeinfluss: So wurde am ersten Festabend am Freitag gegen 19.20 Uhr ein 69-Jähriger von der Finne eines Stand-up-Paddlingboards am Kopf getroffen, die ein bislang Unbekannter auf ihn geworfen hat. Das Opfer musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Zu Tätlichkeiten kam es auch in einem Bus. Ein Unbekannter beleidigte zunächst Fahrgäste, schlug später einem Passagier mehrfache eine Bierflasche auf den Kopf. Ein 27-Jähriger, der dazwischenging, wurde ebenfalls verletzt. Der Täter konnte zunächst nicht ermittelt werden, meldete sich dann aber am Samstagmorgen von sich aus bei der Polizei.

Messer und Sprays verboten

Die Polizei meldet auch den Streit zwischen zwei Männern in einem Festzelt. Als einer der beiden ein Messer aus der Tasche zog, wurden beide von einer Streife der Polizei festgenommen. Die Durchsuchung auf der Volksfestwache fanden die Beamten dann bei einem der beiden ein Messer und ein Pfefferspray. Sowohl Messer wie auch Sprühdosen sind auf dem Gäubodenfest aber verboten.

In einem anderen Fall beleidigte ein 26-Jähriger im betrunkenen Zustand mit deftigen Kraftausdrücken die Polizei – er musste danach die Nacht in der Polizeiwache verbringen. Bei einem weiteren Zwischenfall schlug ein 18-Jähriger einem gleichaltrigen Widersacher mit dem Kopf auf die Nase. Sein Opfer musste in ärztliche Behandlung.

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