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Unser Wald ist in Gefahr

Der Klimawandel sorgt für steigende Hitze und Trockenheit. Das Waldsterben nimmt zu. Schutzgebiete können Abhilfe schaffen.
Dr. Christian Stierstorfer, Diplom-Biologe

Dr. Christian Stierstorfer ist Diplom-Biologe und sieht in vernetzten Schutzgebieten eine Zukunft für Bayerns Wälder. Foto: Stierstorfer
Dr. Christian Stierstorfer ist Diplom-Biologe und sieht in vernetzten Schutzgebieten eine Zukunft für Bayerns Wälder. Foto: Stierstorfer

Die Auswirkungen des immer heftigeren Klimawandels auf die Wälder schreiten in einer Geschwindigkeit voran, dass bereits die Rede vom Waldsterben 2.0 ist. Geschwächt durch Hitze und Trockenheit fallen Bäume Schädlingen und Krankheiten zum Opfer. Neben den Fichten trifft es nun auch viele weitere Arten – wie die Waldkiefer.

Besorgniserregend ist die Schädigung oder gar das Absterben von Buchen durch Trockenstress. Mit der Buche ist die wichtigste Baumart der natürlichen Waldvegetation Zentraleuropas betroffen. Wie unser Wald in Zukunft aussehen wird, ist kaum vorauszusehen.

Waldschutzgebiete sind wichtig

Naturwäldern kommt in diesem Lern- und Entwicklungsprozess eine zentrale Rolle zu. Denn dort können ungestört Anpassungsprozesse ablaufen, die entscheidende Antworten auf die wichtigsten Fragen liefern. Unsere natürlich vorkommenden Baumarten und die verschiedenen Waldtypen bieten uns glücklicherweise ein sehr breites Reaktionsspektrum auf den Klimawandel.

Voraussetzung dafür ist ein funktionierendes Netzwerk von Waldschutzgebieten, in denen sich die Natur nach ihren eigenen Gesetzen ohne forstliche Eingriffe entwickeln darf. Die wichtigste Rolle kommt dabei Großschutzgebieten zu.

Schutzgebiete müssen verbunden sein

Der LBV fordert deshalb die weitere Ausweisung von Großschutzgebieten, vor allem im Bereich der Laubwälder. Für die Auwälder hat der Bayerische Ministerpräsident erfreulicherweise bereits ein großdimensioniertes Schutzgebiet von etwa 2000 Hektar angekündigt. Ein funktionierendes Netzwerk von Waldschutzgebieten, das unsere bewirtschafteten Forste durchzieht, muss alle Waldtypen auf ihren spezifischen Standorten in den jeweiligen Naturräumen repräsentieren.

Die Schutzgebiete dürfen nicht voneinander isoliert sein. Dabei muss auch die räumliche Verlagerung der jeweiligen Waldtypen als Anpassung an den Klimawandel möglich sein. Zwischen den großen Schutzgebieten müssen also kleinere Waldschutzgebiete und Naturwaldreservate in ausreichender Dichte als Vernetzungsstruktur funktionieren. Das Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten kann dafür durchaus als Ansatz dienen. In miteinander vernetzten Waldschutzgebieten könnte uns die Natur ihr ganzes Reaktionspotenzial auf den Klimawandel zeigen. Lasst uns diese Chance nutzen!

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