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Militär

US-Armee gibt Bamberg und Schweinfurt auf

7.500 Soldaten und ihre Familien ziehen aus den beiden fränkischen Städten ab. Der Standort Ansbach bleibt erhalten.

US-amerikanische Soldaten verladen in der Schweinfurter Conn Baracks Kaserne Panzer und Militärfahrzeuge.

Ansbach. Die US-Armee will mittelfristig ihre Standorte in Schweinfurt und Bamberg aufgeben. Das teilten der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) und das Bamberger Stadtoberhaupt Andreas Starke (SPD) am Donnerstagabend nach einem Gespräch mit hochrangigen US-Militärs in Ansbach mit. Verschont werden soll von den Sparplänen des US-Verteidigungsministeriums dagegen der Standort Ansbach, berichtete die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) nach einem Gespräch mit dem kommandierenden General der US Armee in Europa, Mark Hertling.

Schweinfurt muss sich uaf schleichenden Abzug einstellen

Der Rückzug der US-Armee soll allerdings über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, hätten ihnen die US-Militärs versichert, sagten die Kommunalpolitiker. „In Schweinfurt müssen wir uns auf einen schleichenden Abzug in den nächsten Jahren einstellen – bis zur vollständigen Aufgabe des Standorts“, sagte der Schweinfurter OB Remelé. „Nach der Erfahrung anderer Standortschließungen rechnen wir mit einer Zeit von zwei bis drei Jahren“, ergänzte er. In Schweinfurt sind derzeit 10.000, in Bamberg rund 8000 US-Soldaten samt Familienangehörigen stationiert.

Betroffen von den geplanten Standortschließungen sind in beiden Städten außerdem mehrere hundert deutsche Zivilbeschäftigte. Nach Angaben der Rathaus-Chefs beschäftigt die US-Armee in Schweinfurt rund 600 Männer und Frauen; in Bamberg sind es nach Starkes Angaben rund 500, davon seien 370 Deutsche.

Ersatz für Arbeitsplätze soll gefunden werden

„Für diese Menschen, die jetzt einen neuen Arbeitsplatz finden müssen, ist das natürlich eine schwierige Situation“, sagte Starke. „Zum Glück ist der Bamberger Arbeitsmarkt derzeit sehr robust. Wir werden uns jetzt in enger Zusammenarbeit mit der Bamberger Wirtschaft um Ersatzarbeitsplätze bemühen“, kündigte der Sozialdemokrat an. Dagegen stelle der Abzug der US-Truppen in städtebaulicher Hinsicht eine Chance für das Weltkulturerbe dar. Die Universitätsstadt könne die Flächen gut gebrauchen, deutete er an.

Schweinfurts Oberbürgermeister Remelé bedauerte ebenfalls die Abzugspläne: „Das ist erstmal ein Verlust für uns. Wir haben zu den Amerikanern ein sehr freundschaftliches und enges Verhältnis. Sie sind immerhin seit den 50er Jahren in unserer Stadt. Da haben sich viele Beziehungen aufgebaut“, gab der CSU-Politiker zu bedenken. Auch in Sachen Arbeitsplatzverlust sehe er den Abzug negativ. „Auch der Immobilienmarkt wird leiden“, sagte er. „Es ist aber auch eine Chance, die frei werdenden innerstädtischen Areale für die Stadt zu entwickeln.“

Dagegen bleibt Ansbach vom US-Sparprogramm weitgehend verschont. Oberbürgermeisterin Seidel erklärte nach dem rund zweistündigen Gespräch auf dem US-Stützpunkt Katterbach bei Ansbach: „Ansbach ist einer der dauerhaften US-Standorte. Bei uns wird sich eigentlich nichts ändern - bis auf die bereits im Herbst angekündigte Streichung von 40 Stellen im Personalbereich“, erläuterte sie. Insgesamt sind in Ansbach 10.000 US-Soldaten samt Familienangehörigen stationiert. Hinzukämen 400 Zivilbeschäftigte. Sie räumte ein, dass man in Ansbach den Verbleib der US-Armee zwiespältig sehe. Der Hubschrauberlärm einer US-Einheit sorgt seit längerem für Ärger in der Stadt.

Nach übereinstimmenden Medieninformationen sind in Deutschland derzeit 36.000 US-Soldaten stationiert, knapp 20.000 davon in Bayern. Dazu kämen noch doppelt so viele Familienangehörige der Soldaten. Das US-Verteidigungsministerium hatte vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass schwere Armeebrigaden aus Europa verlegt werden, ohne jedoch genaue Details zu nennen. Die US-Armee soll in den kommenden zehn Jahren aus Kostengründen von derzeit 570.000 auf 490.000 Soldaten verkleinert werden.

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