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Gesundheit

„Vampir-Kinder“: Ärzte testen Heilmittel

20 bis 30 Babys werden in Deutschland jährlich mit dem Gendefekt geboren. Erlanger Forscher wollen mit einem Protein helfen.

Das entwickelte Protein wird der werdenden Mutter ins Fruchtwasser gespritzt. Foto: Boris Roessler/dpa

Erlangen.Betroffene Kinder haben spitze Vampir-Zähne, kaum Haare und sie können nicht weinen und nicht schwitzen – daher können sie an Überhitzung sterben. Erlanger Ärzte haben nun eine mögliche Heilmethode für die seltene und lebensgefährliche Erbkrankheit ektodermale Dysplasie gefunden. Vor der Geburt spritzten sie ein bestimmtes Protein ins Fruchtwasser der werdenden Mutter, wie die Mediziner am Donnerstag mitteilten. Das Eiweiß sorge dafür, dass sich Haare, Zähne und Schweißdrüsen bilden. Bei den Zwillingen einer 40-Jährigen sowie einem weiteren Jungen sei eine Behandlung erfolgreich gewesen. Noch fehlen jedoch größere Studien.

Etwa 20 bis 30 Kinder werden pro Jahr in Deutschland mit dem Gendefekt geboren. Weil die Krankheit so selten ist, hat die Pharmaindustrie kein Interesse an der Entwicklung von Medikamenten. Die fränkischen Forscher wollen daher im kommenden Jahr mit Hilfe einer Stiftung eine klinische Studie durchführen. Ziel ist ein zugelassenes Therapieverfahren. Ihre Ergebnisse haben die Ärzte im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

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