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Kriminalität

Verband fordert eine Pflegekammer

Eine Kammer für Pflegeberufe in Bayern soll Betrug bekämpfen. Aktuell wird gegen zwei Pflegekräfte ermittelt.

Immer wieder kommt es zu Betrügereien im Bereich der Pflege. Foto: Bodo Marks/Archiv
Immer wieder kommt es zu Betrügereien im Bereich der Pflege. Foto: Bodo Marks/Archiv

Nürnberg.Im Kampf gegen Abrechnungsbetrug bei Pflegediensten hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe erneut eine Pflegekammer für Bayern gefordert. In einer Kammer seien alle professionell Pflegenden, die in einem Bundesland tätig sind, registriert und müssten sich regelmäßig fortbilden, argumentierte der Verband am Dienstag in München. Damit gebe es eine Berufsaufsicht für die Pflege, sagte Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK Südost.

„Betrügereien auf dem Rücken der Patienten müssen schonungslos verfolgt und bestraft werden.“

Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK Südost

„Betrügereien auf dem Rücken der Patienten müssen schonungslos verfolgt und bestraft werden“, forderte Biederbeck. Besonders fatal sei, dass anscheinend kriminelle Pflegedienste Hilfspfleger einsetzen, aber Geld für qualifiziertes Personal abrechnen. „Besonders in einem sensiblen Bereich wie der ambulanten Intensivpflege ist das nicht hinnehmbar“, sagte Biederbeck.

Spezialermittler gegen Betrug im Pflegewesen im Einsatz

Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Winfried Bausback (beide CSU) wollten am Nachmittag in Nürnberg zum Thema Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen sowie über Gegenmaßnahmen informieren: Bei der bayerischen Polizei soll es künftig in jedem Präsidium Spezialermittler gegen Betrug im Pflegewesen geben.

Aufschwung erhält die Diskussion auch wegen eines Falls im Raum Hof. Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen zwei Pflegekräfte eines Intensivpflegedienstes wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Möglicherweise ist ein Patient aus dem Raum Hof aufgrund eines Pflegefehlers gestorben. Derzeit werde geprüft, ob ein Pflegefehler vorliegt, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde und bestätigte damit Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR). Weitere Details nannte er nicht. Wie der BR berichtete, verschlechtert sich die Qualität in der ambulanten Intensivpflege stetig, weil Fachkräfte fehlen. Pfleger seien oftmals schlecht ausgebildet und die Kontrollen funktionierten nicht. Zudem stünden Pflegedienste im Verdacht, falsch abzurechnen.

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