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Medientage

Verlage wollen keine „Stütze“ vom Staat

Die Auflagen sinken, aber das prophezeite Zeitungssterben gebe es nicht, sagt Martin Wunnike von der MZ-Geschäftsführung.

„Wir stehen so stark da wie noch nie“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags, Martin Wunnike (2. v. r.).
„Wir stehen so stark da wie noch nie“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags, Martin Wunnike (2. v. r.).

München.Gegen staatliche Hilfen für Tageszeitungen hat sich der Erste Vorsitzende des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger, Andreas Scherer, ausgesprochen. „Wir kommen alleine klar“, sagte Scherer am Donnerstag bei den Medientagen München. „Ein freier Journalismus gedeiht dann am besten, wenn die politischen Einflusskräfte möglichst weit entfernt sind von der Redaktion.“

Um auch in Zukunft Qualitätsjournalismus finanzieren zu können, seien allerdings positive Rahmenbedingungen für fairen Wettbewerb erforderlich. Dies betreffe etwa das Urheberrecht, das Leistungsschutzrecht und den Steuersatz für digitale Angebote, der bisher bei 19 statt 7 Prozent liege.

„Wir stehen so stark da wie noch nie“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags, Martin Wunnike. Das seit langem prophezeite Zeitungssterben gebe es nicht: „Ich bin seit 1992 bei der Zeitung. Seitdem sterbe ich.“ Wunnike schilderte die großen Erfolge der Mittelbayerischen Zeitung im digitalen Bereich, die nicht zuletzt mit dem Bayerischen Printmedienpreis für crossmediale Vernetzung anerkannt worden seien. Speziell mit Bewegtbildern erziele man nach den Worten Wunnikes digital eine hohe Reichweite. Nun gelte es diesen Erfolg zu monetarisieren und dafür entsprechende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das sei eine große Herausforderung, der man sich stellen müsse. Aber der Mittelbayerische Verlag sei gut aufgestellt und habe Mut.

Die Referenten beim Publishing-Gipfel waren sich einig, dass die Online-Leser künftig stärker an der Finanzierung beteiligt werden müssen. „Die Menschen sind durchaus bereit, Geld für Journalismus zu bezahlen, auch die jungen Menschen“, sagte Gathmann. Die Nutzer seien mit Qualität zu überzeugen, daher entwickle sich im Internet ein „Wettbewerb der Exzellenz“, meinte der Digitalchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Mathias Müller von Blumencron: „Ich glaube, dass wir eine wirkliche Qualitätsoffensive im Netz erleben werden.“ Zumal die großen US-Plattformen Facebook, Twitter, Instagram und Google zunehmend versuchten, sich auch mit Inhalten stärker als Medium zu entwickeln.

Gathmann hielt dagegen: „Facebook wird nie ein Nachrichtenmedium werden, Facebook ist ein Kommunikationsmedium, wo Leute sich emotional engagieren wollen.“ Dies sei keine existenzbedrohende Konkurrenz für Zeitungen, „sondern ein Weg, wie Menschen zu uns finden können“. (dpa)

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