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Kriminalfall

Verletzter Luchs stirbt qualvoll

Mitte Juli hatten Spaziergänger in Niederbayern einen toten Luchs gefunden. Nun ist klar: Das Tier wurde angeschossen.

In Niederbayern ist ein toter Luchs gefunden worden. Das Tier ist qualvoll verendet. Foto: Holger Hollemann/dpa
In Niederbayern ist ein toter Luchs gefunden worden. Das Tier ist qualvoll verendet. Foto: Holger Hollemann/dpa

Oberbreitenau.Qualvoll ist ein junger Luchs bei Oberbreitenau (Landkreis Regen) verendet. Das Tier ist vor längerer Zeit angeschossen worden, wie ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage bestätigte. Bei einer forensischen Untersuchung des Tieres sei man auf metallische Rückstände gestoßen. Diese rührten wohl von einer Schusswende – wahrscheinlich von einem illegalen Jagdversuch – her.

Gefunden wurde das Tier bereits am 16. Juli von Spaziergängern neben einer Zufahrtsstraße zum Landshuter Haus. Zunächst gingen die Beamten von einer natürlichen Todesursache aus. Aber in Absprache mit den zuständigen Behörden wurde das stark ausgezehrte weibliche Jungtier in einer Tierarztpraxis untersucht und geröntgt. Nachdem erste radiologische Untersuchungen keine Hinweise auf eine mögliche Todesursache ergaben und äußerlich keine Hinweise auf Fremd- oder Gewalteinwirkung (Verkehrsunfall, Beschuss etc) erkennbar waren, wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) eine forensische Untersuchung des Jungtieres in Auftrag gegeben. Dem Ergebnis der forensischen Untersuchung nach war der Bewegungsapparat des Tieres irreversibel geschädigt, was offensichtlich auf eine illegale Nachstellung bereits im Zeitraum zwischen Oktober 2018 bis November 2018 zurückzuführen ist.

Der Luchs dürfte zum Zeitpunkt der Nachstellung etwa ein halbes Jahr alt gewesen sein, in der Folge der Verletzung konnte sich das Tier, nachdem es von der Mutter abgestoßen wurde, nicht mehr eigenständig und ausreichend mit Nahrung versorgen und verstarb letztlich an Unterernährung. Wie aufgrund der bisherigen Ermittlungen mit den zuständigen Fachbehörden bekannt wurde, hielt sich der Jungluchs zum Zeitpunkt der Nachstellung hauptsächlich im Großraum Viechtach auf.

Justiz

3000 Euro Strafe für Luchs-Morde

Ein 54-jähriger Mann aus Lohberg wurde zu 120 Tagessätzen verurteilt, weil er mindestens ein Tier getötet hat.

Die eingesetzte Ermittlungsgruppe der Polizei Regen führt in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Deggendorf und Einbindung des LfU strafrechtliche Ermittlungen wegen Verstößen unter anderem gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz. Dem unbekannten Täter drohen bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Obwohl der angenommene Tatzeitraum schon einige Zeit zurückliegt, bittet die Polizei Niederbayern um Mithilfe: Wer sachdienliche Hinweise liefern kann, selbst etwas gesehen hat oder aus Erzählungen Hinweise zu einer illegalen Luchsjagd oder zum Tod des Tieres beitragen kann, solle sich bitte umgehend melden. Die Polizeiinspektion Regen ist telefonisch unter (09921) 9408 0 erreichbar.

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